Finale Furioso nach drei tollen Turniertagen: Bei der Siegerehrung nach dem 50. Stetten-Turnier platze die Bühne im Festzelt fast aus allen Nähten. Foto: Thomas Kost

Wetter – vom Feinsten; Stimmung – bombastisch: Das 50. Stetten-Turnier über Pfingsten wird noch lange in bester Erinnerung bleiben. Hier die schönsten Bilder.

Was sich vom Freitag vor Pfingsten bis Pfingstmontag auf dem Sportgelände unterm Weinberg und auf den zu Camping-Plätzen umfunktionieren Wiesen darum herum abgespielt hat, lässt sich kaum mit Worten beschreiben. Überall Massen an Leuten - und nur fröhliche Gesichter.

 

„Normalerweise ist ein so großes Fest ohne Security undenkbar, wir kommen aber ohne sie aus, weil wir eine große Familie sind, die einfach Spaß daran hat, miteinander zu feiern“, freute sich Mihael Nemecek, Vorsitzender vom gastgebenden SV Grün-Weiß Stetten über ein unglaubliches Fest.

Über 300 Helfer im Einsatz

Der Gastgeber hatte sich fürwahr mächtig ins Zeug gelegt: Über 300 Helfer waren an den drei Festtagen im Einsatz, um den Gästen aus den anderen acht Orten dieser einmaligen Stetten-Gemeinschaft den Aufenthalt im Eyachtal so angenehm wie möglich zu machen. Selbst Haigerlochs Bürgermeister Heiko Lebherz, zum ersten Mal bei einem Stetten-Turnier dabei, konnte nur staunen über den großen Zusammenhalt der neun Stetten. Sein Dank galt natürlich insbesondere dem SV Grün-Weiß Stetten als Organisator der Jubiläumsausgabe des Turniers. Der Verein, konstatierte der Bürgermeister, habe eine absolut tolle Veranstaltung auf die Beine gestellt. Lebherz: „Das zeigt den großen Zusammenhalt im Ort.“

Heute sind wir alle grün: Roland Schneider (links), Vorsitzender der Stetten-Turniergemeinschaft und Haigerlochs Bürgermeister Heiko Lebherz strahlen übers ganze Gesicht, so toll gefällt ihnen das 50. Stetten-Turnier. Foto: Thomas Kost

Gestartet war das Stetten-Turnier am Freitag mit einem Fußball-Elite-Talk, zu dem man den Ex-Profi des SC Freiburg, Nils Petersen, eingeladen hatte. Der 37-Jährige Stürmer plauderte natürlich gerne aus dem Nähkästchen und vermittelte interessante Details aus seinem Fußballer-Leben.

Fast 50 Elfmeter-Teams

Mit einer rekordverdächtigen Zahl von 40 Herren-Teams und sieben Frauenmannschaften ging danach das Elfmeter-Turnier über die Bühne. In acht Gruppen traten die Herrenteams an; am Ende schafften es die beiden Teams des „FC Chevapehausen“ und der FC „Bruck-Garage“ aus Trillfingen ins Finale, welches Chevapausen gewann. im Spiel um den dritten Rang gewann „Ich bin Hauke“ gegen den „FC Siewillja“. Bei den Damen siegten im Finale das Team „Ultra Extrem Tornadomonster“ aus Stetten/Hechingen gegen die „Elfmeterelfen“ aus Stetten/Hohentengen, im kleinen Finale behielten die Tennis-Chicks aus Stetten Haigerloch gegen die Tanzgarde 1 die Oberhand. Als Belohnung gab es Geldpreise, Verzehrmarken, Sekt und von Nils Petersen unterschriebene T-Shirts.

Die gute Laune setzte sich später bei der Party im vollen Festzelt mit „DJ D@N“ durch, der von Ballermannhits bis Partyrock so einiges zu bieten hatte und für eine tolle Stimmung sorgte.

