Die Aufenthaltsqualität im Königsfelder Ortskern – hier der Blick in die Friedrichstraße – soll verbessert werden. Foto: Helen Moser

Rund 85 000 Euro genehmigte der Gemeinderat für eine umfassende Neumöblierung des Ortskerns. Ziel ist die Verbesserung der Aufenthaltsqualität und damit die Stärkung des Einzelhandels.

Königsfeld - Laut Bürgermeister Fritz Link gehen der Gemeinde von 31,5 Millionen Euro Kaufkraft über sieben Millionen Euro verloren. Das war mit ein Grund für die Ansiedlung von Aldi und Rossmann. Von deren Kunden sollen auch örtliche Einzelhändler und Gastronomen profitieren.

 

PV-Anlagen passen nicht

Bei einem Potenzialspaziergang im Herbst 2021 waren innerörtliche Stärken und Schwächen Thema. Ein Ergebnis war die Erneuerung des Mobiliars im öffentlichen Raum. Laut Ortsbaumeister Gregor Schenk sind Sitzbänke- und Würfel, Abfallbehälter sowie Poller in verschiedenen Kombinationen angedacht. Pflanztröge könnten eine Abschirmung zur Straße bilden. Eine Elektrifizierung von Fahrradständern zum Laden von E-Bikes sei nur Marke Eigenbau möglich. Von Marielle Lupfer angesprochene Fotovoltaikanlagen an Laternen sind laut Schenk wohl nicht ausreichend. Von Einzelhändlern verlange man eine gewisse Zurückhaltung, da passten Fotovoltaikanlagen nicht, so Link, der auf den Ladepunkt am Busbahnhof verwies.

Werbung am Herrnhuter Haus "katastrophal"

Der "unattraktiven" Bebauung an der Kreuzung von Mönchweiler- und Stellwaldstraße könnte man laut Kurgeschäftsführerin Andrea Hermann mit Fotos in den Schaufenstern von Haus Just und Haus Augenweide begegnen. Bernd Möller wünschte sich, dass die dann öfter getauscht werden, Lupfer warb dafür, auch humorvolle Motive zu verwenden.

Als Alleinstellungsmerkmal könnte ganzjährig jeweils ein Herrnhuter Stern an den Kreuzungen von Stellwald- und Mönchweilerstraße sowie Friedrich- und Hermann-Voland-Straße für Aufmerksamkeit sorgen. Die Sterne seien ein Symbol für Weihnachten und sollten nicht für Marketingzwecke genutzt werden, so Jan-Jürgen Kachler. Das sahen mehre Räte ähnlich, auch wenn ihnen das Motto "Unter einem guten Stern – Einkaufen in Königsfeld" gefiel. Ebenso wie die Idee, mit dem Motto auf Bannern die Willkommenssituation an Ortseingängen zu verbessern. Dezent gemacht seien die Sterne ein möglicher Weg, so Bernd Möller. Stefan Giesel nannte in diesem Zusammenhang die Werbung am Herrnhuter Haus "eine Katastrophe". Die Sterne fand er aber gut.

Holzbänke haben zu großen Pflegeaufwand

Gelobt wurde von den Räten das durchgängige Gesamtkonzept. Die meisten sprachen sich für Metallbänke in Anthrazit aus. Hans Mack fürchtete, dass die sich im Sommer aufheizen. Das ist laut Schenk wohl ein Problem, Holz aber wegen des Pflegeaufwands keine Alternative. Dennoch plädierte Kachler für Holz und die Kompensation der Kosten über Patenschaften.

Weißer schlug vor, das Wort "Ortsmitte" auf Schildern durch "Zentrum" zu ersetzen. Marielle Lupfer fand eine Vereinheitlichung der Öffnungszeiten wichtig und plädierte für Stellplätze für Fahrräder mit Anhängern. Verschiedentlich wurden Gastronomiezonen, zum Beispiel vor dem "Sahnehäubchen", angesprochen. Birgit Helms nannte es wichtig, die Verweildauer zu erhöhen. Beate Meier sprach von einem guten Signal für den Kernort.

Gemeinderat stimmt zu

Um das Problem der Dauerparker anzugehen, schlug die Verwaltung schließlich vor, die Parkdauer von zwei auf eine Stunde zu verringern. Autos komplett aus der Friedrichstraße zu verbannen, ist laut Link aber nicht sinnvoll.

Der Gemeinderat stimmte für die Umsetzung der vorgestellten Maßnahmen, die insgesamt 85 000 Euro kosten. Der Betrag muss im Nachtragshaushalt eingestellt werden.