Grund zur Freude dürfen die Mitglieder der örtlichen Kolpingsfamilie haben. An diesem Freitag, 8. Mai, feiern sie nämlich ein echtes Jubiläum.
Die Familie wird in diesen Tagen 75 Jahre alt. Streng genommen ist der eigentliche Geburtstag zwar schon ein paar Wochen vorbei – gegründet wurde Kolping Gruol ganz offiziell am 18. März 1951 – aber das schmälert die Vorfreude auf die Feier am heutigen Freitag, 10. Mai, in keiner Weise. Schließlich ist ein Alter von 75 Jahren ein wirklicher Anlass zum Jubeln, echte Jubiläen werden nämlich immer in 25er-Schritten gefeiert.
Ihre Entstehung hat die Kolpingsfamilie Johannes Volk zu verdanken, der von 1950 bis 1965 Ortspfarrer von Gruol war. Volk war zuvor vier Jahre Präses der Kolpingsfamilie Hechingen und wollte an seiner neuen (und ersten) Wirkungsstätte als Pfarrer in Gruol die sozialen und christlichen Werte des Kolping-Gründervaters Adolph Kolping verankern. Das ist ihm gelungen, noch heute zählt die Kolpingsfamilie Gruol mehr als 40 Mitglieder.
Integration der Patenfamilie
Sie wird wohl noch etwas wachsen, denn die an starkem Mitgliederschwund leidende Kolpingsfamilie Trillfingen (19 Mitglieder) soll in die Kolpingsfamilie Gruol integriert werden. Das ist insofern etwas kurios, als Trillfingen bei der Gründung von Kolping Gruol vor 75 Jahren die Patenschaft dieser Familie übernommen hat. Eine Antwort der Diözese Freiburg steht allerdings noch aus, wenn alles vorbereitet ist, müssen beide Familien in einer Versammlung über den Zusammenschluss abstimmen. Die Ideen Kolpings waren Anfang der 1950er Jahre in Gruol allerdings nicht ganz neu. Schon in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts waren junge Leute aus Gruol Mitglieder im katholischen Gesellenverein Trillfingen, der im Jahr 1931 gegründet worden ist und wie viele andere Gesellenvereine in der NS-Zeit später in Kolpingsfamilie umbenannt wurde, um ein Vereinsverbot zu umgehen.
Erwachsenenbildung im Fokus
Schon ein Jahr nach der Gründung war die Kolpingsfamilie Gruol stolze Besitzerin eines Banners mit dem typischen schwarzen K auf gelb-orangefarbenem Grund. Ein Höhepunkt in der Geschichte der Familie war 1991 die Feier des 40-jährigen Bestehens. Just in dem Jahr, als Gründer Adolph Kolping vom Papst Johannes Paul II. seliggesprochen wurde.
An der Feier am 27. Oktober auf dem Petersplatz nahmen auch Mitglieder von Kolping Gruol teil. Auch die 50-, 60- und 70-jährigen Bestehen wurden natürlich gefeiert. Ein weiterer Höhepunkt war die Fahrt von Kolpingmitglieder nach Rom, als Kardinal Josef Ratzinger zum Papst ernannt wurde. Neben solchen Ausfahrten hat sich die Kolpingsfamilie Gruol in all den Jahren beständig um die Erwachsenenbildung gekümmert und in diesem Zusammenhang zahlreiche Studienfahrten, Vorträge und Diskussionsabende organisiert. So führt die nächste Studienfahrt schon in wenigen Wochen, vom 26. bis 29. Mai, nach Würzburg, Weimar, Erfurt, Eisenach und Jena. Auch die Unterstützung von Projekten in Drittwelt- und Entwicklungsländern gehört seit Jahren zur Kolpingarbeit. Geld dafür wird beim Ostereiermarkt im Pfarrheim St. Clemens oder bei der Bewirtung des großen Narren-Umzugs am Fasnetsmontag in Gruol erwirtschaftet.
Die Geschichte
Die Feier
des 75-jährigen Bestehens beginnt um 18 Uhr mit einer Messe in der Clemenskirche, die von Pfarrer Michael Storost und den beiden Diakonen Peter Hipp (Präses der Kolpingsfamilie Gruol) und Franz Haueisen (Bezirkspräses) zelebriert wird. Danach schließt sich eine Jubiläumsfeier im Pfarrheim St. Clemens an, in der Ehrungen von Gründungsmitgliedern erfolgen.