Ein Bild aus der Vergangenheit: Huso Kavazovic spielt nicht mehr für den FC Bad Dürrheim. Foto: FC Bad Dürrheim

Der FC Bad Dürrheim geht gegen den FV Möhringen mit 0:18 unter. Torhüter Huso Kavazovic flüchtet während des Spiels und schaut sich nach neuen Aufgaben um. So reagiert der Keeper auf die Vorkommnisse.

Gehen bei den Salinenstädtern die Lichter aus? Über vier Jahrzehnte spielten die Kurstädter in der Landes- und Verbandsliga. Nun scheint es in nur sechs Jahren mit drei Abstiegen im Fahrstuhl direkt wieder nach unten zu gehen.

 

Trainer Kicic

Der verheerende Negativ-Rekordlauf mit 16 Niederlagen, null Punkten und 8:81-Toren erreichte am Wochenende beim 0:18-Debakel gegen den FV Möhringen einen weiteren Tiefpunkt. Trainer Predrag Kicic, der als Spieler beim BSV 07 Schwenningen in der Landesliga schon deutlich bessere Zeiten erlebt hat, ist nicht zu beneiden.

Kicic teilt auf Nachfrage mit: „Es wurde meiner Meinung nach genug über die 0:18-Niederlage geschrieben. Ich möchte dazu keinen weiteren Kommentar geben.“

FVM-Trainer Sheriff Bah

Sein Möhringer Trainerkollege Sheriff Bah rieb sich verwundert die Augen: „Da tut einem der Gegner schon leid und es macht – ehrlich gesagt – auch keinen großen Spaß zuzuschauen, wenn man so hoffnungslos überlegen ist. Wir hatten noch weitere Chancen um über 20 Treffer zu erzielen.“

Knipser Maximilian Bell hat Mitleid mit dem Gegner

Die Mannschaft von Bah kannte gegen Bad Dürrheim keine Gnade: Seine drei Torjäger Maximilian Bell, Jonathan Bell und Mohammed Gomina steuerten 13 Tore bei und haben zusammen in der Liga 52 der 72 FVM-Treffer markiert. „Es hat sich in den letzten zwei Jahren abgezeichnet, dass sich hier eine hervorragende Mannschaft entwickelt“, freute sich Maximilian Bell nicht nur über seine sieben Treffer.

„Ich hatte schon Mitleid. Der Gegner hat uns das Leben sehr leicht gemacht“, gibt Bell auch mit Blick auf eine Rote Karte des FCB zu. Beim Spielstand von 5:0 wurde ein Bad Dürrheimer Spieler wegen Handspiels vom Feld verwiesen.

Torhüter Kavazovic

Im Verlauf der zweiten Halbzeit warf Keeper Huso Kavazovic beim Spielstand von 0:10 frustriert seine Handschuhe auf den Rasen, zog sein Trikot aus und verließ das Feld. „Das können wir nicht akzeptieren“, meint Klaus Kussauer, der Vorsitzende des FC Bad Dürrheim.

Der SV Aasen jubelt über den Treffer zum 1:0. Die Spieler des FC Bad Dürrheim sind enttäuscht. Foto: Roland Sigwar/t

Der Spieler werde nicht mehr für den FC Bad Dürrheim auflaufen. Kavazovic habe bereits vor dem Vorfall nicht mehr richtig mitgemacht und sich lediglich dauerhaft beschwert, erklärt Kussauer.

„Meine Mitspieler taten mit natürlich leid, aber ich war sehr enttäuscht und musste leider raus. Ich habe gesagt, dass ich nicht mehr kommen werde“, äußerte sich Kavazovic auf Nachfrage unserer Redaktion zu den Vorkommnissen. Er sei sauer über die vielen Gegentore gewesen.

„Im Moment mache ich eine kleine Pause, um im Sommer bei einem neuen Verein wieder voll anzugreifen“, blickt der 23-jährige Torhüter aber bereits wieder voraus.

Der Vorsitzende Kussauer

Worin liegen die Gründe für das 0:18-Desaster? „Teils hat die Einstellung nicht gepasst“, kritisiert Kussauer das gesamte Team. Er hält der Mannschaft aber zu Gute, dass sie mit der Niederlage selbstkritisch und reflektiert umgegangen sei.

„Ich muss der Mannschaft fast ein Lob aussprechen“, ergänzt der Vorsitzende. Mit neun Spielern habe das Team bis zum Schluss durchgehalten. Einen größeren Vorwurf als den Spielern mache er dem ehemaligen sportlichen Leiter Franco de Rosa für dessen Kaderplanung.

In der Bezirksliga-Szene hoffen die anderen Vereine jetzt, dass die Bad Dürrheimer Mannschaft nicht zerfällt und die Lust verliert. Oder um es in den Worten des Vorsitzenden zu formulieren:„Wir müssen das vernünftig zu Ende bringen.“