Wer in Seelbach baden möchte, muss ab dieser Saison mehr bezahlen. Der Gemeinderat hat am Montag eine Erhöhung der Gebühren beschlossen. Auch die Kurtaxe war Thema.
70 Cent mehr für Erwachsene, ebenfalls 70 Cent mehr für Jugendliche: Die Eintrittspreise fürs Seelbacher Familienbad werden zu dieser Saison steigen. Der Gemeinderat folgte dem Wunsch der Verwaltung, die damit das Defizit aus dem Schwimmbadbetrieb reduzieren möchte (wir berichteten).
Kämmerer Wolfgang Mech stellte den Gemeinderäten die Zahlen und Fakten vor: Der Eintrittspreis für Erwachsene soll von 4,30 Euro auf fünf Euro steigen, der für Jugendliche von 2,30 auf 3 Euro. Nach einer im Jahr 2002 festgesetzten Regelung berechnen sich davon ausgehend alle Preise für Zwölfer-, Dauer-, oder Familienkarten, die ebenfalls in diesem Maße steigen.
Kommission berät über Höhe der Kurtaxe
Bei der vorherigen Sitzung kam in Person von Gemeinderätin Julia Anselm-Weber (Grüne) die Frage auf, ob nicht auch Feriengäste künftig Eintritt zahlen sollten. Für die ist aktuell der Schwimmbadbesuch frei. Mech nahm diesen Gedanken auf: „Man muss bedenken, dass sie täglich eine Kurtaxe bezahlen.“ Aus dem Bereich Tourismus könne man über die Einnahmen aus der Kurtaxe jährlich rund 76 000 Euro dem Schwimmbad zurechnen. Bürgermeister Michael Moser ergänzte: „Es ist eine Fehlinformation, dass Kurgäste an den Kosten nicht beteiligt werden.“ Er kündigte an, dass in einer kommenden Haushaltsstrukturkommission auch die Höhe der Kurtaxe Thema sein wird.
Anselm-Weber reichte das am Montagabend nicht: „Das Thema wird in der Gemeinde emotional diskutiert.“ Sie hätte es schöner gefunden, in einer Sitzung sowohl über die Erhöhung der Kurtaxe als auch über die Erhöhung der Eintrittspreise fürs Schwimmbad zu sprechen. Sie verstehe, dass die Gemeinde auf die Mehreinnahmen nicht verzichten könne. „Doch für diese Saison liegt die Mehrbelastung bei den Seelbacher Bürgerinnen und Bürgern.“ Der Betrieb des Familienbads steht für sie indes nicht zur Debatte: „Die Preiserhöhung ist wichtig, damit wir das Bad perspektivisch halten können. Kinder lernen dort schwimmen, es gibt Präventionsangebote durch Sport und Bewegung.“
Werner Göhrig befürchtet, dass Preise noch weiter steigen
Ähnlich äußerte sich Werner Göhrig (CDU): „Eine Schwimmbadschließung infolge zu hoher Defizite wäre ein Verlust sozialer Infrastruktur“. Er befürchte sogar, die Preise in Zukunft noch weiter anheben zu müssen. Dass Kurgäste einen Teil des Eintrittspreises zahlen, hält er für keine Option. „Der Aufwand für die Verwaltung wäre viel zu hoch“.
„Wir werden von einigen Bürgern geschimpft bekommen“, sorgte sich Wolfgang Himmelsbach (SPD), der der Erhöhung dennoch zustimmte. Denn: „Wenn wir wollen, dass das Schwimmbad so wie jetzt betrieben wird, ist diese Erhöhung gerechtfertigt.“ Die Preise seien im Rahmen, Himmelsbach stellte dabei einen Vergleich zum Eintrittspreis in den Europa-Park an. Bei der Kurtaxe wiederum müsse man „sehr weit vorausplanen“. Schließlich würden die Gastgeber mit dem Preis und dem freien Eintritt ins Schwimmbad im Voraus werben. Gäbe es da Änderungen, „würden wir einige Gäste erzürnen“.
Moser betonte abschließend, man belaste die Bürger „nur im notwendigen Maße“ – und wies auf das Angebot hin: „Wir haben ein großartiges Bad, das mit viel Liebe betrieben wird.“ Bei einer Enthaltung durch Anselm-Weber stimmte der Gemeinderat für die Erhöhung der Eintrittspreise.
Die neuen Preise
Erwachsene (ab 16):
Einzeleintritt: fünf Euro, Zwölferkarte: 50 Euro, Dauerkarte 70 Euro
Jugendliche (bis 16):
Einzeleintritt: drei Euro, Zwölferkarte 30 Euro, Dauerkarte 42 Euro
Familienkarte:
100 Euro