Die Narrenzunft Waldmössingen feierte ihren 90. Geburtstag mit einem kleinen Festakt. Foto: Herzog

Mit einer Ausstellung im Zigeunerhäusle und einem kleinen Festakt hat die Narrenzunft Waldmössingen die Feierlichkeiten zum 90-jährigen Bestehen eingeläutet. Bis heute standen ihr sechs Präsidenten vor.

Angesichts zahlreicher Ehrengäste, Mitglieder und Besucher war das von den Obernarren organisierte und betitelte „Festäktle“ am Sonntagnachmittag deutlich untertrieben.

 

Nach dem musikalischen Narrenmarsch mit der Jockele-Kapelle erinnerte Zunftpräsident Manuel Häring an die Vereinsgründung vor exakt 90 Jahren am 16. Februar 1935 im Gasthaus „Kreuz“, bei der sich 40 Narren trafen. 23 davon trugen sich als Gründungsmitglieder ein.

Seit geraumer Zeit heiße das Motto der Narrenzunft Waldmössingen „Traditionen leben“. In der schwäbisch-alemannischen Fasnet sei es jedoch auch Tradition, dass sie ständig einem Wandel unterliege.

Fasnet schon vor Zunftgründung

In Waldmössingen habe es schon lange vor der Gründung der Zunft eine gelebte Dorffasnet gegeben, wie das Ausgabenbuch des Kaufmanns Christian Haas belege. Und im Generalwarengeschäft Gruber seien bereits im Jahre 1865 Holzmasken zum Kauf angeboten worden, hatte Häring recherchiert.

Sauwadelessen als Tradition

Eine weitere Tradition der Waldmössinger Fasnet sei das vom Männergesangverein 1932 ins Leben gerufene Sauwadelessen. Nach dem zweiten Weltkrieg habe bereits 1946 wieder eine kleine Fasnet im Kreuz stattgefunden. 1963 habe sich die Hanselgilde gegründet, 1965 sei der Schantle hinzugekommen.

„Die beste Entscheidung aus meiner Sicht war der Beitritt der Hanselgilde zum Narrenfreundschaftsring Oberer Neckar (ON) 1969. Nur ein Jahr später habe sich endlich die Narrenzunft als Verein wiedergegründet“ so der Präsident erleichtert. Ein drittes Narrenkleid sei 1989 mit dem Jockele hinzugekommen, das sich allergrößter Beliebtheit erfreue.

Insgesamt sechs Präsidenten

Seit dem Gründungstag habe die Zunft mit Carl Kimmich, Eugen Kimmich, Horst Erath, Erich Fus, Siegfried Erath mit ihm sechs Präsidenten gehabt, zählte der Narrenchef auf.

Fasnet fest verankert

Ortsvorsteher Reiner Ullrich gratulierte im Namen des Ortschaftsrats und der Ortsverwaltung. Er finde es toll, wenn Traditionen und Kulturgüter mit einer Ausstellung dokumentiert würden. Dass die Fasnet in Waldmössingen so fest verankert sei, bedeute in dem katholisch geprägten Ort keine Überraschung.

Fasnet sorgt für Auszeit

Da es im Leben auch mal eine Auszeit bauche, dafür sorge die Fasnet. „Die wird in Waldmössingen immer ausgiebig gefeiert“, stellte Ullrich fest. Die Gründung in den 30er Jahren sei von Ordnung und Kontrolle geprägt gewesen. Die Narrenzunft habe dafür gesorgt, dass die Fasnet in geordneten Bahnen stattfinde und dies habe sie all die Jahre gut hinbekommen. „In Waldmössingen können alle froh sein, dass die Narrenzunft nach dem Krieg wiedergegründet wurde, wenn auch erst 1970“, hob der Ortsvorsteher hervor.

Glückwünsche des Narrenrings

Ringpräsident Achim Seepold (Hochmössingen) räumte ein, er könne seine „Grotta-Gosch“ nicht halten und überbrachte die Glückwünsche aller Präsidenten des Rings Oberer Neckar. Die Zunft habe heute einen wirklichen Grund zum Feiern, 90 Jahre „goarnete“ Fasnet.

Sie sei eine große Stütze im Ring, weshalb er nur raten könne: „Macht weiter so“.

Auch Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr gratulierte der Jubelzunft zum 90. Geburtstag und warb für die Fasnetsbroschüre der Stadt.

Nach weiteren musikalischen Kostproben der Jockele-Kapelle lud Präsident Manuel Häring zum kalten Büfett und zum Besuch der Ausstellung im Zigeunerhäusle ein, in dem auf die Kinder eine Mitmach-Aktion wartete.

Narrenzunft Waldmössingen in Zahlen

Mitglieder:
 588 – jemals für die Zunft aktiv: 975

Obernarren:
37

Ehrenmitglieder:
87

Aktive im Elferrat und Gildeausschuss:
40

Narrenkleider:
451, davon 179 Hansel, 70 Schantle, 187 Jockele, 14 zunfteigene Kleidle, ein Urhansel und ein Bennerrössle.

Balletttänzerinnen: 
48 in drei Balletts