Ein Top-Debüt feierte der neue Schwenninger Point Guard David Cohn gegen Bremerhaven. Foto: Michael Kienzler

Erstmals haben die wiha Panthers Schwenningen in der ProA – im siebten Anlauf – die Eisbären Bremerhaven besiegt. Vor 670 Zuschauern hieß es in der heimischen Deutenberghalle am Ende nach einem Krimi 83:81 für Schwenningen.

Diese neue Panthers-Mannschaft macht richtig Spaß. Um einen herausragenden Point Guard David Cohn, der im orangefarbenen Trikot sein Debüt feierte, brannten die Neckarstädter in der ersten Halbzeit ein lange nicht mehr gesehenes Offensiv-Feuerwerk gegen die in dieser Phase überforderten Gäste aus Bremerhaven ab. Die Panthers verteidigten hart und erfolgreich, ließen nach schnellen Umschaltaktionen den Ball in ihrer Offense-Zone hervorragend laufen. Eine richtig attraktive Vorstellung in der ersten Halbzeit. Das erste Viertel war mit 32:18 an die Schwenninger gegangen, im zweiten Abschnitt führten sie zwischenzeitlich sogar gegen einen der ProA-Meisterschaftfavoriten mit 22 Punkten und lagen zur Pause mit 52:40 vorne.

"Wir sind taktisch sehr diszipliniert und mit viel Tempo in dieses Spiel hineingekommen. Genauso wie wir es uns vorgestellt hatten", lobte später Panthers-Coach Alen Velcic.

Eisbären steigern sich

In der zweiten Halbzeit veränderte sich jedoch das Bild auf dem Feld. Die Panthers wurden etwas nachlässig in ihren Aktionen, besaßen plötzlich ziemliche Nachteile beim Rebounding und kassierten von den Hanseaten um deren starken neuen Spielmacher Carrinton Love (22 Punkte) einige Dreier, die wehtaten. Die Eisbären schickten sich an, auf die Überholspur zu kommen und lagen vor dem Schlussviertel nur noch mit drei Punkten (64:67) hinten. Acht Minuten vor dem Ende gingen die von vier Fans begleiteten Bremerhavener erstmals (68:67) in Führung. Es entwickelte sich in der Schlussphase ein Krimi, in dem die Panthers einen großen Siegeswillen zeigten und kämpferisch alles in die Waagschale warfen. Quattarius Wilson glich (2:21 Minuten vor dem Ende) zum 76:76 aus und brachte sein Team auch mit 78:76 in Führung. Wenige Augenblicke vor dem Ende der regulären Spielzeit lagen die Gastgeber mit 83:81 vorne, als bei den Eisbären Ethan Alvano mit der letzten Aktion einen Dreierwurf vergab.

Panthers beißen sich durch

"Wir haben im dritten Viertel den Faden verloren, hatten im Rebounding Nachteile, weil uns auch Till Isemann noch gefehlt hat. Aber wir sind nicht kollabiert, wie vielleicht in einer gleichen Situation in den vergangenen Jahren, sondern haben das Spiel am Ende auf unsere Seite gebracht. Unsere Fans waren heute wieder am Ende der mitentscheidende Rückhalt", freute sich Panthers-Coach Alen Velcic. Und weiter: "Ich freue mich sehr auf die Saison mit dieser Mannschaft."

Auch Schwenningens Neuzugang Kelvin Okundaye lobte die tolle Stimmung in der Deutenberghalle: "Es war ein intensives Spiel von zwei offensiv starken Teams."

Bremerhavens Trainer Michael Mai, der in der ersten Auszeit im ersten Viertel sehr laut an der Gästebank gewesen war, sah letztendlich einen verdienten Schwenninger Sieg. "Wir sind früh einem zu großen Rückstand nachgelaufen, haben den Panthers zu viel zugelassen. Aus diesem Spiel müssen wir lernen."Punkte Panthers: Grant Sitton (10), Quattarius Wilson (12), Leon Hoppe (5), Kelvin Okundaye (2), Raiquan Clark (21), Lennard Larysz (2), Chris Frazier (19) und David Cohn (12).