Zum Jubiläum der Kindergärten in Dietersweiler überbrachte Bürgermeister Wolfgang Fahrner (von links) Geschenke. Auch auf dem Foto: Kindergartenleiterin Monica Sackmann, Sonja Asprion (Sachgebietsleiterin Kindertagesstätten), Kindergartenleiterin Monja Hoschka, Ortsvorsteher Marius Dölker und Pfarrer Jochen Weller. Foto: Uwe Ade

Seit 80 Jahren gibt es den evangelischen Kindergarten in Dietersweiler bereits – anfangs noch als Erntekindergarten. 2001 wurde dann der städtische Kindergarten angebaut.

80 Jahre Kindergartenarbeit in Dietersweiler und mehr als 30 Jahre Zusammenarbeit des kirchlichen und des städtischen Kindergartens: Das wurde beim Sommerfest mit Tag der offenen Tür gefeiert.

 

Die Leiterinnen der beiden Kindergärten im gleichen Gebäude, Monica Sackmann (evangelischer Kindergarten) und Monja Hoschka (städtischer Kindergarten), sangen auf dem Platz vor dem Gemeindehaus zusammen mit Kindern und dem Erzieherinnenteam Begrüßungslieder. Danach konnten sich die Besucher am großen Büffet im Gemeindehaus stärken, das von Eltern hergerichtet worden war.

Für die Kinder wurden „Die drei kleinen Schweinchen“ vom Theater Tannenspitz aufgeführt. Zudem konnte gespielt und gebastelt werden.

Zeitungsartikel und Fotos

Beide Kindergärten standen zur Besichtigung offen. Im Foyer des evangelischen Kindergartens gab es die Ausstellung „Informationen zur Geschichte der Kindergartenarbeit in Dietersweiler“ von Klaus Dölker zu sehen. Dabei waren auch viele alte Zeitungsartikel und Fotos, auf denen sich Eltern und Großeltern der heutigen Kindergartenkinder teilweise wiederfanden.

„Wir feiern Jubiläum und über 30 Jahre Zusammenarbeit mit der städtischen Gruppe“, betonte Kindergartenleiterin Monica Sackmann in ihrer Begrüßung. Zum Fest waren neben Kindern, Eltern, Großeltern und Verwandten auch etliche ehemalige Leitungen der Einrichtungen gekommen waren.

Gäste aus Kamerun

Und die Jubiläumsfeier wurde auch von internationalen Gästen besucht. Eine Abordnung aus Meta in Kamerun ist zu Gast im Kirchenbezirk. Die afrikanischen Gäste – zwei Pfarrer, ein Bürgermeister und zwei Vertreterinnen der Frauenarbeit – kamen zusammen mit Pfarrer Ernest Ahlfeld aus Loßburg, der zugleich Bezirksbeauftragter für die Kamerunpartnerschaft ist, zum Fest in Dietersweiler. Sie sangen ein Loblied, luden die Gäste zum Mitsingen und Mitklatschen auf.

„Wir haben die Besonderheit, dass wir hier eine städtische und eine kirchliche Einrichtung miteinander verbunden haben“, so Bürgermeister Wolfgang Fahrner. Er überbrachte die Grüße der Stadt. Begleitet wurde er von der Sachgebietsleiterin Kindertagesstätten Sonja Asprion vom Amt für Bildung, Familie und Sport.

Sparstift ansetzen

„Kinder sind uns sehr wichtig“, hob Fahrner hervor. Er wies auf den Wandel hin: Kindergärten seien heute Bildungseinrichtungen. Gemeinderat und Kirchengemeinde wollen auf keinen Fall bei den Kleinsten den Sparstift ansetzen, betonte er.

Auch Pfarrer Jochen Weller zeigte sich froh darüber, dass es die Kindergärten in der Gemeinde gebe und dass man gemeinsam so gut unterwegs sei: „Das ist eine gute Sache, tolle Zusammenarbeit – wir können dankbar und stolz darauf sein.“

Ortsvorsteher Marius Dölker richtete Worte an die Kinder und hatte eine Anekdote aus seiner eigenen Kindergartenzeit parat: „Damals, als ich so klein war wie ihr, da bin ich in den gleichen Kindergarten gegangen .“

Hintergrund

Gegenwart
Im 1971 eingeweihten kirchlichen Kindergarten in der Briegelstraße 18 neben dem evangelischen Gemeindehaus sind aktuell zwei Gruppen und eine Kleingruppe, die Pferdegruppe mit 25 Plätzen, die Bärengruppe mit 22 Plätzen und die Hasengruppe mit zehn Plätzen. 2019 wurde die Trägerschaft an den evangelischen Kirchenbezirk Freudenstadt übergeben. Die Kinder werden von zwei Vollzeit- und sechs Teilzeitkräften betreut. Im 2001 an das Gebäude angebauten städtischen Kindergarten gibt es eine Gruppe, die Igelgruppe mit 25 Plätzen. Seit 1993 ist die Stadt Freudenstadt Träger der vierten Gruppe. Hier kümmern sich eine Vollzeitkraft und zwei Teilzeitkräfte um die Kinder.

Vergangenheit
Vor 80 Jahren, am 2. Juli 1935, wurde von der NS-Wohlfahrt im evangelischen Vereins- und Gemeinschaftshaus in der heutigen Johannes-Brenz-Straße ein Erntekindergarten eingerichtet, der von durchschnittlich 60 Kindern besucht wurde. Von 1935 bis 1945 war der Kindergarten der NS-Wohlfahrt im Vereinshaus untergebracht. Danach, von 1945 bis 1971, war ein eingruppiger Kindergarten der evangelischen Kirchengemeinde im Vereinshaus, das 1973/1974 abgebrochen wurde. Heute steht dort in der Johannes-Brenz-Straße 7 das evangelische Gemeindehaus. Als Erntekindergärten wurden Kindergärten bezeichnet, die in ländlichen Gebieten während der arbeitsreichen Erntemonate, meist von April bis Oktober oder November, eine Kinderbetreuung anboten.