Roman Dold, Projektleiter bei der Autobahn GmbH (links), und Bauaufseher Guido Bick nehmen uns mit auf die Baustelle. Um die Anschlussstelle bedienen zu können, wurde extra eine Mittelstreifenüberfahrung gebaut. Foto: Cools

Baustelle, Spurverengung, zeitweise Sperrung der Anschlussstellen: Was wird da auf der A 81 zwischen Empfingen und Oberndorf gemacht – und wie lange noch? Wir fragen vor Ort nach.

A 81 Höhe Bergfelden: Auf der anderen Seite der Betonleitwand, wenige Meter entfernt, brausen Autos und Lastwagen vorbei. Diesseits der Wand ist die Fahrbahndeckensanierung in vollem Gange. Roman Dold, Projektleiter der Autobahn GmbH, nimmt uns mit dahin, wo gerade Niedrigtemperaturasphalt eingebaut wird.

 

Der hat in der Mischanlage nur noch etwa 160 statt 180 Grad Celsius und beim Einbau 140 Grad. Neben dem geringeren Energieverbrauch hat diese Wahl auch Arbeitsschutzgründe. Die niedrigere Temperatur bedeutet aber auch, dass der Belag schneller aushärtet. Das muss beim Walzen beachtet werden, sonst entstehen Bodenwellen.

Viel Planung im Vorfeld nötig

Seit Mitte April werden auf einem 4,5 Kilometer langen Streckenabschnitt zwischen den Anschlussstellen Empfingen und Oberndorf die Fahrbahnen in beiden Fahrtrichtungen erneuert – eingebaut werden Binderschicht und Deckschicht, insgesamt 12,5 Zentimeter – sowie die Anschlussstelle Sulz und die Schutzeinrichtungen im Mittelstreifen.

Um den Eingriff in den Verkehr so gering wie möglich zu halten, ist im Vorfeld viel Planung notwendig, erklärt uns Dold. Bis etwa Anfang Juli habe man den Verkehr jeweils nach außen gedrückt, um den Mittelstreifen-Bereich zu erneuern und hochzuziehen.

Damit wird für ein so genanntes Dachprofil gesorgt. So ist eine Entwässerung der Fahrbahnseiten möglich. Zuvor hatten das Rillen im Asphalt übernommen, durch die das Oberflächenwasser zu den Seiten in die Kanäle abfloss.

Fahrspuren werden verlegt

Dann ging es an die Sanierung der Fahrstreifen in Richtung Singen. Dazu wird der Verkehr auf die Gegenseite verlegt, so dass alle vier Fahrspuren auf einer Seite jenseits des Mittelstreifens verlaufen und die Fahrbahn diesseits erneuert werden kann. Damit einher geht auch eine Fahrstreifenverengung.

Um die Anschlussstelle weiter bedienen zu können, seien extra eine Mittelstreifenüberfahrung sowie Provisorien als Beschleunigungsstreifen beziehungsweise Verzögerungsspur gebaut worden, erklärt Dold.

Anschlussstelle Sulz bis 5. August gesperrt

Seit 21. Juli ist die Anschlussstelle Sulz in Fahrtrichtung Singen aber nun gesperrt und soll es noch bis Dienstag, 5. August, etwa 21 Uhr, bleiben. Die Auffahrt in Richtung Singen und die Abfahrt aus Stuttgart sind also nicht möglich. Stattdessen muss man in Richtung Süden bereits in Empfingen abfahren und in Richtung Norden an der Anschlussstelle Oberndorf auffahren.

In der Nacht auf den 6. August wird der Verkehr dann vollständig auf die frisch sanierte Seite verlagert, um die andere Fahrbahnseite (in Richtung Stuttgart) erneuern zu können. Dafür werden ebenfalls wieder eine Mittelstreifenüberfahrung sowie eine Beschleunigungs- und Verzögerungsspur nötig.

Anfang Oktober soll der Verkehr wieder fließen

Die Sanierung der Fahrbahn in Richtung Stuttgart wird dann vom 6. August bis voraussichtlich 20. September dauern. Vom 5. bis 20. September wird zudem die Anschlussstelle Sulz in anderer Richtung gesperrt, dann wird also die Auffahrt in Richtung Stuttgart und die Abfahrt aus Singen nicht mehr möglich sein.

Zu guter Letzt müsse dann noch die Lücke in der Betonschutzwand, durch die man die Mittelstreifenüberfahrungen geführt habe, geschlossen werden. Anfang Oktober soll der Verkehr wieder ungehindert fließen.

Parallel werden die Bauwerkstreppen an drei kleineren Brücken, so genannten Unterführungsbauwerken, mitsaniert. Damit hing beispielsweise die Ampelregelung auf der Stadtstraße zwischen Sulz und Bergfelden zusammen.

Die Maßnahme zwischen Oberndorf und Empfingen schlägt mit 10,3 Millionen Euro zu Buche. Insgesamt werden dann 136 000 Quadratmeter erneuert und 45 000 Tonnen neuer Asphalt eingebaut worden sein.

Nächste Baustelle kommt

Parallel wird übrigens seit Mitte April bis voraussichtlich September die Brücke zwischen Wittershausen und Vöhringen (K 5502) über die A 81 instand gesetzt. Und die nächste Baustelle ist bereits in Planung: 2026 soll die Mühlbachbrücke zwischen Sulz und Empfingen – in ihrer Nähe hat sich am 14. Juli der Lastwagenbrand ereignet, der 300 Feuerwehrkräfte auf den Plan rief – instandgesetzt werden.