65 Jahre Rietvögel: Es war Sommerfest und Sommerfasnet – da war der äußerste südwestliche Innenstadtbezirk eine gefragte Location.
Am Samstagmorgen hat fast jeder etwas im Städtle zu tun und danach, ein kleiner Frühschoppen und Mittagessen. Jedenfalls, die Wäscheleinen waren über die Gasse gespannt, wie anderswo der Strauße-Besen hängt.
Auch OB Jürgen Roth kam pünktlich, um routiniert den Fassanstich zu vollziehen. So erfuhr man auch, dass er über seine Eltern doch auch noch so etwas wie Heimatrecht im Riet besitzt.
Schrecksekunde
Recht bald nach der Anfangsphase des Fests eine Schrecksekunde, wurde doch vermeldet, dass die Vorräte an sogenannten bleifreien Getränken bei dem brütigen Wetter bedenklich zu Neige gingen. Chefsache für Rietbürgermeister Heinz Zimmermann. Er sorgte gleich persönlich um Abhilfe, die Romäusquelle musste nicht angezapft werden.
Das einladende Geburtstagskind Rietvögel-Verein hatte sich auch etwas unters Volk gemischt, eher etwas ungewohnt schüchtern für einen Rietvogel, muss man doch nicht unbedingt mit seiner Rüstigkeit hausieren gehen.
Ein Puzzle
Mit dem von Alt-Rietbürgermeister Klaus Paulus entwickelten Puzzle „Woasch es no“ nahm sein Vorgänger Frank Ummenhofer seine Rategäste auf eine Zeitreise in die Anfangszeiten des Vereins. Völlig in Vergessenheit geratene Details wurden aus den grauen Zellen hervorgeholt.
Wer weiß denn noch sowas, dass beispielsweise das Vorgängermodell der Tribüne beim Kater-Empfang einstmals die Tribüne der Wettkampfleitung bei den in den 1950er- und 60er Jahren am Tannhörnle stattfindenden Motocross-Rennen war. Am Romäusturm gab es seinerzeit noch keinen Wehrgang.
92 Helfer
Es war das sechste Sommerfest im Riet, und findet, wenn nichts dazwischenkommt, alle zwei Jahre statt. 92 Helfer sorgten heuer dafür, dass wahrlich niemand darben musste. Für die richtigen musikalischen Töne sorgten die Stadtharmonie und Walter Scheuble alias der Barde von der Baar.
Nächstes Jahr fällt das nächste Festle an. Der Rietbunker in der früheren Werkstatt des Autohauses Ummenhofer im unteren Riet ist seit 40 Jahren regelmäßige Besenwirtschaft. Es geht also weiter über die 65 hinaus, Ruhestand eher nicht, „vorher fällt der Krakes vom Stängle“.