Ein halbes Jahrhundert schon musiziert das Tanzorchester Blacky’s Big Band aus Nagold. Bei einer abwechslungsreichen Veranstaltung zu diesem rundem Geburtstag wird das gebührend zelebriert.
„Blacky’s Big Band“ hat an ihrem 50. Jubiläum einiges zu feiern und lädt zum Open Air Tanzabend am Samstag, 29. Juni ab 17.30 Uhr in den Hof der Alten Seminarturnhalle in Nagold ein.
Der Kabarettist Klaus Birk führt durch das Programm – inklusive Tanzfläche unter freiem Himmel und einem professionellen Tanzpaar als Show-Act. Es geht querbeet durch die eigene Geschichte mit einem James Last-Medley und vielen speziell für den runden Geburtstag eingeübten neuen Stücken.
Aus einem Geburtstagsständchen zu Ehren von Senator Teufel entstand im Jahr 1974 die Idee zur Gründung einer Tanzkapelle für Nagold. Werner Schwarz sprach die überwiegend jungen Musiker an, ob sie sich nicht vorstellen könnten, eine Big Band zu gründen, ganz nach dem großen Vorbild James Last. „Wir hörten lieber CCR, die Beatles oder die Rolling Stones“, erzählt Norbert Klemm, Gründungsmitglied und langjähriger Vorstand, der auch weiterhin in der Rhythmusgruppe aktiv ist. Dem anderen Mitglied der ersten Stunde Henning Peterson ging es genauso, doch die Aussicht auf einen elektronischen Verstärker vor Ort weckte dann doch das Interesse der musikbegeisterten jungen Leute.
Gagen und Auftritte nehmen schnell zu
Aus rund 20 Musikern formierte sich schnell eine Stammformation. An die erste Vorstellung auf einem Campingplatz in Wildberg können sich die Urgesteine der Big Band noch lebhaft erinnern. „Es regnete jämmerlich und wir mussten unterm Vordach einer Hütte spielen. Blacky dirigierte unter einem Regenschirm. Es war ja unser erster Auftritt und wir wollten die Besucher nicht enttäuschen“, erinnert sich Klemm. Ganze 160 DM gab es dafür, doch die Gagen und Auftritte sollten schnell zu nehmen.
Es folgte sofort ein Highlight, nämlich das traditionsreiche Lichterfest auf dem Stuttgarter Killesberg. Die Auftritte auf der sogenannten „Nacht der 10 0000 Lichter“ auf dem Killesberg begleiteten die Band noch weitere 20 Jahre mit vielen großartigen Eindrücken.
Dirigent seit 32 Jahren dabei
Schon von Anfang an wurde auf stilvolle Tanzmusik und die dazugehörigen Tanzabende sehr viel wert gelegt. Ein Alleinstellungsmerkmal in der Region, dass die Truppe weiterhin gerne pflegt. So wurde die Big Band schon zur Begleitung der deutschen Meisterschaft im Tanzen in der Kongresshalle in Böblingen mehrfach eingeladen. Die Tanzveranstaltungen in der Alten Seminarturnhalle sind seit Beginn fester Bestandteil der rund zehn Auftritte im Jahr und genauso der Stadt Nagold.
Klaus Herrmann ist schon seit 32 Jahren Dirigent und arrangiert auch die Stücke für die Band. Er erweiterte das Repertoire, in dem es weg von der reinen Blasmusik ging und hin zu mehr musikalischer Abwechslung, wie Jazz oder Swing. Nicht nur er zeigt sich besonders stolz und dankbar, dass die Gruppe sich dadurch ein treues Stammpublikum erspielen konnte.
Viele Höhepunkte und schöne Erinnerungen
In 50 Jahre gibt es natürlich viele Highlights, wie zum Beispiel die Auslandsreisen in die Vereinigten Staaten im Jahr 1978 oder nach Südafrika drei Jahre später. Eigentlich sollte es anstatt ans Kap der Guten Hoffnung nach Südkorea gehen, doch auf Grund der damals angespannten Lage entschied man sich für den Südzipfel Afrikas.
Natürlich gibt es in einer so langen Geschichte nicht nur Höhen und die Gruppe stand des Öfteren vor der Frage wie und ob es überhaupt weitergeht. Doch durch neue Mitglieder und deren frischen Impulse fand auch die Stammformation, die seit fast 30 Jahren zusammen musiziert, wieder neue Motivation. Natürlich trägt auch die gute Kameradschaft und der hohe Teamgeist seinen Teil dazu bei. Man sei immer wieder auf der Suche nach neuen Musikern und ist froh, dass das jüngste Mitglied mit 16 Jahren erst kürzlich das Ensemble verstärkte.
Mit ganz besonderem Programm wird nun dieses Jubiläum gefeiert und alle Mitglieder von Blackys Big Band freuen sich auf zahlreiche Gäste. Da darf das „Heimspiel“ im Hof der Alten Seminarturnhalle nicht fehlen. Und wenn das Wetter nicht mitspielt wird in der Halle gefeiert oder es muss, wie beim ersten Auftritt, der Regenschirm zum dirigieren ausgepackt werden.