Mehrere Dutzend Retter waren am Unfallort, um den Menschen im Reisebus zu helfen. 30 Rettungsfahrzeuge und drei Hubschrauber waren im Einsatz. Foto: 7aktuell/Oskar Eyb

Ein Reisebus fährt auf der A 5 bei Karslruhe nahezu ungebremst auf ein Müllauto auf. Eine Frau stirbt, mehr als 30 Urlauber werden verletzt – zwei schweben noch in Lebensgefahr.

Karlsruhe - Gerade mal fünf Stunden dauerte die Urlaubsfahrt einer Reisegruppe von Senioren, ehe sie am frühen Mittwochmorgen jäh endete: am Stadtrand von Karlsruhe fuhr der Reisebus aus Bayreuth auf der A 5 mit 32 Insassen fast ungebremst auf einen Müllwagen auf: Eine 30-jährige Reiseleiterin kam ums Leben und starb noch am Unfallort. Zwei schwer verletzte Senioren schwebten am Mittwoch noch in Lebensgefahr. Für mehrere Stunden gab es lang anhaltende Staus rund um das Autobahndreieck Karlsruhe.

30 Rettungsfahrzeuge und drei Hubschrauber im Einsatz

Kurz vor 6.30 Uhr war die Urlaubsfahrt, die als Ziel offenbar die französische Region Rhône-Alpes und die Millionenstadt Lyon ansteuern sollte, zu Ende: nur wenige Minuten später waren rund 30 Rettungsfahrzeuge, drei Hubschrauber, mehrere Notärzte, sowie die Berufsfeuerwehren der Städte Ettlingen und Karlsruhe am Ort des Geschehens. Wie es zu dem Unfall kommen konnte, sollen die noch laufenden Ermittlungen ergeben, teilte die Polizei mit.

Soviel scheint bislang klar: auf der A 5, die sich nahe der Unfallstelle wegen einer Baustelle bei Ettlingen von drei auf zwei Spuren verengt, waren drei Lastwagen auf der rechten Spur unterwegs. Das erste Fahrzeug, ein Sattelzug, musste bremsen, ein Müllwagen dahinter konnte noch rechtzeitig bremsen, nicht aber der Reisebus aus dem Fränkischen. Offenbar versuchte der Fahrer noch mit dem Bus auf den mittleren Fahrstreifen zu wechseln. Er prallte aber mit der vorderen rechten Seite gegen das Heck des Mülllasters. Die Polizei geht derzeit von einer „Unachtsamkeit des Busfahrers“ aus. Das Müllauto wurde auf den Sattelzug geschoben. Der Busfahrer selbst stand unter Schock und konnte sich noch nicht zum Unfallhergang äußern.

Retter waren schnell am Unfallort

Bei dem Zusammenprall wurden eine etwa 70-jährige Mitfahrerin und die 30-jährige Reiseleiterin eingeklemmt. Die Seniorin wurde von Feuerwehrleuten aus dem Reisebus befreit und mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen. Sie hatte hinter der Reiseleiterin gesessen: die 30-Jährige Frau, die direkt neben dem Busfahrer auf der rechten Fahrzeugseite saß, erlag noch am Unfallort ihren schweren Verletzungen. Ein zweiter schwer verletzter Mann wurde ebenfalls mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht. 29 der Businsassen wurden leicht verletzt – ebenso wie zwei Insassen des Müllfahrzeuges.

Die Rettungswagen konnten von Norden und Süden an den Unfallort fahren. „Die zwei Schwerletzten konnten schnell versorgt werden“, sagte der Leitende Notarzt Friedemann Lindmayer. Auch der Leiter der Karlsruher Feuerwehr, Florian Geldner, zog „eine positive Bilanz der Zusammenarbeit der Rettungskräfte“.

Kilometerlange Staus rund um das Autobahnkreuz Karlsruhe

Der Geschäftsführer des betroffenen Bayreuther Busunternehmens zeigte sich in einem Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk entsetzt. „Ich bin jetzt erst einmal auf dem Weg zur Unfallstelle, will mir ein Bild machen und mit dem Fahrer reden“, sagte er. Der Bus war laut den Angaben eines Polizeisprechers „vermutlich gegen 1.30 Uhr“ in Bayreuth gestartet. An zwei Haltestellen unterwegs stiegen weitere Fahrgäste zu. Der Busse hatte etwa ein Drittel des Weges zurückgelegt. Nach dem frühmorgendlichen Unfall bei Karlsruhe bildeten sich von der A 8 aus Richtung Pforzheim her kommend Rückstaus bis zum Autobahndreieck von teilweise bis zu 20 Kilometern. Auf der A 5, die mehrere Stunden voll gesperrt blieb, bildete sich ein Stau von bis zu zehn Kilometern. Auch auf der Südtangente B 10, der Karlsruher Stadtautobahn – von der Autobahn in Richtung Südpfalz, stauten sich die Fahrzeuge teilweise zehn bis zwölf Kilometer bis zur Rheinbrücke.

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