Der Heimatverein Marzell hat mit Gästen sein 70-jähriges Bestehen gefeiert. Der Vorstand hatte ein abwechslungsreiches Festprogramm vorbereitet.
Glückwünsche und ein Dankeschön für das Engagement und die vielfältigen Veranstaltungen zu Gunsten der Ortschaft Marzell überbrachte Bürgermeister Mario Singer. Der Heimatverein habe „seit Beginn des Wirtschaftswunders weitsichtig zur tollen Entwicklung Marzells beigetragen“, sagte Singer.
Wohlklingend und vielstimmig trat der Männergesangverein Vogelbach-Malsburg vor das Publikum. Mit seinen zwei Auftritten, nach denen die Besucher eine Zugabe forderten, gab der Männergesangverein dem Abend eine ganz besondere feierliche Note. Beeindruckend war auch der Auftritt des Rebwälder Alphornvereins, für den es ebenfalls viel Applaus gab.
Festrede von Fred Wehrle
Viel beachtet war die Festrede von Fred Wehrle, der die Anfänge, Fortschritte und Ergebnisse der Bemühungen des Heimatvereins (bis 1994 noch Verkehrsverein genannt) in den Fokus stellte. Bettelarm sei Marzell früher gewesen. Erst, als in den Jahren 1897 bis 1905 die Heilstätten gebaut wurden, verbesserte sich die Infrastruktur. Die Folge: Die Besucherzahl stieg. Allerdings bremste der Krieg diese Entwicklung wieder aus.
1938 erschien dann der erste Werbeprospekt, es ging wieder aufwärts. Doch dann hat der Zweite Weltkrieg die Entwicklung negativ beeinflusst. Danach folgte endlich die Erholung, die Menschen kamen wieder ins Kandertal. 1955 war es Bürgermeister Berthold Fritz, der nach der Gründung des Heimatvereins dafür sorgte, dass es aufwärts ging. Es wurde Gästewerbung betrieben, der Ort wurde verschönert und es entstand ein neuer Werbeprospekt. Aktivitäten wurden geschaffen, und bereits im Jahr 1963 wurden mehr als 6000 Übernachtungen gezählt.
Der Verein nahm Fahrt auf. Ruhebänke wurden aufgestellt, Wanderungen angeboten und es entstand ein Unterkunftsverzeichnis. Blumenschmuck entlang der Kander verschönerte das Dorfbild. Geführte Wanderungen fanden statt, Werbetafeln wurden angebracht und zuletzt 1974 ein Wassertretbecken gebaut.
Einsatz für das Dorf
Bis letzteres entstehen konnte, mussten zwei Jahre Bürokratie überwunden werden. Die Mitglieder des Heimatvereins betreuten sowohl das Wassertretbecken als auch den später entstandenen Minigolfplatz auf ehrenamtlicher Basis. Feste, Vorträge zur Häusergeschichte, Nachtwanderungen, Ausflüge – „was der Verein in den vergangenen 70 Jahren geleistet hat, kommt am Ende allen zu Gute“, stellte Wehrle fest. Den Mitgliedern sei es gelungen, den Heimatgedanken weiter zu tragen, das Dorf zu verschönern und das Kulturangebot auszubauen.
Alte Postkarten, die die Entwicklung im Dorf und der beiden Heilstätten, Luisenheim und Friedrichsheim, aufzeigten, stießen auf großes Interesse. Mal schwarz-weiß, dann wieder in Farbe, geziert mit Jagdmotiven oder mit Alpensicht, sogar Innenansichten der Heilstätten hatte Fred Wehrle mitgebracht.
Zum Abschluss bereicherte Achim Schaller den Festabend mit Naturfotografien, die die Besucher durch ein ganzes Jahr, mit allen seinen Farben, in Marzell führten.
Auch kulinarisch war für die Gäste bestens gesorgt. Zudem war eine Tombola vorbereitet worden, deren Erlös dem Heimatverein und damit dem Ort Marzell zu Gute kommt.