750 Jahre Kirnbach waren ein Jubiläum, das dank seiner abwechslungsreichen Veranstaltungen unter anderem den Bewohnern noch länger in Erinnerung bleiben wird.
Mit dem Jahreswechsel ging das Jubiläumsjahr 750 Jahre Kirnbach zu Ende. Doch: „Es hallt hier optisch noch ein bisschen nach“, bilanzierte Simon Vollmer, Leiter des Amts für Tourismus, Kultur und Stadtmarketing, am Montag bei der offiziellen Präsentation des letzten Jubiläum-Nachschlags. Dabei geht es um eine Kunstausstellung im Foyer der Sparkasse.
Die Werke seien „mehr oder weniger im Verborgenen entstanden“. Nachdem das Nana-Projekt mit Schülern der Realschule im Vorfeld des Jubiläums für Aufsehen gesorgt hatte, startete Künstlerin Anja Riese Anfang Oktober einen Workshop für Erwachsene. Die Resonanz war enorm: „Innerhalb von ein paar Minuten waren alle Plätze belegt“, sagte Riese am Montag.
Das vorgegebene Thema für die Nanas war „Heimat“
Die einzige Vorgabe für die zehn Teilnehmerinnen, die ihren Platz rechtzeitig sicherten: Sich über das Thema „Heimat“ Gedanken machen und es in die Gestaltung der Nana einfließen lassen. Gemeinsam habe sie im Verlauf des Kurses mit den Teilnehmerinnen überlegt: „Was bedeutet für uns eigentlich Heimat? Das war teilweise schon philosophisch und auch sehr lustig.“
Die zehn Frauen stammten aus dem ganzen Kinzigtal, auch von jenseits der Kreisgrenze. Der Bollenhut sei für viele trotzdem ein tragender Aspekt: Die Hälfte der fertigen Skulpturen trägt einen. Im Entstehungsprozess seien aber viele Teilnehmerinnen von ihren ersten Gedanken abgewichen, hätten am Ende ganz andere Farben benutzt und andere Muster gemalt, als sie selbst zuerst geplant hatten. „Diese Skulptur macht etwas mit einem“, ist Riese überzeugt. „Das war ein toller Prozess mit den zehn Frauen.“
Der Weg zur fertigen Skulptur in der Gutacher Nana-Manufaktur beginnt bei Null. Das Grundgerüst der voluminösen Frauenkörper nach dem Vorbild der Künstlerin Niki de Saint Phalle bestehe aus Hasendraht. Pose und Proportionen sind Entscheidung der jeweiligen Teilnehmerin.
„Es war für die Frauen klar: Sie wollen sich präsentieren.“ Und so seien die Figuren lebensfroh, tanzend modelliert. Dieser Teil der Gestaltung sei der entscheidende Teil im Workshop. „Das Malen ist das I-Tüpfelchen.“ Insgesamt rund 15 Stunden Arbeit, verteilt über mehrere Wochen, steckten in jeder Skulptur.
Ausstellung ist im Foyer der Sparkasse Wolfach zu sehen
Zu sehen ist das Ergebnis ab sofort bis Dienstag, 10. Februar, zu den regulären Öffnungszeiten im Foyer der Sparkasse Wolfach. Auch einen Blick in die Entstehung der zehn Figuren sowie eine Erklärung der Teilnehmerinnen, wie sie jeweils das Thema „Heimat“ interpretiert haben, beinhaltet die Schau. „Wir fanden, dass es zu schade ist, wenn das Projekt nicht seinen Weg in die Öffentlichkeit findet“, so Vollmer.
„Damit ist 750 Jahre Kirnbach vorbei“, sagte Jakob Wolber, einer der prägenden Köpfe des Jubiläumsjahrs. „Es war ein tolles Veranstaltungsjahr. Übers ganze Jahr haben wir tolle Veranstaltungen gehabt, die weit über Kirnbach hinaus gestrahlt haben.“ Das Budget sei eingehalten, die 750 Exemplare des Kirnbach-Buchs seien fast alle verkauft worden: „Eine rundum tolle Sache.“
Kirnbachbuch
Rest-Exemplare des 352 Seiten starken Kirnbachbuchs sind nach wie vor zum Preis von 27,50 Euro in der Tourist-Info im Rathaus Wolfach erhältlich.