Entlang des idyllischen Höhenwegs bei Schweighausen möchte Bernhard Stöhr mehr Pausenbänke installieren. Foto: Boller

Für Wanderer gibt es oberhalb von Schweighausen zu wenig Gelegenheiten für eine Rast, findet Bernhard Stöhr. Der 84-Jährige möchte dies ändern und hat daher einen Spendenaufruf gestartet. Die Gemeinde ist mit im Boot.

Nicht nur aufgrund der tollen Aussicht liebt Bernhard Stöhr den zwei Kilometer langen Weg zum Schwabenkreuz und weiter zur Schutterquelle bei Schweighausen. Der 84-Jährige, der heute in Ettenheimmünster lebt aber in Schweighausen aufgewachsen ist, verbindet auch viele Erinnerungen mit dem Weg. „In den späten 40er-Jahren waren wir Kinder dort oft unterwegs. Wir haben Pilze, Heidelbeeren, Brombeeren und Himbeeren gesucht“, blickt der Senior im Gespräch mit unserer Redaktion zurück.

 

Aus Erzählungen wisse er, dass sein Großvater einst mit seiner Braut nach der Hochzeit im Jahr 1894 im Gasthaus „Zum Kreuz“ den Weg entlang einen Walzer getanzt hat. Doch etwas stört ihn: „Ist man zu Fuß unterwegs, schaut man sich bei Bedarf meist vergeblich nach einer Sitzgelegenheit um“.

Eine Situation, die Stöhr gerne ändern möchte. Er bezeichnet den Weg als „Dreh- und Angelpunkt für Wanderer“ in Richtung der Schutterquelle. Vor allem für Senioren will er den Weg mit mehr Sitzmöglichkeiten attraktiver machen.

Initiator Bernhard Stöhr ist in Schweighausen aufgewachsen. Foto: privat

Bereits im Juli hatte er im Amtsblatt zu Spenden aufgerufen. Zu dieser Zeit, berichtet Stöhr, gab es eine Begehung mit den zuständigen Revierleitern. Auf dem zwei Kilometer langen Weg wurden daraufhin sechs mögliche Stellplätze für Pausenbänke vorgemerkt. Die Wiesen und der Wald entlang des Wegs befinden sich in Privatbesitz. Stöhr hat die Eigentümer aus Schweighausen und Biederbach kontaktiert und um Erlaubnis gebeten. „Aus Schweighausen liegt von allen die schriftliche Zusage vor“, berichtet der 84-Jährige. Auch die Gemeinde Schuttertal ist mit an Bord. Der Bauhof, so Stöhr, übernimmt die Lieferung und Montage der Bänke und achtet auf die Sicherheit.

Pro Bank braucht es 500 Euro

Noch sind jedoch nicht genug Spenden zusammengekommen. Für eine Bank sind 500 Euro fällig. Stöhr braucht also 3000 Euro für sein Vorhaben und ist deshalb einen Schritt weitergegangen. Am Schwabenkreuz, wo die dritte Bank vorgesehen ist, hat er eine Infotafel mit einem Aufruf an „alle Naturfreunde und Gönner“ sowie eine Box mit Überweisungsträgern platziert. Vor Weihnachten, schätzt Stöhr, wurden schon etwa 50 Überweisungsträger entnommen. „Das Interesse ist da“, folgert der 84-Jährige erfreut. Eine Spende über 100 Euro sei bereits bei ihm eingetroffen. Im neuen Jahr legte er daher nach und stockte die Überweisungsträger auf.

Informationen zur Initiative gibt’s auch auf dem Wanderweg selbst. Foto: Boller

Allen Spendern, die 50 Euro oder mehr geben und dabei ihren Namen und Wohnort mitteilen, möchte sich der Senior erkenntlich zeigen. Die Namen der Spender sollen jeweils auf einer der sechs Bänke verewigt werden. Unter dem Stichwort „Initiative Schwabenkreuz“ können Interessenten an die Bankkontonummer DE03 6645 0050 0070 0425 45 spenden. „Es ist mir ein Anliegen, für meinen Heimatort kulturell noch etwas Gutes zu tun“, begründet Bernhard Stöhr sein Engagement.

Vorschläge für die Serie

Im Rahmen unserer Serie „Unsere aktiven Senioren“ stellen wir Menschen im Alter von mehr als 70 Jahren vor, die über das gewöhnliche Maß hinaus aktiv sind. Haben Sie, liebe Leser, Vorschläge für die Serie? Schreiben Sie gerne an stadt@lahrer-zeitung.de.