Am und im Hesse-Museum tut sich was. Foto: Klormann

Die Sanierung des Hesse-Museums in Calw ist in vollem Gange. Das Projekt soll 7,5 Millionen Euro kosten – und rechtzeitig zu einem besonderen Jubiläum fertig sein.

Im Mai 2020 hat der Gemeinderat die Generalsanierung des Hermann-Hesse-Museums beschlossen. 2,85 Millionen Euro sollte das Projekt kosten. Der Bund wollte die Hälfte der Kosten übernehmen. 2023 wurde als Fertigstellungstermin verkündet.

 

Doch das Projekt verzögerte sich. Das lag vor allem daran, dass Gutachten und Untersuchungen immer weitere Mängel am Gebäude zu Tage förderten: Schimmelbefall, Schädlinge, Asbest im Boden. Ein von der Stadt beauftragter Architekt erklärte, dass das ganze Haus entkernt und neu aufgebaut werden müsse.

Hinzu kamen steigende Bau- und Rohstoffpreise. Und so entstanden immer neue Kostenschätzungen: erst 4,5 Millionen Euro, dann 6,3 Millionen Euro, schließlich sprach die Verwaltung im November 2024 sogar von 8,7 Millionen Euro.

Dazu kamen Diskussionen mit dem Denkmalamt oder Probleme bei den Vergaben der einzelnen Bauarbeiten.

Im Gemeinderat sorgte diese Entwicklung für Unmut. „Schockiert, frustriert“ und „fassungslos“, zeigte sich zum Beispiel Jürgen Ott vor einem Jahr im Gemeinderat. Das Gremium entschied damals auch, den geplanten Neubau eines Saals nicht weiterzuverfolgen – eine Sparmaßnahme. Denn dadurch reduzierte sich die Kostenschätzung auf 7,5 Millionen Euro.

Eröffnung am 3. Juli 2027

Nun stand das Hesse-Museum wieder auf der Tagesordnung der jüngsten Bauausschusssitzung, die Jürgen Ott in Vertretung für Oberbürgermeister Florian Kling leitete. Dort stellte die Verwaltung die Ergebnisse der jüngsten Ausschreibungen vor.

Für knapp 860 000 Euro beauftragte der Ausschuss die Vergabe der Arbeiten für die Holzfenster, die Holzfensterläden, den Blitzschutz, für den Aufzug sowie die Rohbauarbeiten. Außerdem erteilte das Gremium dem OB eine Vergabeermächtigung für die Außenputzarbeiten, welche rund 330 000 Euro kosten sollen. Schon vergeben wurden Zimmerer- und Klempnerarbeiten für insgesamt rund 565 000 Euro.

Dadurch, dass beim Rohbau durch Umplanungen weitere Einsparungen möglich seien, liege man insgesamt unter dem veranschlagten Budget von 7,5 Millionen Euro, rechnete Thomas Frank aus dem Bauamt vor.

Er nannte auch einen Eröffnungstermin für das sanierte Hesse-Museum: den 3. Juni 2027.

„In der Planung und im Bauablauf wird alles unternommen, um den Termin einhalten zu können“, seht in der Sitzungsvorlage. Frank hielt den Termin für „machbar“, wenn nichts Größeres dazwischen komme.

Dach im Februar fertig

„Die Kostenrechnung passt“, sagte Adrian Hettwer (GfC). Er interessierte sich für einen präziseren Zeitablauf. Im Dezember werde die Bodenplatte aufgestemmt, so Frank. Im Februar sei das Dach fertig. Ende März werde mit den Arbeiten an den Fenstern begonnen. Die Zimmererarbeiten würden ebenfalls im Dezember beginnen, das beauftragte Unternehmen mit vielen Handwerkern kommen.

„Was ist im letzten Jahr passiert?“, fragte Oliver Höfle (GfC) nach. Es sei zum Beispiel ein alter Erker in Richtung das Cafés abgebaut, außerdem verschimmeltes Fachwerk ersetzt worden. Aber das seien Sachen, die einem nicht sofort auffielen.

Höfle wollte zudem wissen, ob der Eröffnungstermin wirklich haltbar sei. Die Stadt habe ja mit dem Denkmalschutz in der Vergangenheit einen „Konflikt“ gehabt. Man habe mit dem Denkmalschutzamt und dem Regierungspräsidium im Sommer einen „riesen Termin“ gehabt. „Da haben wir alles besprochen und uns geeinigt“, sagte Frank. Die verbleibende Zeit sei knapp, aber „machbar“, wiederholte Frank.

Raisch will mehr „Druck“

Udo Raisch (CDU) erinnerte daran, dass das Projekt eigentlich schon 2026 freigestellt werden sollte. 2027 sei „Hesse-Jahr“ (Am 2. Juli 2027 wäre Hermann Hesses 150. Geburtstag). Da müsse wirklich alles fertig sein. Vielleicht müsse der Projektausschuss öfter tagen, „dass da Druck reinkommt“, so Raisch.

Ott warf ein, dass es an den Handwerkern liege und mehr Sitzungen nichts brächten. Man müsse schauen, dass die Handwerker es „nicht schleifen lassen“, sagte Raisch.

Johannes Schwarz (SPD/Grüne) schlug einen Besichtigungstermin der Baustelle vor, an dem sich die Gemeinderatsmitglieder die Lage vor Ort anschauen könnten. Die Verwaltung sagte dies zu.

Schwarz fragte noch, wann die weiteren Gewerke, besonders im Innenausbau, beauftragt würden. Daran hänge letztlich auch der Eröffnungstermin. Innenputz-, Trockenbau-, Fließen- und Schreinerarbeiten sowie die Haustechnik würden im Frühjahr vergeben, antwortete Frank.