Bad Herrenalb wird im kommenden Jahr 875 Jahre alt. Anlässlich dieses Jubiläums sind zahlreiche Veranstaltungen geplant, von denen die Stadt auch in Zukunft noch profitieren soll.
Bürgermeister Klaus Hoffmann gab in einer Pressekonferenz in Karlsruhe einen Einblick in die geplanten Feierlichkeiten zum 875-jährigen Bestehen von Bad Herrenalb.
Als Auftakt berichtet Bernhard Lohner im Mönchsgewand der Zisterzienser von den bescheidenen Anfängen des Klosters, das als Keimzelle der Kurstadt betrachtet wird.
Historie „Die Geschichte des Klosters beginnt im Jahr 1149, als 13 Mönche im Albtal ankamen und mit Unterstützung der Ebersteiner das Kloster erbauten“, so Lohner, der zur Gründungsgeschichte der Stiftung Alba Dominorum in die Person von Abt Bernhard schlüpft: „1147 war ich Mönch im Kloster Neuburg im Elsass und zudem Beichtvater von Berthold III. von Eberstein, der mit dem zweiten Kreuzzug ins Heilige Land zog.“ 1148 fürchtete der Ebersteiner um sein Seelenheil und schwor: „Wenn ich lebend nach Hause komme, dann werde ich ein Kloster gründen.“
1149 wurde Abt Bernhard vom Mutterkloster in Neuburg entsandt, um an der Alb ein neues Kloster zu gründen. Über die Jahrhunderte durchlief das Kloster verschiedene Phasen, von der Zugehörigkeit zu verschiedenen Adelsfamilien bis hin zur Zerstörung im 17. Jahrhundert. Erst mit der Kaltwasserheilanstalt 1839 gab es neuen Aufschwung für den Ort, der sich fortan als Sommerfrische und Kurort etablierte.
„1890 gab es ein Kurmittelhaus und Herrenalb wurde zu einer Destination, wie man heute sagen würde“, führt Hoffmann aus, der zudem betont, dass sich die Stadt kontinuierlich weiterentwickelt hat. „Insbesondere mit der Eröffnung der Bahnstrecke zwischen Karlsruhe und Herrenalb im Jahr 1898 und der Entdeckung einer mineralreichen Quelle in den 1960er-Jahren bietet Bad Herrenalb als heilklimatischer Kurort mit Wald, Wasser und Luft ein echtes Pfund was das Thema Natur anbelangt.“
Kulturelle Höhepunkte
Feierlichkeiten „Im kommenden Jahr feiern wir 875 Jahre Herrenalber Geschichte. Das ist zwar kein runder Geburtstag, aber man soll ja Feste feiern, wie sie fallen“, so Hoffmann, der als Stadtoberhaupt betont: „2024 ist ein Schaltjahr und wir haben 366 Tage die Möglichkeit unser Jubiläum zu feiern.“
Geplant sind zahlreiche Veranstaltungen. Darunter ein Neujahrskonzert im Januar, ein Sommernachtstheater mit Kindern im Februar, internationale Tanz- und Singfestivals im März, ein Wanderopening im Mai, das in Kooperation mit der Höhengemeinde Dobel lockt und ein Vereins- und Familienwochenende, das am 16. Juni 2023 auf der Schweizer Wiese veranstaltet wird. Am 20. Juli laden die Stadtwerke Bad Herrenalb und die Interessengemeinschaft (IG) Freibad zum „Sommerfest im Freibad“ ein und der Naturparkmarkt öffnet am 30. Juni seine Pforten. Am 3. und 4. August wird das Klosterfest gefeiert und der Herbstmarkt lockt am 29. September an die Alb. Im Dezember findet der Adventsmarkt an zwei Wochenenden am 7. und 8. sowie 14. und 15. Dezember statt.
„Darüber hinaus wird es viele kulturelle Höhepunkte geben und mit Aufführungen vom ‚Regionentheater aus dem schwarzen Schwarzwald’ sind nicht nur Kinderstücke, sondern auch Klassiker wie ‚Im Namen der Rose’ passend zu unserem Kloster in Planung.“ Hoffmann betont darüber hinaus das große Engagement der Bürgerschaft, die sich bereits seit dem 850-jährigen Feierlichkeiten zum Kloster und der kleinen Gartenschau im Jahr 2017 eingebracht hat. „Wir haben auch jetzt die Bürgerschaft eingeladen, um sich aktiv am Jubiläum zu beteiligen, und es werden verschiedene Projekte in Zusammenarbeit mit der Bevölkerung ins Auge gefasst.“
Stadt- und Musikgeschichte vereinen
Europa-Woche Auskunft gibt Sopranistin Miriam Kurrle als Sprecherin für das Handlungsfeld Kultur Stadtentwicklung Bad Herrenalb, die zur Europa-Woche die Aufführung von Beethovens 9. Symphonie ankündigt: „Mit unterschiedlichen Kooperationen von Chören, Solisten und Musikern wird es erstmals in Bad Herrenalb die Europa-Hymne in der Europa-Woche geben.“ Darüber hinaus sind Konzerte geplant, die die Stadt- und Musikgeschichte vereinen.
Zukunftsweisend Bürgermeister Hoffmann betont, dass so neben klassischen Veranstaltungen auch neue, dauerhafte Programmpunkte für die Zukunft initiiert werden sollen. „Die Stadt wünscht sich, die Bevölkerung einzubinden und gemeinsam mit Gästen ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine zu stellen.“
Die Feierlichkeiten sollen Bad Herrenalb als Kraftort und Erholungsziel hervorheben, das weit über die regionalen Grenzen bekannt ist. Das Jubiläum wird als „fließende Geburtstagsfeier“ betrachtet, bei der auch Ideen zu unkonventionellen Veranstaltungen, wie eine Après-Ski-Party oder ein Pop-Event auf der Schweizer Wiese in Erwägung gezogen werden.
Abschließend wurden Wünsche und Hoffnungen für das Jubiläumsjahr ausgedrückt, mit dem Ziel, gemeinsam mit der Bürgerschaft und den Gästen ein festliches und vielfältiges Programm zu gestalten und Bad Herrenalb im kommenden Jahr ins Rampenlicht zu rücken.