Ein exotischer Gast, der dauerhaft bleibt: Seit ein paar Monaten ist der Serval bei den Tierrettern in Ichenheim untergebracht. Nun wurde für ihn ein Gehege errichtet. Foto: THRO

Die Tierhilfs- und Rettungsorganisation Ichenheim hat seit Sommer einen Serval in ihrer Obhut. Für die afrikanische Wildkatze wurde nun ein Gehege errichtet.

Ichenheim - "Endlich ist unser Außengehege für den Serval fertiggestellt", sagt die stellvertretende Vorsitzende der Tierhilfs- und Rettungsorganisation Ichenheim, Monika Ehrlacher, im Gespräch mit unserer Redaktion. Einige Nerven – "aber vor allem einen großen Batzen an Geld" – hat es die Tierretter gekostet, das drei Meter hohe und 70 Quadratmeter große Gelände für die afrikanische Wildkatze zu errichten. Die Kosten für das neue Gehege beliefen sich auf 7000 Euro – "Geld, das wir im Grunde nicht haben und nun natürlich auf einige Spenden hoffen." Auch der Blick auf den Winter und die Energiekrise sorgt bei Ehrlacher für Sorgenfalten auf der Stirn. "Es graut einem wirklich davor, man will gar nicht daran denken", sagt die stellvertretende Vorsitzende. Eines sei jedoch erfreulich: Der Serval fühle sich in seinem neuen Außengehege sehr wohl. Anfangs sei er noch recht skeptisch gewesen, mittlerweile sei er aber "aufgetaut". "Er kann sich auf mehreren Ebenen niederlassen, beobachtet gerne unsere Gänse und Rehe und ist sehr interessiert an allem", sagt Ehrlacher. In diesem Zuge wolle die Tierretter-Organisation nochmals einen großen Dank gegenüber den Helfern aussprechen, die bei jedem Wetter zur Stelle waren – "es waren weniger, als erhofft, aber wir waren über diese helfenden Hände sehr dankbar."

Damit es der afrikanischen Wildkatze nicht langweilig wird, würden die Tierretter stets darauf achten, dass sie Beschäftigung bekommt – "mit Spielzeug oder verschiedene ›Knobelaufgaben‹, die ihn letztlich zu seinem Futter führen", so Ehrlacher. Das Tier werde auch immer zutraulicher, der Vorsitzende der Organisation, Karlheinz Maier, könne den Serval mittlerweile sogar aus der Hand füttern. "Die Fütterung bleibt nach wie vor ihm überlassen – unsere Mitarbeiter werden das weiterhin nicht übernehmen, das Risiko ist einfach zu groß. Es bleibt trotz des sanften Erscheinungsbilds ein Raubtier, das nicht unterschätzt werden darf", sagt Ehrlacher unserer Redaktion.

Das Veterinäramt hat den Serval, der mittlerweile geimpft und kastriert ist, zu Beginn des Sommers beschlagnahmt und nach Ichenheim vermittelt. Dort wird er nun bleiben. Zur Vergangenheit des Tieres wolle und könne Ehrlacher nichts sagen. "Wichtig ist für uns in erster Linie, dass er es bei uns gut hat", sagt sie.

Namenssuche

"Wir suchen noch nach einem Namen für den Serval-Kater. Über Vorschläge würden wir uns freuen", sagt die stellvertretende Vorsitzende der Tierhilfsorganisation Monika Ehrlacher. Wer einen Vorschlag einreichen möchte, könne dies über die Facebookseite der Tierretter oder per E-Mail an thro@tierhilfs-und-rettungsorganisation.de. Außerdem könne für den Serval eine Patenschaft übernommen werden. Weitere Infos finden Interessierte auf der Homepage www.tierhilfs-und-rettungsorganisation.de unter der Rubrik »Pate werden«.