Bühnenkünstler und Moderator Sebastian Schnitzer (von links) fühlte Alexis von Komorowski, Hauptgeschäftsführer des Landkreistages Baden-Württemberg, Freiburgs Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer und Kreisarchivar Clemens Joos bei einer Diskussionsrunde auf den Zahn. Foto: Hella Schimkat

Mit vielen Gästen aus nah und fern hat der Schwarzwald-Baar-Kreis sein Jubiläum zum 50. Bestehen eingeläutet. Ein Ehrengast war dabei der ehemalige Ministerpräsident Erwin Teufel, der maßgeblich an der Verwaltungsreform beteiligt war.

Der Schwarzwald-Baar-Kreis feiert seinen 50. Geburtstag – den Festakt am Freitag im Landratsamt in Villingen-Schwenningen ließen sich die Prominenz sowie die Bürgermeister und Ortsvorsteher nicht entgehen.

 

Auch der ehemalige Ministerpräsident Erwin Teufel, der vom ersten Tag an bis heute hinter dem Schwarzwald-Baar-Kreis steht, adelte den Festakt mit seiner Anwesenheit. Landrat Sven Hinterseh dankte Teufel für seine Initiative, ihm sei der Zuschnitt des Landratsamtes und der Kreisverwaltung in ihrer heutigen Form zu verdanken.

Hinterseh spannte bei den ehemaligen Landräten den Bogen vom 2018 verstorbenen Rainer Gutknecht, den er als Architekten und Bauleiter für den ersten Bauabschnitt des Schwarzwald-Baar-Kreises bezeichnete, zu Karl Heim, der in seine Fußstapfen trat, tatkräftig an die neuen Aufgaben ging und einen „Wind der Veränderung“ brachte, bis zum heutigen Tag.

Lukas Duffner mit 41 Jahren Kreisratsarbeit

Er freute sich sehr, unter den Gästen den ehemaligen Kreisrat Lukas Duffner begrüßen zu können. „Sie haben es auf 41 Jahre Kreisratsarbeit gebracht, das muss man erst einmal schaffen“, zeigte er sich beeindruckt. Hinterseh hatte gut zu tun, die vielen Gäste zu begrüßen, unter ihnen Patrick Strasser, Schaffhauser Regierungsrat, sowie den Komitatspräsident Laszló Rideg aus Ungarn.

Auch der ehemalige Ministerpräsident Erwin Teufel (Mitte) war beim Festakt dabei. Foto: Hella Schimkat

Mit den Worten „wir werden uns voller Zuversicht allen Herausforderungen stellen“ übergab er das Mikrofon an Wilfried Klenk, Staatssekretär im Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen. „Heute nach 50 Jahren fällt es uns schwer, uns die Zustände vor der Reform vorzustellen“, eröffnete Klenk seine Grußworte. Die neuen Landkreise seien alle gestärkt aus der Reform hervorgegangen. „Ohne deine Verwaltungsreform hätten wir nicht das erreicht, wo wir heute stehen“, richtete er sich persönlich an Erwin Teufel.

Menschen und das Ehrenamt stehen im Vordergrund

Dann sprach er Sven Hinterseh direkt an: „Sie sind hier unter anderem mit dem Klinikum vielen Landkreisen voraus“. Jetzt müsse man schauen, wie es im Flüchtlingsbereich und mit der Digitalisierung weitergehe. Eindringlich betonte er, dass es die Menschen seien, die sich ehrenamtlich für die Demokratie und die Mitbürger einbringen. „Danke für Ihr Engagement, ohne das Ehrenamt wären wir eine arme Gesellschaft“, betonte er.

Sebastian Schnitzer am Klavier sang das Lied von seiner schönen Heimatstadt Villingen-Schwenningen – es war ein Geburtstagslied, für die restlichen 30 Strophen reiche die Zeit nicht, meinte er trocken. Er holte Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer, Alexis von Komorowski, Hauptgeschäftsführer des Landkreistages Baden-Württemberg und Kreisarchivar Clemens Joos zu einer Gesprächsrunde auf die Bühne.

Bärbel Schäfer hat Lacher auf ihrer Seite

Joos hatte alle Landkreise – wie sie entstanden und was sie vorher waren – in seinem Gedächtnis. Wie kann er sich das alles behalten, dachten sich die Festgäste, aber das sei sein Leben. Alexis von Komorowski klärte über die Aufgaben des Landratsamtes auf, hier sei man nicht nur für Führerscheine zuständig, holte er weit aus.

Bärbel Schäfer hatte die Lacher auf ihrer Seite, denn von der Schwäbischen Alb nach Freiburg kommend habe ihr Chef zunächst gesagt: „Da sieht man den schwäbischen Geiz, wenn der Stoff des Rocks noch nicht mal bis zum Boden reicht.“ Inzwischen verstehe man sie auch in Freiburg, erklärte sie trocken und mahnte: „Die Nähe zu den Menschen ist wichtig, sie sind zutiefst verunsichert, haben Ängste oder ziehen sich zurück. Diesen ganze Alltag der Verwaltung müssen wir zeigen, das ist unsere einzige Chance, es wird nicht leicht sein.“