Der Chor der Brezele Buebe beim Vortrag Foto: Gudrun Gehr

Allen (eisigen) Widrigkeiten zum Trotz feierte die Narrenzunft Brezele Buebe ihren 66. Geburtstag auf dem Blumenplatz in Kandern.

Und da der unternehmerische Mut oft belohnt wird, füllte sich der Platz zunehmend mit Besuchern und befreundeten Cliquen, bis es zur Mittagsstunde kuschelig eng auf dem Festplatz wurde. Sogar die Sonne spielte mit und schickte wärmende Strahlen zur Geburtstagsparty. Die Gäste plauschten derweil in lockerer Runde bei Fleischkäsweckli, Raclette, Neujahrswecken und Glühwein vom Weinbrunnen der Firma Hemmerle prächtig.

 

Die Brezele Buebe mit ihren rund 30 Aktiven um den Vorsitzenden Nico Hörling hatten ein unterhaltsames Rahmenprogramm rund um den närrischen Geburtstag geschaffen.

Hörling begrüßte alle Gäste, insbesondere die befreundeten Narrencliquen. Ab 11.11 Uhr erfolgte der Narrenprolog samt Mottoverkündung, getextet von Nico Hörling und vorgetragen von Olli Kugel. In den 66 Jahren der Existenz der Brezele Buebe sei „wahrhaftig viel passiert, es wurde gesungen, gelacht und auch das eine oder andere Schorle konsumiert“.

Der Verein wurde 1960 auf Initiative von Werner Mayer gegründet, viele Jahre gab es erfolgreiche Zunftabende. Es bleibt die Hoffnung, dass bald wieder Zunftabende auf die Beine gestellt werden können – momentan sei man in der Phase der Mitgliedersteigerung.

Hoffnung auf Zunftabende

In den 66 Jahren gab es insgesamt vier Oberzunftmeister. Drei, Werner Mayer, Rainer Bissinger und Johann Albrecht, standen hiervon mehr als jeweils 20 Jahre in der Mitte des Geschehens. Auch machten sich die Brezele Buebe noch einige Gedanken zur aktuellen politischen Situation und stellten fest: „Tja, Putin und Trump, zwei Männer über 70 Jahre, beide über ihrem Zenit – eins ist sicher: Auch in elf Jahren mit 77 bleiben die Brezele Buebe der Hit.“

Das Motto der aktuellen Kampagne lautet „Sit 66 Johr z’Chander schallts: Brezele mit Salz – Wii in Hals!“.

Die Burgunder Rätzer aus Mauchen traten in Kandern beim 66. Geburtstag der Brezele Buebe auf. Foto: Gudrun Gehr

Dann traten die Brezele Buebe als Chor zusammen und sangen stimmungsvoll quasi die Hymne der Narrenzunft mit mehreren Strophen: „Brezeli-Buebe, das sin mir alli Zit, solang es Brezeli, Wii un Fasnacht git – Brezeli-Buebe, voll Witz und Ironie – das wänn mir immer si.“ Die Begleitung auf der Gitarre erfolgte durch Markus Kern, dem in der eiskalten Januarluft sogar die ideale Stimmung seines Instruments gelang.

Viele befreundete Narren besuchten die Veranstaltung zum Gratulieren, darunter die Geißen-Clique oder die Chanderner Beelze Buebe. Auch die Grabedierer Marzell mit den Vorsitzenden Kevin Schurek und Jessica Kopp hatten Geschenke mitgebracht.

Geschenke und Ständchen

Die Chanderner Hexen um Simon und Melissa Brombacher trugen zum Gratulieren ein Gedicht vor und sagten in Ehrfurcht vor dem hohen Alter des Geburtstagskinds: „Drum stoßed mit uns an, hebet d’Gläser empor, Uf d’Brezele Buebe – hüt, morn und no viele Johr; Mir gratuliere vo Herze, lut un klar: 66 Johr – Ihr sind eifach wunderbar.“

Die weitere musikalische Umrahmung des Mittags übernahmen die Guggemusiken der Burgunder Rätzer Mauchen und Nodedaig Chnädder Kandern, die den Gästen trotz der winterlichen Temperaturen kräftig einheizten. Da wurde tüchtig mitgesungen und mitgeschunkelt.

Hinterlassenschaften der Guggenmusiken auf dem Platz waren nach den geforderten Zugaben beste Stimmung und Begeisterung nach der langen „guggenlosen“ Zeit.