Baupläne auf Papier waren einmal, die Zukunft gehört der elektronischen Akte – und so fährt auch das Landratsamt des Schwarzwald-Baar-Kreises digitale Technik auf.
Zug um Zug sollen alle 40 bis 50 Gebäude, die dem Kreis gehören, gescannt werden. Für 60.000 Euro hat sich das Vermessungs- und Flurneuordnungsamt des Landkreises eine Kamera „Trimble X9“ und entsprechende Software zugelegt. Damit können Gebäude wie etwa Turnhallen oder Schulen digital vermessen werden. Das spart Zeit, gerade bei Sanierungen oder Baumaßnahmen.
Die Gebäude werden dabei zunächst von außen und dann von innen, Raum für Raum, millimetergenau gescannt. Das Gerät erfasst pro Minute eine Million Punkte und speichert sie. Am Ende entsteht ein 3D-Modell. Planer und Handwerker, aber auch die Gebäudeverwaltung können die Objekte dann virtuell begehen.
„Wir sind jetzt auf dem aktuellen Stand der Technik“, freute sich Amtsleiter Michael Riede, denn gerade in der Vermessungstechnik befinde man sich gerade in einem Umbruch. Heute werde beim Vermessen mit GPS gearbeitet, die Koordinaten würden sozusagen vom Himmel fallen. Mit dem neuen Laserscanning-Verfahren stünden den Behörden und Planern dann Rasterdaten mit einer hohen Informationsdichte zur Verfügung. Anhand der Daten können Mitarbeiter der Gebäudeverwaltung im Landratsamt sehen, wie breit Türen oder wie hoch Räume zum Beispiel einer Schule in der Trägerschaft des Kreises sind.
Das Vermessungs- und Flurneuordnungsamt wird sukzessive alle Gebäude, die vom Landratsamt betreut werden, also hauptsächlich Schulen, Turnhallen und Straßenmeistereien, digitalisieren. Bereits fertig sind das Technische Gymnasium Schwenningen und die Turnhalle der Albert-Schweitzer-Schule Villingen.
Digitale Gebäudedaten bald Pflicht?
Im Zuge der bevorstehenden Baumaßnahme werden gerade die Gebäude der Landesberufsschule für das Hotel- und Gaststättenwesen aufgenommen. Mit den Daten können Aufmaße für Handwerker schnell herausgegeben werden. „Wir sind uns sicher, dass es über kurz oder lang verpflichtend sein wird, bei öffentlichen Ausschreibungen digitale Gebäudedaten herauszugeben“, sagte Amtsleiter Riede.
Die digitalen 3D-Modelle können nach Ende einer Umbau- oder Sanierungsmaßnahme auch zur Kontrolle verwendet werden. Manch eine Besprechung auf der Baustelle könne durch die digitalisierten Pläne entfallen. Zwar werde es nach wie vor Vor-Ort-Termine von Planern und Handwerkern geben, später könne man sich aber manches in Onlinekonferenzen am 3D-Modell anschauen, glaubt Riede.
Weitere Gebäude auf dem Plan
Weitere Gebäude, die demnächst digital eingescannt werden, befinden sich in Donaueschingen: die Außenstelle des Landratsamts in der Humboldtstraße 11, die kaufmännischen Schulen und die Karl-Wacker-Schule.