Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert ein Ende der sechswöchigen Arbeitslosigkeit von Referendaren in Baden-Württemberg. Auch im Zollernalbkreis sind etwa 80 Referendare davon betroffen. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

So geht es aktuell Referendaren, die über die Sommerferien ohne Bezahlung über die Runden kommen müssen – auch im Zollernalbkreis.

In Baden-Württemberg werden Referendare nach dem Ende ihres Referendariats in den Sommerferien oft arbeitslos gemeldet, da ihre Verträge mit dem Schuljahresende auslaufen. Dies betrifft sowohl Lehrkräfte, die bereits eine feste Stelle zum neuen Schuljahr haben, als auch solche, die noch auf eine Stelle warten.

 

Über 4000 Referendare in Baden-Württemberg werden diesen Sommer in die Arbeitslosigkeit geschickt, ohne Bezahlung. Darunter sind auch Referendare aus dem Zollernalbkreis, wie Christina Merz, Kreisvorsitzende und Seminarbeauftragte der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) im Zollernalbkreis weiß. „Wir betreuen in Albstadt etwa 80 Referendare, die seit Mittwoch arbeitslos sind, ab September aber wieder dringend gebraucht werden“, so Merz.

Für die jungen Lehrkräfte führt das in vielen Fällen zu finanziellen Engpässen. „Da muss nicht nur auf Urlaub verzichtet werden, manche können sich ohne Bezahlung nicht mal mehr ihre Miete leisten und müssen in dieser Zeit ihre Familie oder Partner um finanzielle Unterstützung bitten“, erzählt sie.

Referendare müssen sich arbeitslos melden

Da sie während der Sommerferien keine Anstellung haben, müssen sie sich arbeitslos melden und gegebenenfalls Bürgergeld beantragen. „Teilweise bekommen sie aber dann nicht mal Arbeitslosengeld, weil sie noch bei ihren Eltern wohnen“, fügt die GEW-Kreisvorsitzende hinzu.

Schlechte Bedingungen

„In einem anderen Berufszweig kann man sich gar nicht vorstellen, dass so mit den Auszubildenden umgegangen wird“, meint Merz. „Das Land Baden-Württemberg hat diese Menschen ausgebildet, sieben Jahre lang, und entlässt sie dann in die Arbeitslosigkeit. Das würde kein anderes Unternehmen so machen.“

Deshalb kämpft die Gewerkschaft seit Jahren dafür, dieses System zu ändern. „Dieses Jahr haben wir unter dem Motto ‚Damit es für Meer reicht‘ KI-generierte Bilder der Simpsons verwendet, um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen“, erzählt Merz.

Vor dem Landtag protestiert

Vor dem Landtag in Stuttgart haben die GEW-Mitglieder für ihre Referendariatskollegen demonstriert. „Bisher stoßen wir mit unserem Anliegen beim Land noch auf Granit“, so Merz. „Aber wir lassen uns nicht unterkriegen.“