Mit den ersten frühsommerlichen Tagen ist in Lörrach das Plätschern der Brunnen zu hören: ein Signal für die Aufenthaltsqualität, Lebensfreude und urbane Identität der Stadt.
Brunnen sind seit Jahrhunderten fester Bestandteil europäischer Städte – einst als Wasserquelle, heute vor allem als Orte der Begegnung, der Abkühlung und des Verweilens. Sie prägen Plätze und Straßenräume, schaffen Atmosphäre und machen Stadtgeschichte im Alltag sichtbar. „Auch in Lörrach haben Brunnen eine besondere Bedeutung. Sie verbinden historische Tradition mit moderner Stadtgestaltung und sind wichtige Orientierungspunkte im öffentlichen Raum. Beim Innenstadtkonzept ’Straße - Platz - Zeichen’ wurden Brunnen gezielt als identitätsstiftende Elemente in die Gestaltung der Innenstadt eingebunden“, erklärt die Stadt in einer Mitteilung.
„Unsere Brunnen machen Lörrach lebendig. Sie verbinden Geschichte, Kunst und Aufenthaltsqualität und sind gerade an warmen Tagen wichtige Orte der Begegnung. Mit dem Start der Brunnensaison kehrt ein Stück Sommer in die Stadt zurück. Mein Dank gilt allen Ehrenamtlichen und Mitarbeitern der Stadt Lörrach für die Pflege und den Betrieb unserer Brunnen“, betont Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdić.
Wichtiger Beitrag zum Mikroklima
Brunnen leisten einen wichtigen Beitrag zum Mikroklima, indem sie durch Verdunstung und Wasserbewegung zur Kühlung ihres Umfelds beitragen und die Aufenthaltsqualität insbesondere an heißen Tagen verbessern.
74 Brunnen aktuell in Betrieb
Im Stadtgebiet gibt es 84 Brunnen. Davon sind aktuell rund 74 Anlagen in Betrieb, während zehn vorübergehend wegen Instandsetzungsarbeiten außer Betrieb sind oder demontiert wurden. Mehr als 30 Brunnen stehen unter Denkmalschutz und besitzen damit auch kulturhistorische Bedeutung. Zwei Trinkbrunnen, im Hebelpark und auf dem Alten Marktplatz. bieten zudem an warmen Tagen kostenloses Trinkwasser an. Abhängig von der Witterung werden auch die Wasserspielbereiche auf städtischen Spielplätzen aktiviert. Brunnen mit Quellwasserbetrieb laufen dagegen ganzjährig, sofern ausreichend Wasser vorhanden ist. Die saisonal betriebenen Brunnen, insbesondere Umlaufbrunnen und Anlagen mit Trinkwasseranschluss, bleiben in der Regel bis Ende September in Betrieb.
Umfangreiche Pflege und regelmäßige Kontrollen
Bevor die Brunnen nach der Winterpause wieder in Betrieb gehen können, sind umfangreiche Vorbereitungen notwendig. Dazu gehören Reinigungsarbeiten, technische Überprüfungen sowie bei einzelnen Anlagen, etwa im Hebelpark, bei den Trinkbrunnen und Nebelduschen auch mikrobiologische Untersuchungen der Wasserqualität.
Die Pflege und Wartung der städtischen Brunnen übernimmt das Werkhof-Team der Stadt. In der Innenstadt werden die Brunnen täglich kontrolliert und bei Bedarf gereinigt. Mindestens einmal pro Woche erfolgt eine gründliche Reinigung.
Aktuell verzögert sich die Inbetriebnahme der Brunnen Wolkenwaage und im Rosengarten wegen eines technischen Defekts, „das Werkhof-Team und das Team im Fachbereich Hochbau sind mit Hochdruck daran, den Start zu ermöglichen“, heißt es.
Auch Sanierungsmaßnahmen durch den städtischen Fachbereich Hochbau gehören zur Brunnenpflege. Für das Jahr 2026 sind mehrere Projekte im Stadtteil Stetten vorgesehen, darunter der Niederdorfbrunnen bei der Fridolinschule, der Hinterdorfbrunnen in der Schlossgasse, der Adlerbrunnen sowie ein Brunnen in der Mulsowstraße.
Verschmutzungen und Vandalismus
Neben regelmäßiger Wartung und Sanierungen fallen insbesondere Wasser- und Abwasserkosten an. Einige Brunnen werden über das Trinkwassernetz versorgt, wodurch jährlich Kosten entstehen. Insgesamt wurden zuletzt rund 100.000 Kubikmeter Trinkwasser pro Jahr über die Brunnen genutzt. „Das langfristige Ziel ist daher auch die Umstellung einzelner Anlagen auf Umlaufsysteme, bei denen Wasser wiederverwendet wird. Dafür wären jedoch umfangreiche technische Umrüstungen erforderlich“, erklärt die Stadt.
Zudem nehmen Verschmutzungen und Vandalismus zu, sodass zusätzliche Reinigungsmaßnahmen notwendig werden. Unterstützung erhält die Stadt dabei auch aus der Bürgerschaft: So engagiert sich die Brunnen-Initiative Stetten gemeinsam mit dem Werkhof für den Erhalt der Anlagen. In Tumringen kümmert sich außerdem eine Nachbarschaftsgruppe um einen Brunnen in der Burgstraße.
Nutzung der Brunnen: Appell an die Bürger
Die Nutzung der Brunnen ist grundsätzlich erlaubt, allerdings gelten klare Regeln zum Schutz der Anlagen. Pumpen oder Schläuche dürfen nicht verwendet werden, um größere Wassermengen zu entnehmen. Aber: „Die Entnahme kleiner Mengen Wasser, etwa mit Gießkannen oder Eimern zum Bewässern von Blumen oder Kübelpflanzen oder auch der Bäume und Sträucher im öffentlichen Raum, ist zulässig.“