Mit Witz und Präzision begeisterten die Real Comedian Harmonists das Publikum im Bad Wildbader Kursaal. Zum Jahresausklang präsentierten sie die Konzertrevue „Hell ist die Nacht“.
Mit tosendem Applaus verabschiedete das Publikum im voll besetzten Kursaal von Bad Wildbad die Real Comedian Harmonists mit ihrer Konzertrevue „Hell ist die Nacht“. Zum festlichen Jahresausklang hatten die Männer im Frack den historischen Saal mit viel Humor und vokaler Perfektion geradezu zum Brodeln gebracht.
Dass die berühmte Formation längst eine feste Größe in Bad Wildbad ist, betonte Thomas Käppler, Vorstand des Fördervereins Königliches Kurtheater Wildbad, gleich zu Beginn seiner Ansprache. Die Comedian Harmonists seien „schon mehrfach zu Gast gewesen“, bislang jedoch meist im sommerlich-warmen Königlichen Kurtheater. Umso besonderer sei dieser Abend, an dem das Ensemble erstmals den festlich geschmückten Kursaal bespielte.
Charmant und mit feinem Humor führte Pianist Florian Fries durch das Programm. Er begleitete die A-cappella-Passagen nicht nur virtuos am Flügel, sondern nahm das Publikum auch moderierend mit auf eine kleine Zeitreise. Dabei ließ er schmunzelnd wissen, dass die historischen Comedian Harmonists ursprünglich gar kein eigenes Weihnachtsprogramm vorgesehen hatten. Gerade deshalb sei es umso reizvoller, diese festliche Auswahl zu präsentieren, die Fries so formulierte: „Wir wollen ein möglichst naturgetreues Abbild schaffen oder zumindest so klingen, wie es damals geklungen hat.“ Ein Anspruch, der an diesem Abend Wirklichkeit wurde.
Von schwarzem Frack zum bunten Norweger-Pullover
Den Abend eröffneten die Real Comedian Harmonists festlich, im schwarzen Frack gekleidet, mit dem deutschen Weihnachtsklassiker „Süßer die Glocken nie klingen“.
Das Repertoire des Abends umfasste die großen Weihnachtsklassiker in deutscher und englischer Sprache. So erklang etwa „Dreaming of a White Christmas“, ein Lied, das die Sehnsucht nach einer verschneiten Weihnacht weckt. Ebenso mit dabei: „Let It Snow“, einer der bekanntesten Winter- und Weihnachtsklassiker, obwohl er erstaunlicherweise kein einziges Mal Weihnachten erwähnt.
In bunten Norweger-Pullovern gekleidet interpretierten die sechs Männer das deutsche Weihnachtslied „Leise rieselt der Schnee“, bevor sie mit „Merry Christmas“ und dem festlichen „Adeste Fideles“ einen feierlichen Höhepunkt setzten.
A-cappella-Liebhaber zeigt sich begeistert
Alexander Bühl aus London zeigte sich begeistert: „Musikalisch ist das sehr gelungen. Ich erkenne die Stimmen der Comedian Harmonists tatsächlich wieder, und die Komplexität der Arrangements ist grandios.“ Besonders hob er die Authentizität hervor: „Sie versuchen, die Comedian Harmonists so klingen zu lassen, wie man sie damals gehört hat. Als A-cappella-Liebhaber genieße ich das sehr.“
Mit einer Eigenkomposition und traditionellen Melodien
Nach der Pause begeisterten die Real Comedian Harmonists, in roten Jacketts gekleidet, mit der Eigenkomposition „Hell ist die Nacht“ von Florian Fries. „O Tannenbaum“, dessen Melodie seit Jahrhunderten Tradition hat, präsentierte das Sextett mit harmonischer Präzision und mit warmem Klang entführten sie mit „Schlaf, mein Kind“ in die besinnliche, heimelige Seite der Weihnachtszeit.
Im Anschluss, nun in weißem Frack, brachten die sechs Herren mit Augenzwinkern, Spielfreude und Tanzeinlagen die englischen Klassiker „Rudolph, the Red-Nosed Reindeer“ und „Frosty the Snowman“ auf die Bühne. Ein besonders stimmungsvoller Moment war „The Little Drummer Boy“, vorgetragen in typischer A-cappella-Manier, gefolgt vom gefühlvollen „Hallelujah“, das mit harmonischer Präzision den Kursaal erfüllte.
Das Publikum darf einen Wunsch äußern
Doch das Ensemble hatte noch mehr Überraschungen parat: Da viele Klassiker aus dem Repertoire der historischen Comedian Harmonists ursprünglich nicht für ein Weihnachtsprogramm vorgesehen waren, durfte sich das Publikum einen Titel wünschen und erhielt mit Gioachino Rossinis Ouvertüre zu „Der Barbier von Sevilla“ eine virtuose Interpretation von Tobias Rusnak, Loïc Schlentz, Michael Rapke, Lénárd Kókai, Tobias Hagge und Florian Fries. Mit Leichtigkeit und Präzision brachte das Sextett die spritzige Melodie auf die Bühne und bewies erneut sein breites musikalisches Spektrum.
Besinnliche Atmosphäre trifft ausgelassene Stimmung
Mit sanfter Intonation und harmonischer A-cappella-Perfektion gab es mit „Have Yourself a Merry Little Christmas“ eine besinnliche Atmosphäre.
Als Abschluss des Abends, nun mit roten Zipfelmützen, präsentierten sie nicht nur den spanischen Weihnachtssong „Feliz Navidad“, der ausgelassene Stimmung verbreitete und zum Mitsingen einlud, sondern auch als finale Zugabe einen der berühmtesten Titel der Original Comedian Harmonists: „Mein kleiner grüner Kaktus“. Mit witzigen Gesten, Pointen und aufeinander abgestimmten Stimmen brachte das Sextett das Publikum zum Toben.
Begeisterte Stimmen aus dem Publikum
Dieter und seine Frau Nicole Stanietz aus Stuttgart waren eigens gekommen, um das Weihnachtsprogramm zu hören, nachdem sie die Real Comedian Harmonists bereits im Sommer erlebt hatten und von diesem Auftritt begeistert waren. Das Erinnerungsfoto, das sie damals gemacht hatten, brachten sie zum Signieren mit.
Auch Brigitte Gomolzig aus Stuttgart ist ein Dauerfan des Ensembles. Im Jahr 2025 hat sie stolze 15 Vorstellungen der Real Comedian Harmonists besucht. „Jedes Konzert mit den Real Comedian Harmonists bedeutet für mich ein großes Stück Glück. Die großartigen Stimmen der fünf exzellenten Sänger und die wunderbare Pianobegleitung begeistern mich ebenso wie die ausgeklügelte Choreographie. Die Mimik und Gestik, der enorme Elan und der Witz voller Leichtigkeit und Spielfreude lassen mich den Alltag vergessen. Eine Veranstaltung wie diese garantiert für mich einen Abend voller Gute-Laune-Momente.“ Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.