Die Akteure Eberhard Wagner (von links), Frank Sommer, Monika Ziller, Bibliotheksleiter Volker Fritz und Freundeskreis-Vorsitzender Friedemann Schmidt freuen sich über die mit reichlich Applaus begleitete Geburtstagsfeier. Foto: Bombardi

An ihrem 75. Geburtstag festigte die Stadtbibliothek in Schwenningen ihr Image einer lebendigen, kulturellen Bildungseinrichtung, in der es sich umgeben von literarischen Werken auch gut feiern lässt.

Der Freundeskreis der Stadtbibliothek VS hatte unter dem Motto „Wein ist Poesie in Flaschen“ zu einem kurzweiligen Festabend eingeladen, der Kulinarik, Poesie, Schauspiel und Unterhaltung vereinte.

 

Zu Gast waren Schauspieler Frank Sommer, der mit Monika Ziller und Eberhard Wagner einen kulinarisch-literarischen Abend in fünf poetischen Akten servierte. Dazu gab es reichlich Informationen zu geistreichen Delikatessen aus der Welt der württembergischen Weine und Tapas. Knapp drei Dutzend Gäste nahmen an dem Festabend teil, der die Bibliothek auch zu einem kleinen Gourmettempel verwandelte.

Ausflug in die Weinwelt

Sie erfuhren einiges über die Geschichte württembergischer Dichter und Denker, stets gewürzt mit einem Ausflug in die Weinwelt der Württemberger. Und begleitet von passenden schwäbischen Spezialitäten, die sich vom Linsensalat bis zum schwäbischen Wurstsalat, zwischen Rote-Bete und Käse-Spitzbuben erstreckten.

Roth stellt Pläne vor

Zum Auftakt des Abends gratulierte Oberbürgermeister Jürgen Roth der Stadtbibliothek, der er ein stimmungsvolles Ambiente attestierte. Er sprach von einem Ort der Begegnung und der Kommunikation. Er schlug einen Bogen in die Gegenwart, die fordert, neue Wege zu gehen. Er beschrieb die vor 45 Jahren einstmals bundesweit für Aufsehen sorgende Stadtbibliothek als ein Gebäude, an dem der Zahn der Zeit auch nicht spurlos vorbeiging.

Aufgrund gestiegener Anforderungen an Sicherheit und Technik hätten Überlegungen, neue Wege zu gehen sich geradezu aufgedrängt. Für die Ertüchtigung ist eine Höhe von 8,6 Millionen Euro vorgesehen, ungefähr genauso viel seien es für die Volkshochschule. Mit Blick auf das seit Jahren leerstehende Rössle-Areal, aber auch auf die Janus-Korczak-Schule, biete es sich gemäß Roths neuen Überlegungen an, die VHS, die Stadtbibliothek, die Bücherei der Hochschule und eventuell einen Teil der Polizei dort oder in der bestehenden Bücherei zu vereinen. Unabhängig von der weiteren Entwicklung, die der Gemeinderat berät, wünschte Roth der Stadtbibliothek auch für die kommenden Jahrzehnte reichlich Erfolg.

Schmidt blickt zurück

Freundeskreis-Vorsitzender Friedemann Schmidt ging auf die Geschichte der Stadtbibliothek ein, deren Protagonisten Herbert Holzhauer und Otto Gönnenwein als einstiger Bürgermeister sich mit großem Engagement für die Eröffnung der Einrichtung im Jahr 1948 einrichteten. In einer Zeit, in der noch einiges in Trümmern lag, erfüllte sich nach der Eröffnung der Volkshochschule im Jahr 1947 so ein weiterer Traum mit essenzieller, gesellschaftlicher Funktion.

Schmidt definierte als zweiten historischen Meilenstein den Bau der zur Kreisergänzungsbücherei ernannten Institution an ihrem heutigen Standort. Sie stärkte die überregionale Strahlkraft und war auch gegen Osten ein fulminanter Abschluss der neuen Stadtmitte um den Muslenplatz.

Zum Abschluss dankte Bibliotheksleiter Volker Fritz den Gästen und dem Freundeskreis, der sich als Veranstalter des Abends stets über neue Mitglieder freut.