Die große Narrentaufe und ein zweistündiges buntes Programm in der Stadthalle war der Auftakt für das närrische Geschehen.
Mit großer Begeisterung und musikalischer Unterstützung der „Gassenfezer“ hat die Narrenzunft am Samstagabend mit der Fasentseröffnung die „fünfte Jahreszeit“ eingeläutet. Nach der Verkündigung des Fasentverbots vor dem Gasthaus Kanone wurde das kleine Närrle aus dem Rohbrunnen gefischt.
Ganz nach dem Fasentsmotto „Hochzeitsgesellschaft kunterbunt – in Hasle geht es rund“ feierten die Narren anschließend in der Stadthalle und genossen die bunte Eröffnungsparty mit tollem Programm.
Angeführt von Narrenpolizei und „Gassenfezern“ zogen Taufgesellschaft, Ranzengarde, Narrenrat, Klepperlesgarde und das närrische Volk zum Rohrbrunnen. Die Taufgesellschaft blickte auf die wilde Vergangenheit der diesjährigen Fasent-Hauptpersonen Karlinchen und Franz: „So steht’s g’schriebe schu sit 150 Jahr. Dass des Lotterläbe endlich ä End ho muss, des isch wohl alle klar.“
Die Ranzengarde gibt es seit 150 Jahren
Zur Freude der großen Narrenschar fischte Hebamme Katja Zagermann das kleine Närrle problemlos aus dem Brunnen. „Mir hoffe, ihr moche alle mit, damit des die Hochzeit des Jahrtausends git“, wünschte sich die Taufgesellschaft.
Kurz darauf zog die närrische Gesellschaft in die gut besetzte Stadthalle ein. Zunftmeister Manuel Seitz begrüßte gut gelaunt alle Narren und präsentierte ein weiteres Jubiläum: „Am 7. Januar 1951 wurde in Haslach das erste Mal ein Narr geboren.“ Das Schauspiel am Brunnen gibt’s damit seit 75 Jahren.
Die diesjährige Fasent sei eine außergewöhnliche, betonte Seitz. Gebe es doch anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Ranzengarde sowie der Jubiläen der Marketenderinnen und der Miliz am Fasentssonntag ein besonderes Festspiel. Büttel und Vizezunftmeister Tobias Rauber führte durch das zweistündige Programm, das sich sehen lassen konnte.
Vor 75 Jahren wurde in Haslach zum ersten Mal ein Narr geboren
Die Taufgesellschaft zeigte voller Witz und Ironie auf, wie das Närrle einst entstand, und entführte das Publikum in drei unterschiedliche Epochen. Sie nagte an Knochen in einer Höhle, frönte als Ritter der höfischen Liebe und fand sich schließlich in der Gegenwart wieder, wo das Närrle vom Paketdienst geliefert wurde.
Bürgermeister Armin Hansmann kündigte mit dem Gedicht „Liebe“ den nächsten Programmpunkt an. Die kleinsten Hansel sorgten dabei, unter Leitung von Martina Gutmann, mit ihrem Tanz im Zwergen-Kostüm für Furore. Im UV-Licht leuchteten danach die weißen Puschel, die die Haselnarros während ihrer Choreografie durch die Luft wirbelten. Mit den Liedern „Hoorig isch die Katz“ und „De Hans im Schnoogeloch“ klepperte sich die Klepperlesgarde zweihändig und tanzend in die Herzen des Publikums.
Felix Gühr erzählte dann, wie die Liebesgeschichte von Karlinchen und Franz zustande kam, bevor die Schellenhansel mit ihren Tänzen großen Applaus einheimsten. Ranzengarde und Marketenderinnen waren mit ihrem Tanz in kurzen Tüll-Röckchen ein echter Hingucker. „Und später noch – in fernen Tagen – mögen sie den Enkeln sagen: Das Schönste, was ich jemals sah, war die Ranzengard von Hasela“, waren sich die „Fässlemänner“ singend sicher.
Überraschte Jubilarin
Total überrascht war Agnes Papenfuß, als Zunftmeister Manuel Seitz sie im Verlauf des Abends auf die Bühne rief. „Ganz besonders wollen wir heute eine Jubilarin hervorheben und ehren. Sie ist das einzige Gründungsmitglied der Marketenderinnen, das seit 50 Jahren immer noch aktiv dabei ist“, lobte Seitz.