Landtagsabgeordneter und CDU-Kreisvorsitzender Stefan Teufel gratulierte zu 80 Jahren engagierten Wirkens. Foto: CDU

Die CDU Schiltach und Schenkenzell feierte ihr 80-jähriges Bestehen. Während die Ortsverbände heute fusioniert sind, waren sie damals zunächst einmal selbstständige Ortsverbände.

Das Lob kam aus berufenem Munde: „Wenn wir Mandatsträger keine funktionierenden Ortsverbände hätten, auf die wir uns verlassen können und umgekehrt sie auf uns, dann könnten wir unsere Arbeit nicht machen“, sagte Volker Kauder, der 31 Jahre lang für den Wahlkreis Rottweil-Tuttlingen dem Deutschen Bundestag angehörte. Als Festredner zog er die mehr als 50 Besucher in seinen Bann.

 

Michael Harter führte als Moderator durch das Abendprogramm. Viele der Besucher empfanden dieses als „eine Sternstunde“. Durch die gesamte Veranstaltung durchzog sich die Überzeugung der Redner, dass eine Notwendigkeit, sich zu engagieren bestehe und sich dabei für Demokratie und Freiheit einzusetzen.

Schiltachs Bürgermeister Thomas Haas bedankte sich in einem Grußwort für die stets gute Zusammenarbeit mit dem Ortsverband und den Abgeordneten. Haas merkte jedoch auch an, dass die CDU seiner Ansicht nach zu wenig konservativ sei.

Darstellung der Grundlagen der CDU

Die Aussage von Haas, nahm Volker Kauder in seiner Festrede zum Anlass, die Grundlagen der CDU darzustellen. „Sie haben mir aus dem Herzen gesprochen“, bekundeten im Nachhinein, beim anschließenden Stehempfang, nicht wenige Gäste gegenüber dem früheren Unionsfraktionschef.

Festredner Volker Kauder sprach über die nach wie vor gültigen Grundlagen der CDU. Foto: CDU

In seinem Grußwort nannte der Landtagsabgeordnete Stefan Teufel unter anderem das erfolgreiche Wirken zwischen Land und Ortsverband in Sachen Rettungsleitstelle. Als eine Maßnahme aus jüngster Zeit. Und betonte hierzu: „Wir haben es geschafft.“

„Wer verstehen will, wohin es gehen soll, muss wissen, woher er kommt“, so die Überleitung von Michael Harter zum Vortrag von Andreas Morgenstern zur Geschichte der beiden Ortsverbände. Es ging um die Ursprünge der CDU: in Südbaden als Badisch-Christlich-Soziale Volkspartei, die es erst einmal mit der französischen Besatzungsbehörde zu tun hatte. Die CDU war damals eine Neuerfindung.

Brigitte Sum (links), langjährige Vorsitzende der CDU Schenkenzell und Matthias Fay (rechts), Vorsitzender des neu gebildeten Ortsverbandes, sowie Andreas Morgenstern (Zweiter von links) und Volker Kauder (Dritter von links). Foto: CDU

Morgenstern nannte Namen von Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Bereichen, die auch in den beiden Orten mit dabei waren in den Gründungsjahren.

„Es sind die Persönlichkeiten, auf deren Schultern wir heute Politik machen“, nahm Volker Kauder den Ball auf und setzte sich mit der Ideengeschichte der CDU auseinander. „Die CDU war niemals eine konservative Partei“, erläuterte er. „Und wir sind auch keine christliche Partei.“ Doch die Partei sei aus dem Widerstand gegen die Nazis entstanden, habe der frühere Bundestagspräsident Eugen Gerstenmaier immer wieder gesagt. Und ausgehend vom christlichen Bild vom Menschen, nachdem der Mensch Ebenbild Gottes sei und als solcher eine einzigartige Würde hat, habe die CDU den Ansatz des Umgangs miteinander.

Was konservativ bedeutet

Volker Kauder: „Konservativ hat nichts mit politischen Inhalten zu tun, sondern mit Haltung.“ Und damit: den anderen so anzunehmen, wie er ist. Mit seiner Würde.

Matthias Fay, seit der Fusion der beiden Verbände umsichtiger und tatkräftiger Vorsitzender, hatte bereits zu Beginn seine Freude über den guten Besuch kundgetan und lud nach dem offiziellen Teil zusammen mit Michael Harter zum Imbiss und zu „guten Gesprächen“ ein.

Und davon wurde reichlich Gebrauch gemacht. Denn es gab viel Gesprächsstoff: über die Anfänge der CDU und die damals handelnden Personen, wie über die aktuellen Herausforderungen. Und über die weiterhin gültigen Grundwerte der CDU.