Nicht nur ein Brandstifter hielt die Haiterbacher Feuerwehr im vergangenen Jahr in Atem – insgesamt stehen 71 Einsätze zu Buche.
In den vergangenen Monaten trieb ein Brandstifter sein Unwesen in Haiterbach, der die Feuerwehr vor neue Herausforderungen stellte. Die absichtlich gelegten Brände brachten Menschen in Gefahr und hätten einen deutlich höheren Sachschaden verursacht, wären Haiterbachs Bürger nicht so aufmerksam und die Feuerwehr nicht so schnell am Einsatzort gewesen.
Kommandant Patrick Brezing eröffnete bei der Generalversammlung der Haiterbacher Gesamtwehr seinen Rückblick auf 2025 mit Zahlen, die den ehrenamtlichen Kraftakt greifbar machen: 71 Einsätze absolvierte die Wehr im vergangenen Jahr. Darunter waren zwölf Brände sowie neun Alarmierungen durch Brandmeldeanlagen, außerdem zehn Hilfeleistungen – einschließlich zwei Verkehrsunfällen. Insgesamt wurden laut Bericht 36 Menschen gerettet. Eine Person starb trotz schneller Hilfe. Besonders eindrücklich in Erinnerung blieb vielen der nächtliche Unfall im März, bei dem die Feuerwehr noch vor Ort reanimierte – und zugleich erstmals hautnah mit Aggressionen gegenüber Einsatzkräften konfrontiert wurde.
Gesamtwehr zählt 198 Mitglieder
Dass die Feuerwehr nicht nur aus Einsätzen besteht, zeigte der Blick auf die Stundenbilanz. Rund 19 000 Stunden kamen 2025 zusammen – etwa 2300 Stunden davon im Einsatz, der Löwenanteil aber in Übungen, Aus- und Fortbildungen, Arbeitseinsätzen sowie Verwaltung.
De Leistung der Feuerwehr ruht auf vielen Schultern: Zum Jahresende zählte die Gesamtwehr 198 Mitglieder, darunter 133 Aktive, 24 Jugendliche und 40 Angehörige der Alterswehr. 16 Frauen gehören zur Feuerwehrfamilie. Dazu kommen 70 Atemschutzgeräteträger, 79 Maschinisten und 71 Mitglieder mit C/CE-Führerschein – Zahlen, die im Ernstfall über die Einsatzfähigkeit und mitunter auch über Leben entscheiden.
Ein Schlüsselwort des Abends war das Generationen-Miteinander. Wer neu dazukommt, wird nicht „eingegliedert“, sondern kameradschaftlich aufgenommen – und wächst im Dienst schnell hinein. Drei der Neuen wurden zur Feuerwehrfrau beziehungsweise zum Feuerwehrmann auf Probe ernannt.
Auch das „Alt“ ist in Haiterbach alles andere als passiv: Die Alterswehr leistet mit monatlichen Treffen, Übungen außerhalb des Gefahrenbereichs und besonderen Aufgaben (Logistik, Wartung, Ausbildung, Öffentlichkeitsarbeit) einen spürbaren Beitrag – gestützt durch das 65-plus-Programm, das Erfahrung im System hält, ohne den Einsatzdienst zu belasten. Und die Jugendfeuerwehr stellt die Weichen nach vorn: Seit Jahresbeginn gibt es eine neue Leitung um Simon Harr mit gleich drei Stellvertretern; 2025 kamen sieben Mitglieder dazu, drei wechselten in die aktive Wehr.
Neues Fahrzeug für Oberschwandorf
Ein weiteres Signal in Richtung Zukunft: Ende Mai vergangenen Jahres wurde ein Feuerwehrbedarfsplan verabschiedet, der für mindestens fünf Jahre Prioritäten setzt – vom Fuhrpark über Atemschutz-Reserven bis zu Warnmöglichkeiten wie mobilen oder festen Sirenen. Außerdem gilt seit 1. Januar 2026 eine neue Entschädigungssatzung: Der Stundensatz im Einsatz wurde von 13 auf 16 Euro erhöht, die Übungspauschale von 5 auf 7 Euro – ein sichtbares Zeichen der Wertschätzung durch den Gemeinderat.
Am Ende blieb ein Ausblick, der ebenfalls zum Gesamtbild passt: Das neue Löschgruppenfahrzeug LF 10 für Oberschwandorf soll im Juni übergeben werden, dazu kommen Termine wie der Infotag der Abteilung Haiterbach im Juli und das Backhausfest in Beihingen im September.
Personalien
Ehrungen:
Für 15 Jahre Dienst in der Feuerwehr wurde Laura Keppler geehrt, für 25 Jahre Martin Briol, Joachim Eisele und Andreas Häußler, für 40 Jahre Thomas Rapp. Mehrere Feuerwehrleute wurden zu Ehrenmitgliedern beziehungsweise zum Ehrenkommandanten ernannt; zudem erhielten sieben langjährige Mitglieder als Erste das neu eingeführte Ehrenzeichen des Kreisfeuerwehrverbandes für 55, 60 oder 65 Jahre Zugehörigkeit – Namen, die zeigen, wie stark die Feuerwehr in Haiterbach über Generationen getragen wird.
Ehrenzeichen des Kreisfeuerwehrverbands
erhielten für 55 Jahre Dienst in der Feuerwehr Bernhard Hölzle, Hermann Bechthold und Klaus Dieter Müller, für 65 Jahre Harry Jagelki und für mehr als 65 Jahre Dienst in der Feuerwehr Fritz Ziegler, Otto Schübel sowie Karl Gutekunst.
Neu dabei:
2025 gab es fünf Neueinstellungen und eine Neuverpflichtung: Artur Ewert (Abteilung Beihingen), Marc Aurel Katz und Jonas Renz (beide Abteilung Haiterbach), Lea Genger und Kevin Bihler (beide Abteilung Unterschwandorf) sowie Martin Reiter (Abteilung Oberschwandorf).