Sanierungen, Umzüge, Jubiläen – und neue Strukturen: Die Volksbank Mittlerer Schwarzwald hat einige Projekte vor der Brust. Diese wurden in der Wolfacher Zentrale verkündet.
Die Digitalisierung schreitet voran – auch im Bankbereich. Die Volksbank Mittlerer Schwarzwald wird im Zug dieser Entwicklung 2026 einen markanten Schritt gehen: Noch 2026 sollen die klassischen Kontoauszugsdrucker ausrangiert werden. Eins aus einer ganzen Reihe von Projekten, die das Vorstandsduo Martin Heinzmann und Oliver Broghammer im Bilanzgespräch in der Wolfacher Zentrale vergangene Woche ankündigten.
Rund 30 Prozent der Kunden mit Girokonto, starke 8000 Personen, nutzten nach wie vor regelmäßig die Kontoauszugsdrucker in den Filialen, erklärte Heinzmann. Die müssen sich bald umgewöhnen, denn: Ab September sollen die Drucker abgeschaltet werden. Einerseits im Hinblick auf das Thema Nachhaltigkeit, da die digitale Alternative ohne Papier archivierbar sei. Andererseits aber aus ganz praktischen Gründen: Es würden schlicht keine neuen Geräte mehr hergestellt, und auch die Ersatzteilversorgung für den Bestand sei inzwischen schlecht, erklärte Heinzmann.
Wer aus welchen Gründen auch immer partout nicht aufs Onlinebanking wechseln kann oder will, dem würden die Auszüge nach der Abschaltung als Ausdruck per Post zugeschickt. Den eigenen Kontostand könne man unabhängig davon auch jederzeit am Geldautomaten abrufen. Nichtsdestotrotz soll 2026 verstärkt der Fokus aufs Thema Onlinebanking und Banking-App gelegt werden. Schon am 15. April werde es dazu als Pilotveranstaltungen in Hausach und Hornberg Onlinebanking-Workshops gezielt für Kunden jenseits von 60 Jahren geben. „Wenn’s was ist, bauen wir es auf die Gesamtbank aus“, so Heinzmann.
Geldausgabeautomaten werden weniger genutzt
Unabhängig der Entwicklung bei den Kontoauszugsdruckern macht sich die fortschreitende Digitalisierung auch in den Geschäftszahlen bemerkbar: 600.464-mal nutzten Kunden 2025 die Geldausgabeautomaten. Sechs Prozent weniger als im Vorjahr. „Das zeigt auch, dass das Thema Bargeld immer mehr an Bedeutung verliert“, so Heinzmann. „Worauf wir auf Dauer reagieren müssen.“ Zu den weiteren Projekten 2026 zählen zwei Umbauten: „Ein ganz, ganz großer und ein mittelgroßer.“ Der Volksbank-Sitz in Furtwangen werde komplett saniert „im deutlich siebenstelligen Bereich“. Das Gebäude dort beherbergt neben der Filiale und Büros auch neun Wohnungen. Neueröffnung der sanierten Filiale soll im Herbst 2027 sein.
Umgebaut werden soll auch das Kundenservicecenter in Gutach. „Gutach hat einfach eine attraktive Lage. Mitten im Herz der Volksbank Mittlerer Schwarzwald.“ Die Abteilungen Marketing und Vertrieb sollen darum im Sommer/Herbst 2027 von Wolfach und Oberwolfach nach Gutach umziehen. Die dann ungenutzte obere Etage des Standorts Oberwolfach soll zu Wohnungen umgebaut werden – die Filiale im Erdgeschoss bleibe.
Neues Konzept für die Volksbank
Seit einigen Jahren entwickelt die Volksbank zudem intern ihr Sinn-Konzept. Im Zug der sogenannten Strategie 2030 sollen der neue Claim „Voba MSW – Sozial. Innovativ. Nah. Nachhaltig.“ und die erarbeiteten Maßnahmen umgesetzt werden, um sich zukunftsfähig aufzustellen. Denn, so betonte Heinzmann. „Die Selbstständigkeit steht ganz oben.“
Zwei Jubiläen
Auch zwei besondere Jubiläen wird die Volksbank Mittlerer Schwarzwald 2026 feiern: Das jeweils 100-jährige Bestehen der Filialen in Haslach und Triberg steht an. An beiden Standorten wird es einen Tag der offenen Tür geben. In Triberg wird dieser bereits am Sonntag, 26. April, gefeiert. In Haslach knallen die Korken nach den Sommerferien am Sonntag, 20. September.