Im ersten Schritt wird der oberste Teil des Hangs, hier links des Felssturzes, freigeschnitten. Foto: Andy Kühn/Landkreis Rottweil

Ende des Jahres stürzen an der L 415 zwischen Oberndorf und Lindenhof große Felsbrocken auf die Straße. Der Abbruch muss beräumt werden. Nun rücken die Mitarbeiter der Spezialfirma aus Tirol erneut an.

Die Kolonne ist angerückt und hat sich eingerichtet: Am Montag beginnen die schon länger geplanten Freischneidearbeiten an der oberen Lindenstraße in Oberndorf, der L 415. Die Mitarbeiter einer Spezialfirma aus Tirol machen sich ans Werk – dort, wo sie vor gut zwei Monaten notfallmäßig bereits am Seil hingen.

 

Die Arbeiten seien schon länger geplant gewesen, teilt das Landratsamt mit. Der Felssturz vom 17. Dezember, bei dem Geröll und größere Trümmer bis auf die viel befahrene Straße gelangten, hat mit dieser Maßnahme zunächst nichts zu tun.

Keine Umleitung

Bedeutet das, dass in nächster Zeit wieder mit Verkehrsbehinderungen oder gar Umleitungen zu rechnen ist? Ja und nein. Die Arbeiten sind eher kleinteilig geplant. Nachteil: Es kann immer wieder zu Verkehrsbehinderungen kommen, wenn die Arbeiten aus Sicherheitsgründen die bergseitige Fahrspur beanspruchen müssen – insbesondere im oberen Bereich, wo pro Fahrtrichtung nur noch eine Fahrspur zur Verfügung steht. Der Vorteil: Eine dann fällige Ampelregelung ist immer nur temporär. Die Straße bleibt im Grunde in beide Richtungen befahrbar.

Die Baustelle wird eingerichtet. Foto: Bodo Schnekenburger

Die Straße wird nicht während der ganzen Arbeiten, die sich länger hinziehen werden, halbseitig oder gar ganz gesperrt sein, wie mitunter schon befürchtet wurde. Das heißt auch: Es wird für diese Kampagne keine Umleitung erforderlich sein. Und: Zunächst ist auch noch kein Ampeleinsatz geplant.

Der Trupp kann zudem den Parkplatz als Baustellendepot nutzen. Da die Straße bergwärts dort zwei Fahrspuren hat, von der eine wegen des Felssturzes ohnehin vorläufig gesperrt bleibt, ist ein Sicherheitsabstand quasi eingebaut.

Geologen prüfen

Wenn die Hänge freigeschnitten und beräumt sind, kommen Geologen ins Spiel. Sie entscheiden, ob und gegebenenfalls welche Sicherungsmaßnahmen erforderlich sind.

Das sei ein übliches Vorgehen, erklärt Landratsamts-Pressesprecherin Andrea Schmider. Solche Arbeiten und Überprüfungen fänden in regelmäßigen Abständen statt.

Und doch ist bei diesen Einsätzen etwas anders als man es sonst gewohnt ist: Der Trupp arbeitet immer zehn Tage am Stück. Dann haben die Mitarbeiter vier Tage frei. Zeit, ein bisschen Zuhause zu genießen. Das heißt aber auch, dass an den Wochenenden immer wieder gearbeitet wird.