Kaltbrunns Ortsvorsteher Stefan Maier zog ein positives Fazit über die Eingemeindung von Kaltbrunn nach Schenkenzell zum 1. Januar 1974. Foto: Lothar Herzog

Beim Festakt zu „50 Jahre Schenkenzell und Kaltbrunn“ berichtete Ortsvorsteher Stefan Maier über die Entwicklung des Ortsteils in fünf Jahrzehnte.

Den Rückgang der Einwohnerzahl von einst 571 auf aktuell 291 sah Kaltbrunns Ortsvorsteher Stefan Maier weniger kritisch und führte dies auf den stattgefundenen Generationswechsel zurück. Die Altersstruktur habe sich verjüngt und derzeit stehe kein Gebäude leer.

 

Bei den umgesetzten Projekten werde relativ schnell klar, dass es weniger um den Nutzen für Kaltbrunn, sondern mehr um die geografische Eigenheit gehe. Die Flurneuordnung, der Sportplatzumbau und die Neubeschaffung eines leistungsfähigeren Feuerwehrfahrzeugs dienten der Gesamtgemeinde.

Wenn die heutige Arbeitsleistung der Verwaltung durch den immer größer werdenden Verwaltungs- und Dokumentationsaufwand auf die 70er Jahre übertragen werde, stünde für ihn fest: „Mit der damals vorhandenen schlanken Personalstruktur hätte sich Kaltbrunn schwergetan, von 1974 bis heute effizient, bürgernah und erfolgreich zu arbeiten“, bekräftigte der Ortsvorsteher. Was die früheren Entscheidungsträger geleistet hätten, dürfe nicht verkannt werden.

Dennoch müsse man sich mit dem fortschreitenden Wandel befassen, um zukunftsfähig zu bleiben. Für ihn sei deshalb, obwohl damals noch nicht geboren, der Zusammenschluss eine gute Entscheidung und „ein Werk auf Augenhöhe“ gewesen. Und auch die Bevölkerung habe den „neuen und gemeinsamen Weg“ gehen wollen.

Ein Raunen geht durch die Besucherreihen

Ein Raunen war in den Besucherreihen hörbar, als der Ortsvorsteher Daten aus dem letzten Jahr der Eigenständigkeit verlas: Beispielsweise umgerechnet 2,05 Euro für den Quadratmeter Bauplatz. Unter den von Maier aufgezählten umgesetzten Maßnahmen fanden sich der Bau der Kläranlage Kaltbrunn, Abwasserleitung Wittichen, Baugebiet Schulwiese, Kunstrasenplatz, Friedwald sowie die Sanierung der Roßbergkapelle. Die unechte Teilortswahl sei zur Kommunalwahl 2014 abgeschafft worden. „Alles in allem kann man festhalten, dass sich Kaltbrunn in den vergangenen 50 Jahren nach vorne entwickelt hat und das weiterhin tun wird. Durch den Zusammenschluss haben beide Gemeinden etwas gewonnen, jeder Ortsteil hat seine Stärken. Mit Vorurteilen oder Unterscheidungen ist niemandem geholfen“, betonte Maier.

Bürgermeister Bernd Heinzelmann wollte nicht alles schönreden. So habe sich die Anzahl von Gasthäusern, Hotels und Pensionen deutlich verringert und auch die Schaufenster im Ort seien weniger geworden.

Mit Metzgerei, Bäckereien, kleinem Vollsortimenter und baldiger Patisserie sei die Grundversorgung gesichert und mit Arzt, Zahnarzt, Physiotherapeuten, Hebammen und Apotheke biete die Gemeinde einen Gesundheitskomfort, der für ihre Größe beispielhaft sei.

Ohne Verwaltungsgemeinschaft kein gemeinsames Freibad

Ohne Zweifel habe die Verwaltungsgemeinschaft mit Schiltach die Gemeinde weitergebracht. Ohne sie hätte kein gemeinsames Freibad und Sporthalle gebaut werden können. Nicht vergessen werden dürfe die Sozialgemeinschaft Schiltach-Schenkenzell, die eine wichtige soziale Stellung einnehme.

Ein weiteres Jubiläum

Kloster Wittichen
Die Gemeinde feiert in diesem Jahr auch 700 Jahre Kloster Wittichen. Nach der Eröffnung des Klostermuseums vor Kurzem wird das Museum in den Sommermonaten einmal im Monat sonntags für Besucher geöffnet. Ein Vortrag des historischen Vereins Schiltach-Schenkenzell zum Leben der seligen Luitgard ist für den 13. September vorgesehen. Zudem wird eine Wanderroute rund um das Kloster ausgewiesen und im Dezember findet auf dem Klosterplatz in Wittichen ein Weihnachtsmarkt statt.