Politischer Empfang mit Musik

Am Samstagmorgen begannen dann die Fußballspiele, zu denen die acht Mannschaften in zwei Gruppen antraten. Abends folgte schließlich ein Empfang in der Glückaufhalle, bei dem die politischen Vertreter aller neun Stetten Grußworte sprachen und Gastgeschenke austauschen. Umrahmt wurde der von der Stadtverwaltung organisierte Festakt vom Musikverein Stetten unter der Leitung von Uwe Schmid. Passend zum Anlass stimmten die Blaskapelle die weitbekannte Polka „Ein halbes Jahrhundert“ an. Roland Schneider, Vorsitzender der Turniergemeinschaft, offenbarte dabei das Geheimnis hinter dieser seit 50 Jahren bestens funktionierenden Veranstaltung: „Das Stetten-Turnier war immer ein Ort, an dem alte Freundschaften gepflegt und neue entstanden sind.“

Sorgte für beste Stimmung im Festzelt: Die Band "Extreme" aus Heilbronn. Foto: Max Bäurle

Eine beinahe explosive Stimmung herrschte danach im erneut vollen Zelt, als die Coverband „Xtreme“ aus dem Raum Heilbronn mit Musik aus diversen Stilrichtungen einheizte. Dabei boten die Band auch eine famose Pyro- und Feuershow. Schnell stand das Partyvolk auf den Tischen und Bänken oder drängte sich dicht vor der Bühne. In einem kleineren, angebauten Zelt, wurde zeitgleich das DFB-Pokalfinale übertragen, hier herrschte ebenfalls großer Andrang, und die Stimmung war - wie sollte es anders sein - famos, Fangesänge inklusive. Im Barzelt wiederum legte ab dem späteren Abend dann „DJ C“ auf.

Endspiel geht in Verlängerung

Am Pfingstsonntag stand König Fußball vollends im Mittelpunkt. Im Endspiel am späten Nachmittag standen sich der VfL Stetten/Mühlheim und die SpVgg Stetten/Karlstadt gegenüber. Der Landesligist von der Donau hatte sich dank des besseren Torverhältnisses gegenüber dem punktgleichen Stetten/Allgäu den Finaleinzug gesichert, die unterfränkischen Kreisklassenkicke hatten alle ihre drei Gruppenspiele gewonnen.

Der ganze Verein jubelt: Der VfL Stetten-Mühlheim holte sich in einem knappen Finale den Turniersieg Foto: Thomas Kost

Im Endspiel kam es dann fast, wie es kommen musste: Beflügelt durch eine gute Saison, die noch mit dem Aufstieg in die bayerische Kreisliga enden könnte, hielten die Karlstädter tapfer dagegen und zwangen die favorisierten Donau-Kicker in die Verlängerung. Als sich die Zuschauer schon aufs Elfmeterschießen eingestellt hatten, schoss Adrian Klein kurz vor dem Abpfiff den Treffer zum goldenen 1:0.

Stetten-Baby überreicht Siegerpokal

Die Gelb-Schwarzen von der Spielvereinigung ließen aber nur kurz die Köpfe hängen. Bei der anschließenden emotionalen Siegerehrung im Festzelt mit viel Gehupe, Wunderkerzen und Schlachtrufen war die Enttäuschung schnelle überwunden. Ein Highlight: Neben den beiden Enkelinnen von Turniergründer Norbert Koblitz durfte auch der elfjährige Lewi Angermayer aus Stetten/Pfalz beim Überreichen der Siegerpokale mitmachen. Er war vor elf Jahren mitten im letzten Stetten-Turnier, dass der SV Grün-Weiß 2015 ausgerichtet hatte, auf die Welt gekommen. Lewi ist damit das bisher einziges Stetten-Turnier-Baby.

Trainer Mike Bockstart nimmt von Stetten-Turnier-Baby Lewi Angermayer (inzwischen elf) den Siegerpokal entgegen. Foto: Thomas Kost–

Von Müdigkeit war danach im Festzelt keine Spur. Zur Musik von „EdelRock“ feierten die Party-Helden am dritten Tag in Folge Vollgas durch. Da haben die Grün-Weißen die Messlatte für den TV Stetten im Remstal mächtig hoch gelegt. Der Verein richtet 2027 die 51. Auflage des Stetten-Turniers aus.

Zahlen zum 50. Stetten-Turnier

Turnierendstand: 1. VfL Stetten/Mühlheim, 2. SpVgg Stetten/Karlstadt, 3. FC 98 Auerbach-Stetten/Allgäu. 4. TV Stetten/Remstal, 5. TSV Concordia Stetten/Röhn, 6. FC Hochrhein Hohentengen-Stetten 7. TuS 1860 Stetten/Pfalz, 8. TSV Stetten/Hechingen.

Bester Torschütze: Adrian Klein (VfL Stetten/Mühlheim); sechs Treffer.

Bester Torwart: Niklas Jäschke (Stetten/Allgäu).

Damenspiel: TSV Stetten/Hechingen – FC Hochrhein Hohentengen-Stetten 2:0.