Der historische Umzug war das absolute Highlight bei der Feier zur Erstwähnung Trillfingens vor 750 Jahren. Nicht einmal in der Fasnet säumen so viele Zuschauer die Straßen.
Zwar stand schon in der Ortsmitte und in der Osterstaße eine Menge Publikum, erstaunlicherweise aber noch mehr in der Seehofstraße. Vermutlich weil das einfach näher zum Festzelt lag. Schätzungen sind bei so etwas immer schwierig, aber 2000 Menschen oder mehr am Straßenrand dürften es schon gewesen sein.
Der Sonntag begann dann mit einer Tagwacht, bei der Bläser der Bauernkapelle das Fest vom Wasserturm herab einläuteten, danach war in der Valentinskirche ein ökumenischer Gottesdienst mit dem früheren Trillfinger Pfarrer Dieter Mayer und einer Musikgruppe der evangelischen Kirchengemeinde Haigerloch um eine Musikgruppe (Annika Saia, Markus Ehmann, Matthias Hermann).
20 Gruppen bilden einen sehenswerten Umzug
Höhepunkt des Festsonntags war aber eindeutig der große Umzug von der Ortsmitte in Richtung Mehrzweckhalle unter strahlender Sonne, an dem sich nahezu alle Trillfinger Vereine und einige Kameradschaften beteiligten. Vorgestellt wurden sie von Andreas Bisinger, der vom einem Wagen auf dem Dorfplatz das Umzugsgeschehen kommentierte.
Angeführt wurde der Umzug von der Fahnenabordnung der Trillfinger Vereine und dem Ortschaftsrat, der sich als „Haoh-Schialer“ (der Spitzname der Trillfinger) verkleidet hatte. Bürgermeister Heiko Lebherz durfte unter ihnen den Oberlehrer mimen. Aber auch die anderen Gruppen hatten tolle Ideen: Der Kindergarten verkörperte Sonne, Wolken und Regenbogen, die Grundschüler und ihre Lehrerinnen zeigten, wie Grundschule vor 100 Jahren aussah.
Die Schäferzunft und der Förderverein Wendelinskapelle wurde von einem Traktor aufgeführt, auf die Statue des ihres Schutzpatrons – dem Heiligen Wendelin – stand, dann folgte Hufschmid Gerhard Hipp aus Dietingen, der es auf seinem Wagen am Amboss ganz schön krachen ließ.
Die Landwirtschaft um 1900 und neonfarbene 80er
Der Gesangverein verkörperte die Landwirtschaft von früher – angeführt von einem alten Lanz-Bulldog Baujahr 1940. Ein echter Farbtupfer dazwischen: die Hechinger Hofdamen. Auch Trillfinger Jahrgänger und Freundeskreise mischten kräftig mit. Der Jahrgang 1952 kredenzte Apfelsaft und Kirbebeete und hatte ein tolles Modell der Backküche dabei – dieses Motto hatte der Jahrgang schon 1975 bei der 700-Jahr-Feier dargestellt. Die Zickzack-Freunde ließen die 20er Jahre und den Charleston-Tanz dieser Zeit aufleben und die die Freunde der 80er waren in ihren grellen Neonfarben ein echter Farbtupfer.