Emotionaler Moment auf dem roten Teppich: Der überraschte Großvater der neuen Weinkönigin Dieter Kölble verlieh seiner Freude über die Wahl seiner Enkelin Ausdruck und drückte sie auf dem Weg zur Festbühne ganz fest. Foto: Schillinger-Teschner

Beim 70. Kippenheimer Weinfest ging die Krone unter viel Applaus von Stefanie Dorner auf ihre 21-jährige Nachfolgerin über. Die neue Hoheit stammt aus einer regelrechten Dynastie – schon ihre Mutter, eine Schwester und zwei Tanten hatten das Amt inne.

Das 70. Kippenheimer Weinfest, das zweite auf dem Festplatz vor dem Bürgerhaus, entpuppte sich bereits am Samstag bei der Eröffnung durch Bürgermeister Matthias Gutbrod und die scheidende Weinkönigin Stefanie Dorner als Besuchermagnet. Turn- und Sportverein hatten im Anschluss die ehemaligen Weinhoheiten aus ihren Reihen zu einem Umtrunk eingeladen.

 

Punkt 18 Uhr versammelte Gutbrod mehr als 50 ehemalige Weinköniginnen, Prinzessinnen und Blumenmädchen aus 70 Jahren um sich, um mit diesen anzustoßen. In angeregten Gesprächen freuten sich die „Ehemaligen“ über ein Wiedersehen und schwelgten in Erinnerungen. Maria Burkart, geborene Kindle, die 1964 für den Musikverein Weinkönigin gewesen war, konnte zur allgemeinen Begeisterung sogar mit einem Fotobeweis aufwarten, der ihre Fahrt in der Königinnen-Kutsche zum Festplatz dokumentierte. Sie war eigens für den Empfang aus Germersheim angereist.

Glücklicher Opa fällt seiner Enkelin um den Hals

Besonders erfreut zeigte sich der Bürgermeister, dass auch viele der Hoheiten aus den Anfangsjahren seiner Einladung gefolgt waren. Mit einem emotionalen Epilog verabschiedete sich Stefanie Dorner sichtlich gerührt aus ihrem Amtsjahr und gab so den Startschuss für den Einzug ihrer Nachfolgerin. Der rote Teppich von der Laube des Turnvereins zur Bühne hin war ausgerollt, aus den Lautsprechern erklang als Einzugsfanfare „Viva la Vida“ von der britischen Band Coldplay. Die TV-Vorsitzende Andrea Kalt beschritt diesen als Festführerin und geleitete Elena Kölble als Weinkönigin 2024/25 durch das Spalier der Festbesucher ins Rampenlicht. Kurz vor der Bühne konnte der überraschte Opa Dieter Kölble seine Freude nicht zurückhalten und nahm seine Enkelin fest in die Arme.

Bürgermeister Matthias Gutbrod (von rechts) stieß mit der neuen Weinkönigin Elena Kölble, ihrer Mutter Ute Kölble und der TV-Vorsitzenden Andrea Kalt auf ihre Amtszeit an. Foto: Schillinger-Teschner

Nach einleitenden Worten von Bürgermeister Gutbrod übernahm Kölble die Krone von Dorner. In ihrer Ansprache zeigte sich die frisch gekrönte Weinhoheit dankbar, dass die Wahl, insbesondere im Jubiläumsjahr auf sie gefallen war. „Ich freue mich so sehr, dass ich im kommenden Jahr den Kippenheimer Wein und den Turnverein repräsentieren darf“, gab die neue Weinhoheit ihrer Freude Ausdruck.

Weinhoheit von 1959 sendet liebe Grüße

Vor ihr waren bereits die Mutter, Schwester und zwei Tanten Weinkönigin gewesen, die als Vorbilder dienten und ihr jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stehen werden. Nach dem Ehrentanz mischte sich Weinkönigin Elena Kölble mit ihrem Gefolge unter die Menge und beehrte einige der Lauben mit ihrer Anwesenheit.

In der Laube des Turnvereins erwartete sie eine besondere Überraschung: 17 ehemalige Weinköniginnen des TV empfingen sie mit Applaus und strahlenden Gesichtern. Andrea Kalt las eine handgeschriebene Postkarte vor, die sie von Marliese Rodewald, geborene Siefert, Weinkönigin des TV im Jahr 1959 erhalten hat. Diese wünschte darin ein wunderschönes Jubiläumsfest und brachte ihr Bedauern zum Ausdruck, dass sie nicht persönlich dabei sein konnte.

Die Festbesucher, unter denen sich auch die Breisgauer Weinkönigin Jessica Mutschler, Claudia Handke, Geschäftsführerin der Breisgauer-Wein-Gesellschaft, und der Lahrer Oberbürgermeister Markus Ibert gemischt hatten, konnten den lauen Abend mit kühlen – auch alkoholfreien – Getränken, einem breitgefächerten Speisenangebot und Livemusik von den Colorados in ausgelassener Stimmung ausklingen lassen. Nach dem traditionellen Frühschoppen-Konzert, für das die Schlosskapelle Schmieheim aufspielte, traf die Weinkönigin am Sonntag mit einem Ehrenkorso, bestehend aus zwei Oldtimern und zwei historischen Motorrädern auf dem Festplatz ein. Mit an Bord waren auch Oma Lore Wagner und Opa Dieter Kölble.

Programm startete am Sonntag mit einem Frühschoppen-Konzert

Für die Kinder war am Nachmittag ein buntes Kinderprogramm durch die KJG geboten. Die TV-Kindertanzgruppe bot mit ihrer Darbietung eine weitere Bereicherung des Festprogramms. Musikalisch wurde der Sonntag außerdem von der Unterhaltungsabteilung der Stadtkapelle Ettenheim und später den Entertainer Danny abgerundet.

Vielfach engagiert

Die neue Kippenheimer Weinkönigin Elena Kölble ist 21 Jahre alt und studiert Theologie in Freiburg. In ihrer Freizeit engagiert sie sich als Übungsleiterin für Kindertanz und Kinderturnen im Turnverein, sowie als Jugendleiterin im Kippenheimer Musikverein. Familiär ist die Familie Kölble bereits in Sachen Weinkönigin vorbelastet: Ihre Mutter Ute Kölble, die Schwester Katinka Kölble, sowie zwei ihrer Tanten hatten schon ebenfalls für den Turnverein als Weinköniginnen amtiert.