Bürgermeister Matthias Gutbrod (links) und Kommandant Lucas Riegger (rechts) ehrten Schmieheims Abteilungskommandanten Arne Claßen (von links), Michael Hartmann, Wolfgang Hartmann und Volker Meier für ihr langjähriges Engagement. Foto: Obergföll

Die Mitgliederzahl der Kippenheimer Wehr stieg 2025 um 14 Einsatzkräfte. Das sei nicht nur ein Grund zur Freude, sondern auch nötig – auch die Herausforderungen steigen.

„Die Feuerwehr wird immer mehr gefordert – und wir liefern“, zeigte sich Kippenheims Feuerwehrkommandant Lucas Riegger in seinem Bericht erfreut darüber, dass die Wehr mit den gestiegenen Anforderungen mithält. Als besonders erfreulich nannte er die positive Mitgliederentwicklung bei den aktiven Wehrleuten: 14 neue Kameraden wurden 2025 für den Dienst gewonnen. Feuerwehr und Gemeindeverwaltung hatten mit einer gezielten Anschreibeaktion sowie Informationsangeboten für den Dienst in der Wehr geworben. Der Erfolg konnte sich bei der Hauptversammlung eindrucksvoll sehen lassen. Die Feuerwehr Kippenheim umfasst 65 Aktive. Der Nachwuchs bei den „Feuerfunken“ zählt 30 Jugendliche und in der Jugendfeuerwehr 18 Jugendliche. Ein Drittel davon sind jeweils Mädchen.

 

Die wachsende Mannschaft bringe organisatorische Herausforderungen mit sich, stärke jedoch langfristig die Einsatzfähigkeit, sagte Riegger. Die Zusammenlegung der beiden Abteilungen aus Kippenheim und Schmieheim bezeichnete er als historische Entscheidung und als zukunftsweisenden Schritt.

Bürgermeister kritisiert die „Vollkasko-Mentalität“ vieler Menschen

Damit sei auch die Grundlage für den geplanten Neubau eines gemeinsamen Feuerwehrhauses geschaffen worden. Er erinnerte an die Schaffung des Führungstrupps Ortenau-Süd gemeinsam mit den Gemeinden und Feuerwehren Mahlberg, Ettenheim und Ringsheim. Damit sei die gegenseitige effektive Unterstützung bei größeren Einsatzlagen möglich. „Führung wird immer anspruchsvoller“, betonte Riegger.

Die Tätigkeitsberichte der Abteilungskommandanten Riegger (Kippenheim) und Arne Claßen (Schmieheim) nannten für das vergangene Jahr 59 Einsätze – beispielsweise bei einem brennenden Bagger, bei Fahrzeug- und auch Wohnungsbränden oder auch bei der Beseitigung von Ölspuren nach Unfällen. Die Zahlen seien im Vergleich zu den vergangenen zehn Jahren deutlich angestiegen.

Dazu kamen Fortbildungen und Übungen für Atemschutz, Maschinisten und die Mannschaften. Die Beschaffung eines neuen Mannschaftstransportwagens wurde beschlossen. Mehrere Übungen haben stattgefunden, eine davon am Herrweiherhof zusammen mit den Wehren Mahlberg und Lahr. Schriftführer Simon Hebding berichtete von zahlreichen kameradschaftlichen Veranstaltungen und Hilfen bei Umzügen.

Jugendwart Jonas Storz zählte viele Aktionen und Übungen bei der Nachwuchsarbeit während des Jahres auf und dankte den zahlreichen Betreuern für deren Einsatz. Aktuell gibt es eine größere Warteliste wegen starker Jahrgänge. Die Alterskameraden zählen aktuell 20 Mitglieder. Sie freuen sich an häufigen geselligen Zusammentreffen und helfen bei Festen mit.

Bürgermeister lobt den Einsatz der Wehr

Bürgermeister Matthias Gutbrod dankte der „Feuerwehrfamilie“. Die positive Mitgliederentwicklung sei der Verdienst der Wehr. Kritisch äußerte er sich zur „Vollkasko-Mentalität in Teilen der Gesellschaft“. Sie führe zu einer steigenden Herausforderung für Einsatzkräfte. Nicht immer könne er die Gründe für Notrufe nachvollziehen. Die Gemeinde unterstütze die Wehr nach ihrer Möglichkeit und neue Fahrzeuge würden angeschafft. Optimistisch zeigte er sich hinsichtlich des neuen Feuerwehrhauses und versicherte, dass die Gemeinde immer gemeinsam mit den Beteiligten nach einer Lösung suche. Grußworte gab es vom Leiter des Polizeipostens Ettenheim Jochen Brehm und von Kommandant Thomas Obergföll von der Feuerwehr Mahlberg.

Info – Besondere Leistungen

Eine besondere Ehrung für 50 Jahre aktiven Feuerwehrdienst und der Auszeichnung mit dem „Ehrenzeichen in Gold in besonderer Ausführung“ verlieh die Feuerwehr Michael Hartmann, Wolfgang Hartmann und Volker Meier. Kommandant Riegger und Bürgermeister Gutbrod würdigten ihren langjährigen Einsatz als außergewöhnliche Treue und gelebte Kameradschaft über ein halbes Jahrhundert hinweg. Yannick Schrempp wurde zum Oberfeuerwehrmann, Manuel Sontheimer zum Löschmeister und Arne Claßen zum Brandmeister befördert. Matthias Nowack wurde für 15 Jahre aktiven Feuerwehrdienst ausgezeichnet.