Am Dienstag feiert Dieter Wößner seinen 85. Geburtstag. Der Ex-Banker galt einst als einer der wichtigsten Deutschen. Das aktuelle Weltgeschehen verfolgt er mit Sorge.
Dieter Wößner aus Calmbach hat ein Stück Wirtschaftsgeschichte maßgeblich mitgestaltet. In seiner aktiven Zeit gehörte Wößner zu den maßgeblichen Bankern in Deutschland. Am Dienstag, 10. Februar, feiert er seinen 85. Geburtstag.
Der Banker Die Liste von Wößners Funktionen in seiner aktiven Laufbahn ist lang: Aufsichtsratsmitglied und Mitglied der Bilanzprüfungskommission der Bausparkasse Schwäbisch Hall AG, Verwaltungsratspräsident der GZB-Bank, einer Schweizer Privatbank mit Sitz in Zürich, Aufsichtsratsmitglied der R+V Versicherung AG in Wiesbaden, Aufsichtsratsvorsitzender und Mitglied der Bilanzprüfungskommission, der Kreditkommission und des Personalausschusses der Südwestbank AG, in Stuttgart. Und das ist nur ein kleiner Ausschnitt seiner Posten.
Förderer gehabt
Seine Entscheidung, Banker zu werden, hat Wößner nie bereut.
Ihn hat die „unendliche Bandbreite“ dieses Berufes und der Umgang mit Menschen fasziniert. Seine Spitzenpositionen erreichte er durch Fleiß und Ehrgeiz, ist Wößner überzeugt. Er habe aber auch Glück gehabt, indem er Förderern begegnet sei.
„Ganz allein schafft man es nicht“, sagte er aus Anlass seines 70. Geburtstages vor 15 Jahren im Gespräch mit unserer Redaktion. Denn automatisch in die Wiege gelegt war dem Schramberger Uhrmachersohn diese Karriere keineswegs.
Ehrenamt Im Jahre 1993 wurde Wößner in einem Forsa-Ranking zu den wichtigsten Deutschen gezählt – noch vor dem damaligen Kanzleramtsminister, wie sich Wößner im Gespräch mit unserer Redaktion erinnert. 2002 ging der Spitzenbanker in den Ruhestand.
Beim Roten Kreuz zuständig für Finanzen
Trotz der vielfältigen beruflichen Aufgaben engagierte sich Wößner stets ehrenamtlich.
So war er Elternbeirat am Aufbaugymnasium in Lahr sowie an der Grund- und Realschule in Calmbach. 15 Jahre war Wößner geschäftsführendes Vorstandsmitglied beim Kreisverband Calw des Deutschen Roten Kreuzes und in dieser Funktion zuständig für die Finanzen.
Gläubiger Katholik
Zehn Jahre lang war der gläubige Katholik im Kirchengemeinderat aktiv, ebenso lange wie seine Frau Birgitta. Beide waren aber nicht zeitgleich in diesem Gremium. Das ist nach dem Kirchenrecht nicht zulässig. Wößner singt auch im Kirchenchor (Bass).
Sport Darüber hinaus treibt Wößner viel Sport. Er ist bei den Jedermännern des Turnvereins Calmbach aktiv. Er spielt Volleyball, Hockey, macht Gymnastik und trainiert seinen Rücken.
Wößner engagiert sich im Schwarzwaldverein Calmbach und wandert gerne.
Fasnet Da Wößner aus der Fasnets-Hochburg Schramberg stammt, hat es ihm auch die fünfte Jahreszeit angetan. Er besitzt einige Narrenfiguren und Masken.
Reisen Außerdem reist Wößner gerne mit seiner Frau. Das Ehepaar war unter anderem in Australien, Nord- und Südamerika oder auf den Galapagosinseln.
Blick auf die Weltpolitik? Rege verfolgt Wößner nach wie vor das Weltgeschehen. Mit Sorge beobachtet er die Politik von US-Präsident Donald Trump.
Er hofft, dass auch der Nachfolger des derzeitigen Chefs der US-Notenbank Fed einen „breiten Rücken“ haben und die Unabhängigkeit der Fed verteidigen wird. Alles andere hätte negative Auswirkungen auf die Weltwirtschaft, ist Wößner überzeugt.
„Brutaler Egoist“
Die von Trump immer wieder verhängten Zölle bezeichnet Ex-Banker Dieter Wößner als „katastrophal“.
Den amerikanischen Präsidenten nennt er einen „halben Diktator“ und „brutalen Egoisten“: „Es ist nicht normal, was er macht.“