Ein bunter Lindwurm mit Fackeln zieht durch die Gassen. Foto: Gukelberger

Leinstetten verwandelte sich in eine Fasnetshochburg und präsentierte Brauchtum in seiner schönster Form. Auf Winzeln wartete eine Überraschung.

Bei fast frühlingshaftem Wetter fanden sich die Narrenzünfte der Vereinigung Waldgau zur Aufstellung zum Fackelumzug am Start im Oberdorf in Leinstetten ein. Überall konnte sich an den „Besen“ noch vor dem Umzug gestärkt werden.

 

Die Narrenzunft Leinstetten führte zusammen mit dem Musikverein den Zug an. Ein bunter Lindwurm mit Fackeln, begleitet von Musikkapellen, zog durchs Dorf. Viele Beobachter am Straßenrand erfreuten sich an dem bunten Spektakel.

Wolfgang Hiller und Sabrina Kaupp, die sich im früheren Häs des Narrenrats präsentierten, führten launig und gekonnt durch das Programm.

Flößer aus Glatt haben alles in der Hand. Foto: Gukelberger

Die freie Narrenvereinigung Waldgau wurde 1981 gegründet. Aus der Region zwischen Glatt-, Heimbach-, Kinzig- und Eschachtal mit Dornhaner Platte schlossen sich die Zünfte aus Aichhalden, Alpirsbach, Beffendorf, Dornhan, Fluorn, Glatt und Winzeln zusammen. Anwesend waren ebenfalls die Patenzunft, Speckmockelzunft Bösingen, und die Gastzunft, Schwarzwaldhexen aus Peterzell.

Die Mitgliederzahl wurde auf zehn Zünfte beschränkt, Leinstetten kam als achte und die Schnecken Bettenhausen als neunte Brauchtumszunft dazu.

Ungeordnet ist lange vorbei

Mit kurzen Worten begrüßte Patrick Günthner, Zunftmeister Leinstetten, die Anwesenden. Franz Kern (Beffendorf), Oberzunftmeister des Waldgaus, gratulierte Leinstetten. Die „ungeordnete Fasnet“ in Leinstetten, so Franz Kern, gebe es schon viel, viel länger als die geordnete ab 1974. Sein Dank ging vor allem an Ehrenzunftmeister Fritz Peter, der bis zum heutigen Tag voll bei der Leinstetter Zunft dabei ist.

Bier befreit

Nach Kerns eindrucksvoller Rede wurde das Fass zum Anstich vorbereitet, das Bier musste befreit werden. Schirmherr Gerd von Podewils durfte diese nicht ganz einfache Aufgabe übernehmen. Es fehlte schließlich die Dichtung, doch gekonnt löste Gerd von Podewils dieses Problem.

Es folgte die Vorstellung der Zünfte. Als Gastgeber wurde die Leinstetter Zunft mit Bär und Treiber von Sabrina Kaupp vorgestellt. Der Bärentanz rundete die Vorstellung ab.

Urkunde im 101. Jahr

Die Narrenzunft Winzeln wurde besonders geehrt, da sie im vergangenen Jahr ihren 100. Geburtstag feierte. Sie wurde einst von Franz Kern für die Aufnahme ins Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes vorgeschlagen. Nun, nach fast eineinhalb Jahren, kam die positive Nachricht. Präsident Pascal Reich wurde diese Urkunde feierlich überreicht.

Es ist vollbracht nach eineinhalb Jahren. „Nach sorgfältiger Prüfung und auf Empfehlung der Initiativgruppe Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte genehmigt die Deutsche UNESCO-Kommission der Narrenzunft Winzeln 1924 die Führung des Logos ,Immaterielles Kulturerbe Schwäbisch-Alemannische Fastnacht’.“ Foto: Gukelberger

Großartige Showeinlagen boten die Garden aus Dornhan, Beffendorf, Fluorn und Winzeln. Die Mädels heimsten großen Beifall für ihre tolle Darbietung mit stimmiger Choreographie ein. Der Fanfarenzug aus Alpirsbach brachte mit seinen laut- und kraftvollen traditionellen Stücken Stimmung in den Saal. Was wäre eine Fasnet ohne solch eine Musikgruppe!

Spektakuläre Show

Eine spektakuläre und unglaubliche Show lieferten die Aichhalder Blitzhexen. Ein Feuerwerk an Akrobatik pur, die Hexen flogen und tobten über die Bühnen und stapelten sich zu hohen Pyramiden. Gruselig und schaurig-schön zeigten sich Blitz und Donner in Gestalt der Hexen. Das Publikum tobte und schaute fasziniert auf diese gigantische Leistung der Gruppe.

Hexenkunst, die nicht jeder beherrscht. Foto: Gukelberger

Während der Veranstaltung und im Anschluss sorgte „Upside Down“ für Unterhaltung und Stimmung.