Die etwa 50 Sängerinnen und Sänger des Projektchors begeisterten die Zuhörer. Foto: Dorn

„Kein Maß kennt die Liebe“ – als musikalischer Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 700-Jahres-Jubiläum des Klosters Wittichen konzertierte am Sonntagnachmittag der von Alexandra Kleiser geleitete Projektchor in der Kirche St. Ulrich in Schenkenzell.

Etwa 50 Sängerinnen und Sänger hatten sich seit Freitagabend im Kloster Wittichen musikalisch mit dem Leben und Wirken der seligen Klostergründerin Luitgard in den Kompositionen von Alexandra Klaiser beschäftigt. Der Überlieferung nach hatte Luitgard sich im Alter von zwölf Jahren nach Oberwolfach begeben und dort zwanzig Jahre im Kloster gelebt, ehe Gott ihr eingab, im Wittichen ein Kloster zu gründen.

 

Mit Marlena und Elisabeth Feger aus Oberwolfach nahmen zwei junge Mädchen in Luitgards Alter an dem Chorprojekt teil und sangen voller Begeisterung das Lied „Eine leise Stimme“ mit, mit dem Klaiser die Anfänge von Luitgards Biografie als junge Begine vertont hatte. „Selig, die arm vor Gott“, ein musikalisches Arrangement der Seligpreisungen aus der Bergpredigt illustrierte die Bettelreise Luitgards, um Geld für den Bau des Klosters im Jahr 1324 zu erwirken. Im Licht der in den Altarraum fallenden Strahlen der Nachmittagssonne strahlten die Sängerinnen und Sänger um die Wette, die Freude an der „musica sacra“ war bis weit über die ersten Kirchenbänke hinaus wahrzunehmen.

Nie selig gesprochen

Von der Kirche in Rom wurde Luitgard von Wittichen nie offiziell selig gesprochen. Zu Ehren der 1347 an der Pest verstorbenen Klostergründerin wird in Wittichen am zweiten Sonntag im Oktober das Luitgard-Fest gefeiert; mit „Kein Maß kennt die Liebe“ hat Alexandra Klaiser Luitgard bereits 2009 ein Kirchenlied gewidmet, das beim Konzert gleich zweimal (einmal als Zugabe) erklang. „Kein Maß kennt die Liebe, keine Grenze, keine Wand, weil das Leben gewinnt“.

Pfarrer Hannes Rümmele dankte Alexandra Kleiser, dem Chor und den Musikern Karl Echle (E-Piano), Stefan Echle und Fiona Dorn (beide Querflöte) und allen fleißigen Helferinnen und Helfern im Hintergrund für das arbeitsreiche Probenwochenende in Wittichen und das tolle Konzert in der Schenkenzeller Kirche.

Die Begeisterung ins ganze Bistum „hineinsingen“

Für die Zukunft der Kirche im Bistum Freiburg wünschte sich Rümmele, dass Kleiser am besten die Begeisterung für Gott über Wittichen und Schenkenzell ins ganze Bistum „hineinsingen“ solle. Die bei dem Konzert gesammelten Spenden kamen der Ulrika-Nisch-Stiftung für den Betrieb des Hauses in Mittelbiberach zugute. Die Stiftung hilft Schwangeren und Müttern mit ihren Kindern in Notlagen, häufig im Zusammenhang mit Schwangerschaftskonflikten, und stellt Wohnung und Unterkunft zu günstigen Bedingungen zur Verfügung.