Gerd Hurm, Sohn des Künstlers Karl Hurm, schenkt dem Galeristen-Ehepaar Speier ein Hurm-Bild. Foto: Fechter

In der Schwarzen Treppe wurde am Samstag die Ausstellung zum 95. Geburtstag des Weildorfer Malers Karl Hurm eröffnet.

Das war keinesfalls selbstverständlich, war doch Galerist Hermann-Josef Speier vor einem Jahr sehr schwer erkrankt und hatte in der Folge seine Arbeit in der Galerie aussetzen müssen. Seinen langjährigen Freund und Weggefährten mit dieser Ausstellung zu ehren, war für Speier aber Ehrensache, und so begrüßte er gut gelaunt, später sichtlich gerührt, die zahlreichen Gäste, darunter Vertreter der Kommunalpolitik, zahlreiche Künstler, Freunde und Weggefährten der Galerie und natürlich die Familie Hurm, die mit ihren Leihgaben diese Ausstellung ermöglicht hat. Gezeigt werden 60 Bilder.

 

Bürgermeister Heiko Lebherz, der den 2019 verstorbenen Künstler persönlich nicht mehr kennenlernte, zeigte sich beeindruckt vom Schaffen des Ehrenbürgers Hurm, der eng mit der Stadt verbunden sei. Lebherz kündigte für 2026 eine Sonderausstellung im Städtischen Kunstmuseum Ölmühle an, die vor allem das Spätwerk Hurms würdigen wird. Er dankte der Familie Hurm und dem Galeristenehepaar Speier für ihr großes Engagement, denn die Stadt alleine könne das Erbe Hurms nicht am Leben halten.

Sonderausstellung im Städtischen Kunstmuseum Ölmühle

Auch Gerd Hurm, Sohn von Karl Hurm, richtete Dankesworte an den Galeristen, ohne den Karl Hurms Arbeit nie den großen Rahmen und schließlich die internationale Anerkennung bekommen hätte. Die Ausstellungen in der Schwarzen Treppe seien daher immer etwas Besonderes. Hurm bedankte sich beim Ehepaar Speier mit dem Bild einer Ballonfahrt, bei dem Karl und seine Frau Anni wohlwollend auf die Erde herunterschauen.

Lebensweg von Karl Hurm

Kunsthistorikern Ramona König zeichnete den Lebensweg des Malers vom „Sonntagsmaler“ zu einem der bekanntesten Vertreter der naiven Kunst in Deutschland nach. Schon in jungen Jahren habe der Autodidakt Karl Hurm intensiv seine großen Vorbilder wie Picasso und Gaugin, Chagall und Paul Klee studiert. „Gewandelt und geblieben“: das habe ihn an Picasso besonders fasziniert, und das treffe auch auf den Künstler Hurm zu, der sich stetig weiterentwickelt aber dabei unverkennbar geblieben sei. Hurm habe seine Umwelt nicht abgebildet, sondern aus seiner Sicht dargestellt. Seine Weltsicht sei dabei keineswegs nur „naiv“ gewesen, vielmehr seien der farbenfroh gestalteten und manchmal auch grotesken Welt häufig eine feine Gesellschaftskritik versteckt gewesen. Die Fülle seiner Themen sei mannigfaltig, die Farbgebung faszinierend und oft losgelöst vom Gegenstand. Der Künstler habe es immer abgelehnt, seine Werke zu erklären, und vor allem Fragen nach der omnipräsenten üppigen rothaarigen Frau nur mit einem feinen Lächeln beantwortet.

Fülle an Themen

Ramona König empfahl den Galeriebesuchern einen intensiven Blick auf das Werk Hurms, und zwar am besten aus unmittelbarer Nähe, so wie es auch der Künstler gewollt hatte.

Gelegenheit zum schauen, staunen entdecken und genießen gibt es noch bis zum Sonntag, 30. November, täglich von 14 bis 17 Uhr.