750 Jahre alt ist Margrethausen; jetzt liegt die Festschrift zum Jubiläum vor. Sie kann sich sehen lassen, wie sich bei ihrer öffentlichen Vorstellung durch Krischan Spengler, der buchstäblich federführend an der Abfassung mitgewirkt hatte, zeigte.
Die Entstehungsgeschichte der Festschrift „750 Jahre Margrethausen“ ist schnell erzählt – die Zusammenstellung des historischen Materials, die Abfassung und die Drucklegung haben dagegen schon ein wenig länger gebraucht.
Wie es dazu kam? Der Förderverein Kloster Margrethausen ist zwar ein recht mitgliederstarker Verein, doch mangelt es ihm an Aktiven – ein großer Beitrag zum Programm des Festwochenendes am 5., 6. und 7. September, so Spengler komme daher nicht in Betracht. Gewiss, organisatorisch werde sich der Klosterverein einbringen; er werde die Kasse führen und die Gesamtabrechnung für alle am Fest beteiligten Vereine übernehmen. Und er habe eine Festschrift verfasst – sein Geschenk an das Geburtstagskind.
Akribische Vorarbeit war erforderlich
Für die Ausführung dieser Festschrift hatte der Ausschuss verschiedene Eckpunkte festgelegt. „Zum einen sollte die Geschichte Margrethausens und der näheren Umgebung beleuchtet werden“, erklärte Spengler, „zum anderen den im Ort aktiven Vereinen Gelegenheit geboten werden, sich zu präsentieren.“ Diese Vorgaben galt es umzusetzen, und dafür bedurfte es akribischer Vorarbeiten: Schrift- und Bildmaterial musste gesammelt, gesichtet und schließlich zu einem großen Ganzen zusammengefügt werden.
Die erste Hälfte des Werks behandelt die Geschichte Margrethausens, beginnend mit der ersten urkundlichen Erwähnung – ihr folgten die Gründung des Klosters, der Bau der Pfarrkirche, die weitere Dorfentwicklung und schließlich die neuere Geschichte, in der natürlich das Margretwerk der Familie Götz eine wichtige Rolle spielte – die Industrie brachte den Aufschwung und ermöglichte den Neubau von Festhalle, Kindergarten und einer Schule, die seinerzeit zu den modernsten in Deutschland zählte.
1971 wurde Margrethausen nach Ebingen eingemeindet, 1975 ging es in der neu gegründeten Stadt Albstadt auf. Die umfangreicheren Kapitel der Festschrift sind der Klosterentwicklung, dem Einfluss der Herren von Thierberg, der wirtschaftlichen Entwicklung des Dorfs einschließlich des Niedergangs der Textilindustrie und der Baugeschichte der Pfarrkirche gewidmet, doch wird auch der wohl berühmteste Sohn Margrethausens, der nach Amerika ausgewanderte Hugo Bertsch, in einem besonderen Artikel gewürdigt.
Kurz, prägnant, informativ, verständlich
Hier und da hat Krischan Spengler Anleihen bei der 50 Jahre älteren Festschrift zur 700-Jahrfeier gemacht, doch insgesamt kann man ihm bescheinigen, dass er, unterstützt von seiner Familie und dem Ausschuss des Klostervereins, eine neue Geschichte des Ortes neu geschrieben hat, in leicht verständlicher Sprache, kurz, prägnant, informativ und lehrreich für Jung und Alt. Nicht zu vergessen die zahlreichen aussagekräftigen Fotos, Skizzen und Karten. Dürfte man der Festschrift ein Prädikat verleihen, so wäre es: besonders wertvoll.
Im zweiten Teil kommen die Vereine und Kirchen zu Wort: Albverein, Klosterförderverein, Musikverein, die Turn- und Sportgemeinschaft (TSG), der VdK, die Erwachsenen-Sternsinger, der Chor Effata, die Freiwillige Feuerwehr, die beiden Kirchengemeinden – sie alle stellen sich vor, beschreiben ihre Arbeit und legen Zeugnis ab von einem regen Dorfleben und einer funktionierenden Dorfgemeinschaft.
Mitten im Heft findet sich das reichhaltige Programm des Festwochenendes. Was beim Blättern auffällt: Keine Werbung beeinträchtigt die Lektüre des quadratischen Heftes; nur die Sponsoren, die auf Anfrage bei der Finanzierung mitgeholfen haben, werden am Ende alphabetisch aufgeführt – sie fanden auch während der Präsentation die gebührende Anerkennung. Schließlich hat ihre Hilfe es ermöglicht, den Preis auf drei Euro zu begrenzen. Die natürlich allein nicht kostendeckend gewesen wären.