Das Festwochenende zum 60-jährigen Bestehen des Hotels Waldsägmühle in Kälberbronn wurde mit einem Empfang mit 110 geladenen Gästen eingeläutet. Nicht nur Petrus, sondern auch die Gastgeber hatten für passende Rahmenbedingungen gesorgt.
Es war ein Abend, an dem sich Martin und Sabine Ziegler mit ihren beiden Söhnen Marc und Tim auch bei all denjenigen bedanken wollten, mit denen sie seit Jahren zusammenarbeiten. Neben Familie und Freunden waren daher zahlreiche Handwerker sowie Vertreter von Wirtschaft, Gastronomie, Verwaltung und Politik eingeladen, um das 60-jährige Bestehen zu feiern.
Bei hochsommerlichem Wetter wurden die Gäste zunächst im Freien mit einem Gläschen Champagner begrüßt. Für den passenden musikalischen Rahmen sorgten dezent die „Schnitzentaler Alphörner“. Das gesellige Beisammensein an den Stehtischen stand im Vordergrund.
Ein Ort der Begegnung
Die Grußworte zum Festakt hatten die Gastgeber zwischen die Gänge des Menüs mit erlesenen Weinen platziert, das im Hotel serviert wurde. CDU-Bundestagsabgeordneter Klaus Mack lobte zwischen Gänseleber und Wolfsbarsch die Zertifizierung der „Walsägmühle“ zum Naturparkhotel und die Partnerschaft mit dem Nationalpark. „Das zeugt von Ihrer regionalen Denkweise.“ Es müsse das Interesse aller sein, den Tourismus und die Gastronomie auch für die Zukunft krisenfest zu machen. Dazu gehörten eine gute Infrastruktur, bezahlbare Energiepreise und ein positives Image der Region. Aktuell lägen die Umsätze in der Gastronomie noch immer 14 Prozent unter den Umsätzen von 2019. Müssten Betriebe schließen, fehle mehr als nur eine Wirtschaft oder ein Hotel. Es fehle dann ein Ort der Gemeinschaft und Begegnung.
In Vertretung für Landrat Klaus Michael Rückert würdigte sein ehrenamtlicher Stellvertreter Gerhard Gaiser die „Waldsägmühle“ als einen „Leuchtturm der Schwarzwälder Hotellerie und Gastronomie“, der bei deutschen und internationalen Gästen einen „exzellenten Ruf“ genieße. Wer die Gastfreundschaft, Liebenswürdigkeit und den Charme des Hotels einmal kennengelernt habe, komme gerne wieder. Erfolgsfaktoren seien „richtungsweisende und nachhaltige Investitionen über Jahrzehnte“ und engagierte Gastgeber.
Vor dem Kalbsfilet lobte Bürgermeister Dieter Bischoff den Innovationsgeist und wirtschaftlichen Weitblick der Hoteliersfamilie. „Sie haben immer geschaut, wo gibt es Neuerungen, wie können wir unseren Gästen noch etwas bieten.“ Dazu brauche es Mut, Elan und auch Risikobereitschaft.
Höhere Mehrwertsteuer
Die Vorsitzende des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) im Kreis Freudenstadt, Beate Gaiser, betonte, dass sich Martin Ziegler in der Dehoga-Vorstandschaft engagiere. Kritisch erwähnte sie die derzeit wenig positive Stimmungslage in der Gastronomie und Hotellerie. Die Anhebung der Mehrwertsteuer habe nicht nur zu höheren Preisen, sondern auch zu zurückgefahrenen Investitionen geführt. Hinzu kämen steigende Personalkosten, sinkende Gewinne, höhere Kosten bei Speisen und Getränken sowie wachsende Bürokratie.
René-Francis Maeder vom Partnerbetrieb „Relais&Chateaux Hotel Doldenhorn“ in Kandersteg (Schweiz) würdigte vor dem Parfait von der weißen Schokolade die seit 28 Jahren bestehende Hotelpartnerschaft. Aus der Partnerschaft habe sich längst eine Freundschaft entwickelt.
Die Geschichte und die Zukunft der „Waldsägmühle“
Rückblick
Martin Ziegler ließ die Historie des im Jahr 1964 von seinen Eltern Hans und Marta Ziegler gegründeten Hotels Revue passieren. Seither haben zahlreiche Um- und Anbauten stattgefunden. 1999 wurde der Hotelbetrieb von Martin und Sabine Ziegler übernommen. Der Bau der „Zinsbachtherme“ 2008 und der Bau weiterer Suiten samt Freibad, Bistro und Ruhehaus mit Yogaraum im Jahr 2019 waren weitere Großinvestitionen, die zuletzt mit dem Bau der neuen Hotelküche ein – allerdings nur vorläufiges – Ende gefunden haben.
Ausblick
„Unser nächstes Projekt, ein Energiehaus mit Parkdeck, steht in den Startlöchern“, so Ziegler. Er betonte, auch künftig in umweltfreundliche Technologien zu investieren und die Nachhaltigkeit zu fördern. Auch auf die sich ändernden Bedürfnisse der Gäste soll flexibel reagiert werden. Beispielhaft nannte er das Vitalbuffet, Yogaangebote, Speisekarten und die Einführung dynamischer Preise im Hotel. Sohn Marc bereite sich ab September in Lausanne auf den Master vor, Tim werde auf der Hotelfachschule in Heidelberg zum Küchenmeister und Betriebswirt ausgebildet. „Wie ihr seht: Die nächste Generation ist gesichert.“