Die Strompreise steigen ab Januar 2025 an. Foto: Patrick Pleul/dpa

Kunden der Stadtwerke Balingen wissen bereits Bescheid, betroffen sind jedoch alle, die an das Stromnetz der Stadtwerke angeschlossen sind: Zum Jahreswechsel wird der Strom teurer.

Ab Januar wird’s wieder teurer: Darüber haben die Stadtwerke Balingen ihre Kunden in einem Schreiben informiert. Demnach wird ab dem 1. Januar 2025 ein sogenannter Grundpreis neu eingeführt. Was es damit auf sich hat.

 

Warum wurde der Grundpreis erhöht? Der Grundpreis wurde eingeführt, um die Kosten für den Betrieb, die Wartung, den Ausbau und die Digitalisierung des Stromnetzes gerechter zu verteilen, wie die Stadtwerke Balingen auf Anfrage unserer Redaktion mitteilen. „Diese Anpassung ist notwendig geworden, da die Energiewende und der Bedarf an einem zukunftsfähigen Netz erhebliche Investitionen erfordern“, heißt es weiter. Der Grundpreis ermögliche es, alle Netzanschlüsse unabhängig vom Stromverbrauch fair an den entstehenden Kosten zu beteiligen, während der Arbeitspreis entsprechend gesenkt wurde. Dieser setzt sich bisher wie auch weiterhin aus den Strombeschaffungskosten, den Netzentgelten und den staatlich veranlassten Umlagen zusammen.

Wen betrifft die Erhöhung und wie hoch fällt diese aus? Die Einführung des Grundpreises betrifft alle, die an das Stromnetz angeschlossen sind – unabhängig davon, ob sie Strom verbrauchen oder ins Netz einspeisen oder von welchem Stromanbieter sie den Strom beziehen. Die Höhe des Grundpreises variiert je nach Anschluss und kostet die meisten Kunden jährlich 95,20 Euro.

Seit wann ist die Finanzierung der Digitalisierung des Stromnetzes in der Planung? Die Digitalisierung des Stromnetzes ist ein zentraler Bestandteil der Energiewende und wird seit mehreren Jahren geplant und umgesetzt, heißt es seitens der Stadtwerke. Dabei seien die Anforderungen durch gesetzliche Vorgaben, wie beispielsweise das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) und der zunehmende Bedarf an einem intelligenten, steuerbaren Netz kontinuierlich gestiegen.

Wieso wurden die Kosten nicht schon früher und schrittweise angehoben? Die Einführung eines Grundpreises zur Deckung dieser Kosten erfolge nach Angaben der Stadtwerke jetzt, da die Investitionen und Modernisierungen zunehmend konkrete Maßnahmen und finanzielle Ressourcen erfordern. Eine schrittweise Anpassung der Kosten war bisher nicht notwendig, da die Netzkosten über die Netzentgelte abgedeckt wurden. Die steigenden Anforderungen und der Ausbau des Netzes machen jedoch eine gerechtere und nachhaltigere Verteilung dieser Kosten erforderlich, was durch die Einführung des Grundpreises erreicht wird.

Haushalte, die weniger Strom verbrauchen, kommen durch die Erhöhung schlechter weg. Ist das fair? Die Einführung eines festen Grundpreises zielt darauf ab, die Kosten für Betrieb, Ausbau und Digitalisierung des Stromnetzes fair auf alle Netzanschlüsse zu verteilen, heißt es seitens der Stadtwerke. Diese Struktur stelle sicher, dass alle Nutzer des Netzes, unabhängig von ihrem Verbrauch, einen Beitrag zu den fixen Kosten leisten.

Trotz dieser Anpassungen bleibe Stromsparen weiterhin sinnvoll. Und weiter: „Ein reduzierter Verbrauch führt zu niedrigeren Gesamtkosten, da weniger Kilowattstunden abgerechnet werden und trägt zum Umweltschutz bei und unterstützt die Ziele der Energiewende bei.“

Warum sind die Bereiche Stromangebot und Netzbetrieb voneinander getrennt?

Netzbetreiber
Die Stadtwerke Balingen sind für den Betrieb, die Instandhaltung und den Ausbau des Stromnetzes in ihrem Versorgungsgebiet verantwortlich. Dazu gehört auch die Digitalisierung des Netzes, um es für die Anforderungen der Energiewende fit zu machen. Die Finanzierung dieser Aufgaben erfolgt über die Netzentgelte, zu denen auch der neu eingeführte Grundpreis zählt. Dieser sorgt dafür, dass die Kosten für Betrieb und Ausbau gerecht auf alle angeschlossenen Haushalte und Betriebe verteilt werden.

Stromvertrieb
Parallel dazu bieten die Stadtwerke Balingen als Stromanbieter ihren Kunden Stromprodukte an und stehen im Wettbewerb mit anderen Energieversorgern. Dieser Bereich agiert eigenständig und unabhängig vom Netzbetrieb, sowohl organisatorisch als auch finanziell.