Auch die ganz kleinen Ettenheimweiler Wölfe waren beim Umzug zum 44-Jährigen schon dabei. Foto: Decoux

So etwas hat Ettenheimweiler schon lange nicht mehr erlebt: Das kleine Dorf platzte aus allen Nähten. Der Jubiläumsumzug zum 44-Jährigen der örtlichen Narrenzunft Wölfe zog nahezu 6.000 Teilnehmer und Zuschauer an.

Ettenheimweiler - Die Zuschauer des Umzugs der "Wielermer Welf" mussten teils lange Fußmärsche bewältigen, denn der komplette Ort war für Autos gesperrt. Doch die vielen Auswärtigen wurden mit einem alemannischen Narrenspektakel belohnt, wie es seinesgleichen sucht. 37 Zünfte und Gruppen mit insgesamt 1.500 Aktiven bahnten sich einen Rundweg durch das Dorf, an zentraler Stelle vom Balkon der "Bärenbachklause" von Mike Arnold und Franz Hedrich trefflich kommentiert. Von dort aus beobachtete auch die ordensbehängte Stuttgarter Justizministerin Marion Gentges (CDU) mit ihrem revolutionärem Hecker-Hut (Filzhut mit Feder) die lange Brauchtumsparade.

Viele heimische Zünfte kamen

Die Parade wurde von der heimischen Wolfsgarde samt Hästrägern und Offiziellen gebührend angeführt, gleich gefolgt von Ettenheimer Stadtkapelle und den "Hoorig". Zumeist umliegende Zünfte aus dem Südbezirk ließen sich die Umzugsteilnahme nicht entgehen, ob Altdorfer Sendewelle, Kappeler Rhinschnooge, Ruster Hanfrözi, Münchweierer Gelruewe, Wallburger Wilde Christen, Orschweierer Hornige oder Ringsheimer Rämässer. Auch aus Schuttertal, Weisweil, Niederhausen, Wyhl, Oberweier, Kürzell oder Freiamt waren die Narren angereist. Den weitesten Weg hatten die Schlossbuck-Hexen aus Döggingen bei Rottweil zurückgelegt.

Oberzunftmeister ist zufrieden

Nach zwei Umzugsstunden zeigte sich Oberzunftmeister Jonas Hösel als "Leitwolf" nicht nur erleichtert über die bewältigte "heftige" Gesamtlogistik des Geschehens, sondern auch die Rekordzahlen an Teilnehmern und Zuschauern. Schon am Vorabend konnte das Großzelt der Wielermer Welf am Sportplatz zu ihrem 44-jährigen Bestehen rund 600 Festgäste kaum noch fassen (wir berichteten).

Viel Musik geboten

Der Umzug geriet zum alemannischen Narren-Brauchtum pur. Musikalisch wurde er kräftig von mehreren Fanfarenzügen aus Rust (samt Fahnenschwingern) und Ringsheim unterstützt. Mit dabei waren ebenfalls die Niederhausener Sändleschränzer und die ihren Namen ebenfalls verdienenden Ringsheimer Ohrenquäler.