Der schnellere Ausbau erneuerbarer Energieträger, wie PV-Anlagen, sind wichtige Maßnahmen zur CO2-Reduzierung (Symbolfoto). Foto: Michel Angelo /stock.adobe.com

Im Landesvergleich liegt Oberndorf beim Ausstoß von Kohlendioxid über dem Durchschnitt. Nun soll unter anderem ein schnellerer Ausbau von erneuerbaren Energien erfolgen.

Die CO2-Bilanz dient der Bewertung von Maßnahmen und dem Vergleich mit anderen Kommunen, erklärte der Leiter der Energieagentur Rottweil, Rolf Halter, dem Ausschuss für Umwelt und Technik.

 

Insgesamt wurden in Oberndorf 2022 etwa 125 598 Tonnen CO2 verbraucht, was 8,9 Tonnen pro Einwohner entspreche. Damit liegt Oberndorf knapp über dem Landesdurchschnitt von circa 8,1 Tonnen.

Kein deutlicher Abwärtstrend

Zwischen 2009 und 2017 lag der städtische Gesamtverbrauch immer zwischen 124 000 und 134 000 Tonnen. Damit sei kein deutlicher Abwärtstrend erkennbar, erklärte Halter. Die Bilanz sei messbar gesunken, aber nicht schnell genug.

Den größten Emissionsanteil hat die Wirtschaft (53 000 Tonnen), gefolgt vom Verkehr (36 000 Tonnen) und den privaten Haushalten (33 000 Tonnen). Ein besonderer Handlungsbedarf bestehe bei den CO2-freisetzenden Energieträgern Heizöl, Erdgas und Kraftstoffen im Verkehr, so Halter.

Ein schnellerer Ausbau von erneuerbaren Energien – besonders die Installation großer PV-Anlagen – und die Umstellung der Wärmeabdeckung privater Haushalte auf nachhaltigere Energieträger seien sinnvolle und notwendige Maßnahmen.

Umfangreiche Maßnahmen geplant

Genauere Ausführungen über geplante und bereits durchgeführte Maßnahmen stellte Klimaschutzmanager Marc Schenk mit dem Energiepolitischen Arbeitsprogramm für die Jahre 2023 bis 2027 vor. Bei der letzten Rezertifizierung für den European Energy Award rutschte die Stadt von 73 auf 65 Prozent der erreichbaren Punkte. Das liege unter anderem an verschärften Kriterien, erklärte Schenk.

Zu den wichtigsten Punkten zählen die Weiterführung von Klimaschutzkonzepten, städtebauliche Veränderungen zur Anpassung an Folgen des Klimawandels, die kommunale Wärmeplanung und der Ausbau von PV-Anlagen und Biogasanlagen.

Mit dem Maßnahmenpaket könne man wieder auf 73 Prozent kommen. Die nächste Rezertifizierung für Oberndorf erfolgt 2026. Dieter Rinker (FWV) betonte, man dürfe sich nicht die Motivation von den verschärften Kriterien nehmen lassen, müsse aber in schwierigen Haushaltszeiten auch auf vorhandene Mittel schauen. Der Ausschuss stimmte dem Arbeitsprogramm einstimmig zu.