Ein Leben für die Gemeinschaft: Joachim Buck, promovierter Jurist und Träger des Bundesverdienstkreuzes, wird an diesem Dienstag, 90 Jahre alt.
Fragt man den ehemaligen langjährigen Verwaltungsdirektor des deutsch-französischen Forschungsinstituts (ISL) in St. Louis nach seinem Wohlbefinden, antwortet er: „So wie immer, es zwickt mal hier und mal da, doch es ist alles noch im grünen Bereich.“ Joachim Buck, auch mit 90 Jahren vielfältig interessiert, kann an seinem heutigen Ehrentag auf ein bewegtes, zufriedenes und erfolgreiches Leben zurückblicken.
Er ist für sein ehrenamtliches Engagement nicht nur mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden, sondern auch mit dem Nationalen Verdienstorden Frankreichs. Damit würdigte das Nachbarland seine Verdienste um die deutsch-französische Zusammenarbeit, für die er sich 30 Jahre eingesetzt hatte.
Joachim Buck ist in Kiel geboren und in Schleswig-Holstein aufgewachsen. Nach Abitur, Jurastudium und Promotion war er in einer Rechtsanwaltskanzlei in Kiel tätig, ehe er zur Wehrbereichsverwaltung Schleswig-Holstein wechselte.
Seine beruflichen Stationen waren das Verteidigungsministerium in Bonn, von 1974 bis 1978 als Leiter der Bundeswehrverwaltungsstelle im französischen Fontainebleau mit Zweigstelle Marseille, danach zurück nach Bonn mit einer international ausgerichteten Tätigkeit im Verteidigungsministerium mit vielen Auslandsaufenthalten und schließlich Verwaltungsdirektor beim ISL.
1981 endeten die Ortswechsel für ihn und seine Frau Renata, mit der er seit bald 65 Jahren verheiratet ist und mit der er eine heute in London lebende Tochter und einen in Brüssel wohnenden und bei der Nato tätigen Sohn hat.
Ötlingen als neue Heimat
Ötlingen wurde zur neuen Heimat, hier fühlten sie sich dazugehörig. Auch wenn das Ehepaar Buck 2003 sein Haus mit Garten verkaufte und am Messeplatz in Weil am Rhein eine Eigentumswohnung bezog, sind die Kontakte ins Art-Dorf bis heute geblieben.
Regelmäßig sind Bucks in Ötlingen anzutreffen. „Ein soziales Netz, das wir hier in 45 Jahren aufgebaut haben, gibt man nicht auf“, war immer ihr Motto. Wie sagt der ehemalige begeisterte Segler: „Heimatgefühle verspüre ich jedes Jahr, wenn wir alte Freunde in Schleswig-Holstein an der dänischen Grenze besuchen:
„Denn einmal im Jahr muss ich Salzwasser und Tang riechen. Doch unsere Heimat ist längst hier im schönen Dreiländereck.“
Joachim Buck engagierte sich bis zu seinem Wegzug nach Weil 19 Jahre im Ötlinger Ortschaftsrat und 30 Jahre im Kirchengemeinderat.
Kirchliches Engagement
Bis heute sind Bucks Mitglieder der Ötlinger Kirchengemeinde. Sein starkes Engagement als überzeugter Christ beschränkte sich nicht nur auf die örtliche Gemeinde, sondern weitete sich bis zur überregionalen Ebene aus: von 1990 bis 2008 gehörte der Jubilar der Landessynode an, zudem stand er zwölf Jahre an der Spitze des Finanzausschusses.
Schon vor Jahren machte ihm der Abbau der Pfarrstellen Sorgen: „Ohne Pfarrer geht das kirchliche Leben zurück.“ Darüber hinaus war Buck 24 Jahre Bezirkssynodaler sowie im Landeskirchen- und Verwaltungsrat der Evangelischen Stiftung Pflege Schönau tätig. Rat und Tat waren 20 Jahre im Vorstand und Aufsichtsrat der Tüllinger Höhe geschätzt.
Eigene Akzente gesetzt
Auch in der Kommunalpolitik setzte Buck einige Akzente. Neben seiner langjährigen Tätigkeit als Ötlinger Ortschaftsrat engagierte er sich im Weiler FDP-Ortsverband. 20 Jahre war er stellvertretender und fünfeinhalb Jahre Vorsitzender.
Mit seiner liberalen Partei, in die er noch zu Bonner Zeiten eingetreten war, hat er aber gebrochen. Denn aus Protest über „den vom damaligen Parteichef Christian Lindner provozierten Ausstieg aus der Ampelregierung“ hat er das FDP-Parteibuch zurückgegeben.
In Vereinen aktiv
Seit mehr als 40 Jahren singt Buck „mit viel Freude“ im Gesangverein. In der Zeit vor und nach dem 175-Jahr-Jubiläum hatte er auch zwei Jahre den Vorsitz des Gesangvereins inne. Als begeisterter Square Dancer stand er zehn Jahre dem Country- und Westernclub Dreiländereck vor.
Mit seiner Frau gehörte er zu den Gründern der Ötlinger Dorfstube. Rückblickend weiß Buck nicht, wie er Familie, Beruf und Ehrenämter unter einen Hut brachte. „Es war jedenfalls nur möglich mit einer starken Frau an meiner Seite.“