Die Hesse-Stadt feiert gleich doppelt Jubiläum: Die Sause zieht sich über drei Tage und begeistert die Bürger genauso wie den Organisator.
Drei Tage Stadtfest, und Nicolai Stotz könnte am Sonntagnachmittag nicht zufriedener sein: „Fantastisch, man kann es sich nicht besser wünschen“, sagt Stotz. Auch die Rückmeldungen seien durchweg positiv. „Es war die Rede vom lang ersehnten Wir-Gefühl und von guten Vibes.“ Und die Stimmung, die sei einfach mega.
Nicolai Stotz freut das besonders, weil er das Jubiläumsfest anlässlich 950 Jahre Calw und 50 Jahre Stadtfest organisiert hat. Dafür hatte er lediglich vier Monate Zeit – und die genutzt, um Calwer Vereine, Institutionen und Unternehmen mit ins Boot zu bekommen. Diese bereichern das Fest nicht nur mit ihren Ideen, sondern auch mit ihrer Mitarbeit. Auf der Bühne am Marktplatz spielt am Nachmittag die Stadtkapelle Calw, in der Lederstraße gibt es unter anderem italienische oder türkische Spezialitäten, auf dem Brühl bewirtet die kroatische Kulturgemeinschaft, und nahe des Rathauses sind die Partnerstädte Weida, Latsch und Collina d’Oro mit Ständen vertreten.
Alleine, sagt Stotz denn auch, hätte er so ein Fest nie zustande bringen können. Es lebt vom Engagement vieler, das mache das Fest aus. Das Jubiläumsfest sei eines „von Calwern für Calwer“.
Frische Ideen kommen an
Seit 50 Jahren werden in der Hesse-Stadt Stadtfeste gefeiert, zuletzt 2022. Den typischen Stadtfestcharakter wollte Nicolai Stotz erhalten. Gleichzeitig hat er mit seinem Konzept auch Neues gewagt: etwa die Kleinkunst- und Singer-Songwriter-Bühne auf dem Hermann-Hesse-Platz, die sehr gut angekommen seien.
Und auf der unteren Brücke legten am Freitag- und Samstagabend Calwer DJs auf, dazu gab’s Cocktails. Die Brücke sei voller tanzender, junger Menschen gewesen – dabei kriege man sonst gerade junge Menschen kaum aufs Stadtfest.
Es ist die Mischung, die so gut ankommt: die Mischung aus Bewährtem und aus neuen, frischen Ideen. So können Kinder etwa Gokart fahren mit der Polizei, Baum klettern auf dem Brühl oder Wasser spritzen bei der Feuerwehr. Und natürlich dank der ENCW kostenlos Runden im Riesenrad drehen.
Mit VfB gelingt ein Coup
„Ich möchte ein Stadtfest für alle“, sagt Nicolai Stotz. Dazu gehört auch, dass dieses Mal auf keinem der Laufwege Kabelstränge ein Hindernis darstellen für Rollstuhlfahrer oder Besucher mit Rollator. Und wer Unterstützung benötigt, der kann sich von Ehrenamtlichen übers Fest begleiten lassen.
Ein Coup gelungen ist Stotz auch mit der „VfB im Ländle“-Sommertour: Die macht am Sonntag am unteren Ledereck Station und zieht die Massen an. Als Stotz bei den Stuttgartern einfach mal anfragte, hätte er nie gedacht , dass sie zusagen würden. Den DFB-Pokal hatte der VfB damals auch noch nicht gewonnen. Doch genau der steht am Sonntag am unteren Ledereck und Fans können sich damit fotografieren lassen – wenn sie genug Geduld für die lange Schlange mitbringen.
Das Fest ist trotz der Hitze sehr gut besucht – der Organisator schätzt grob, dass es an den drei Tagen in Summe etwa 23 000 bis 25 000 Besucher sind. Also in etwa so viele, wie Calw Einwohner hat, freut sich Stotz. Die ganze Stadt feiert mit.