Die Pfohrener Entenburg wird 550 Jahre alt und das soll mit einem Jubiläum im Juli gefeiert werden. Clemens Fritschi (von links), Robert Hasenfratz und Kai Sauser sind schon kräftig am Organisieren. Foto: Jakober

Das Jubiläum kam alles andere als überraschend. Schließlich feiert die Entenburg in diesem Jahr ihren 550. Geburtstag. Das soll auch groß gefeiert werden – trotz Corona oder gerade eben erst recht.

Donaueschingen-Pfohren - Gemeinsam planen Burgherr Kai Sauser und die Pfohrener Feuerwehrkapelle ein Entenburg-Festival, das vom stattfinden soll – natürlich an der Entenburg.

Als Pfohren im Jahr 2017 seinen 1200. Geburtstag feierte, bot die Entenburg eine perfekte Kulisse für das Mittelalter-Fest. "Im Nachgang waren viele der Meinung, dass man so ein Fest generell alle zwei oder drei Jahre machen könnte", blickt Kai Sauser zurück. Doch 2020 stand erst einmal das Jubiläum der Schnuferzunft an und wie es in Pfohren Tradition ist, halfen alle Vereine mit, sodass schon alle eingespannt waren.

500 Besucher geplant

"Im August vergangenen Jahres haben wir noch einmal konkreter gesprochen", sagt Robert Hasenfratz, der gemeinsam mit Clemens Fritschi die Feuerwehrkapelle führt. Nach Zweifeln im Herbst und zum Jahreswechsel war nach der Fasnet klar: Kai Sauser und die Feuerwehrkapelle wollen es wagen.

Ursprünglich war einmal über einen Termin am Vatertag nachgedacht worden. Schließlich hat die Feuerwehrkapelle beim Donaumusikfestival bereits mit diesem Termin sehr gute Erfahrungen gemacht. Doch die aktuelle Pandemie-Situation zeigt, dass der Mai für eine Veranstaltung mit viel Publikum durchaus noch mit einem sehr hohen Risiko verbunden ist. In den Herbst wollten die Verantwortlichen auch nicht. "Mit Blick auf vergangenes Jahr wäre die Situation dort zwar sicherer, aber da werden wohl viele Veranstaltungen stattfinden, die im vergangenen Jahr abgesagt worden sind", sagt Sauser. Aber ein Sommertermin – auch vor dem Hintergrund, dass schon viele große Festivals wie in Freiburg abgesagt worden sind – sei ideal.

Vier bis fünf Wochen wollen die Feuerwehrkapelle und Sauser noch warten, dann soll auch der Kartenvorverkauf beginnen. "Ab einer Erlaubnis von 500 Besuchern ziehen wir die Veranstaltung durch. Wenn 1000 möglich wären, wäre das fast schon ein Traum", sagt Sauser. Wobei 500 knapp kalkuliert sei, doch in Zeiten, in denen es kaum Veranstaltungen gibt, wäre es wohl auch möglich, Sponsoren zu finden. "Wir sind ja schließlich beide sehr festival-erprobt", sagt Clemens Fritschi. Der Vorteil ist das Gelände: Ein- und Auslass können kontrolliert werden, die Datenerfassung ist so einfach möglich und da Robert Wolf auch die Wiese rund um die Entenburg zur Verfügung stellt, ist eines reichlich vorhanden: Platz, um Abstände einzuhalten.

Vereine helfen mit

Wie bereits beim "Showkonzert on the road" im Herbst werden die Fußballer und die Schnufer die Bewirtung übernehmen. "Mich hat sogar schon jemand angerufen und sich als Helfer angeboten, ohne, dass ich überhaupt etwas gemacht habe", sagt Sauser und Fritschi fügt hinzu: "Wir Pfohrener haben ja schon bewiesen, dass wir super Feste organisieren können."

Viel hängt natürlich von den Corona-Regeln im Juli ab. Doch auch bis dorthin gibt es einen weiteren Faktor, der über das Festival entscheidet. Ab wann und in welcher Form können die Pfohrener Musiker überhaupt Proben. "Das ›Showkonzert on the road‹ war unsere letzte Veranstaltung", blickt Robert Hasenfratz zurück. Seither hätten die Musiker nicht mehr zusammen gespielt. Und auch wenn jeder zuhause für sich probt, eine Kapelle müsse eben auch zusammen spielen.

"Es geht ja darum, ob 45 Leute überhaupt irgendwo mal proben können", sagt Hasenfratz. Zwei Monate vor der Veranstaltung sollte das schon möglich sein. "Bei so einem Konzert geht das nicht, wenn wir erst 14 Tage vorher mit dem gemeinsamen Proben anfangen", fügt Fritschi hinzu.

Beliebtes Showkonzert

Für den Samstagabend ist eines der beliebten Showkonzert der Feuerwehrkapelle geplant – allerdings im XXL-Format. "Wir werden das Positive aus den vergangenen Jahren kombinieren", sagt Hasenfratz. Beispielsweise sei beim "Showkonzert on the road" sehr gut angekommen, dass die Kleingruppen mehr als einen Beitrag präsentierten. Das soll nun auch beim Entenburg-Festival so sein. Ansonsten wird es neben dem beliebten Showkonzert-Konzept noch andere Gruppen geben. Mit dabei sind beispielsweise Fireball, die bereits 2019 mit der Feuerwehrkapelle ein Konzert an der Entenburg gegeben haben. Und die Donaueschinger Gregor Lange und Sebastian Schnitzer sind mit den ehemaligen "Mofarockern" beim Entenburg-Festival mit dabei.

Ist es nicht riskant, jetzt so eine Veranstaltung zu planen? "Man könnte auch sagen: Jetzt erst recht", sagt Kai Sauser und Clemens Fritschi fügt hinzu: "Wir sind richtig motiviert und haben wirklich Bock darauf." Sollte die Lage im Juli das Festival nicht zulassen, könne man es auch absagen. Anders herum allerdings sei es nicht möglich: "Wir können nicht erst im Juli anfangen zu organisieren, wenn wir sehen wie die Situation dann ist."

Freitag, 23. Juli:

Ab 19 Uhr bietet die Unadinger Band "Blosmaschii" Jazz, Rock, Pop und Schlager. Ab 20.30 Uhr werden "Shantel & Bucovina Club Orkestar" auf der Bühne an der Entenburg zu sehen sein. Der Musikproduzent und DJ Shantel ist international mit seiner exotischen Mischung aus schweren Bässen, osteuropäischer Folklore und brachialen Bläserfanfaren unterwegs.

Samstag, 24. Juli:

Los geht es um 17 Uhr mit dem "Showkonzert XXL & Friends". Die Feuerwehrkapelle hat für das Entenburg-Jubiläum ihr Showkonzert modifiziert. Neben den Pfohrener Musikern wird es auch regionale Bands geben. Beispielsweise ist die Deep-Purple-Tribute-Band "Fireball" dabei, die 2019 mit der Feuerwehrkapelle schon ein Konzert an der Entenburg gegeben hat. Und auch Gregor Lange und Sebastian Schnitzer werden mit den ehemaligen "Mofarockern" auftreten.

Sonntag, 25. Juli:

Der Sonntag wird traditionell gestaltet. Los geht es um 10 Uhr mit dem Frühschoppen. Den ganzen Tag über werden regionale Musikvereine für Unterhaltung sorgen. Das Ende ist für 18 Uhr geplant.

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