Beim Neujahrsempfang in Hüfingen wurde das ehrenamtliche Engagement stark gewürdigt. Und Bürgermeister Patrick Haas erläuterte wichtige finanzielle Eckpfeiler.
Am Neujahrsempfang in der übervollen Stadthalle beschrieb Bürgermeister Patrick Haas Hüfingen als eine lebendige Stadt, die von Menschen geprägt ist, die sich engagieren und etwas für die Stadt tun. Diese Grundhaltung stimme ihn angesichts weltweiter Turbulenzen, der sich zuspitzenden finanziellen Situation der Kommunen und anderer Herausforderungen für die Zukunft zuversichtlich.
Haas bezeichnete die Planung und Organisation bei gleichzeitigem Augenmerk auf den Erhalt solider Finanzen als zukunftsweisend. Als Beispiel nannte der Bürgermeister die im Vorjahr eingeleitete Gründung einer Nachbarschaftshilfe, die innerhalb weniger Monate 75 Helferinnen und Helfer zählen konnte. Unmittelbar mit ihr verbunden ist der Kauf des Geländes des ehemaligen Hotels Frank. Dies soll in Zukunft das Sozialraumangebot der Stadt und das alters- und bedarfsgerechte Wohnen deutlich erhöhen.
Haas skizzierte zudem den in Kürze fertiggestellten Anbau an das Feuerwehrgerätehaus in der Kernstadt, die Inbetriebnahme eines zweiten Holzhackschnitzelkessels, die kostenaufwendige Sanierung von Straßen sowie die Planung und bevorstehende Erschließung von Neubaugebieten in den Ortsteilen. All diese Projekte tragen laut Patrick Haas zu einer Optimierung der Gesamtstadt bei.
Rücklagen sind geschmolzen
Auch Hüfingen blieb von dem allgemeinen Trend nicht verschont und musste einen Rückgang seiner Rücklagen von 22 auf zehn Millionen Euro verkraften. Haas war erfreut, dass es gemeinsam mit dem Gemeinderat gelungen sei, diesen Trend mit kluger Prioritätensetzung und klarer Disziplin zu stoppen. „Wir investieren nicht mehr wie in den Vorjahren bis zu zehn, sondern nur noch 4,5 Millionen Euro“, erläuterte Haas. Als Beispiel führte er den Verzicht auf die städtische Veranstaltung Frühlingserwachen an. „Wir geben nur aus, was wir einnehmen“, beschrieb er das Rezept, um eine langfristige Handlungsfähigkeit sicherzustellen. „Stabile Finanzen sind das Fundament, auf dem wir gestalten können“, fügte er hinzu.
In seinem Ausblick für das Jahr 2026 nannte er die Neuaufstellung des Kinder- und Jugendreferats unter stärkerer Beteiligung von Jugendlichen sowie die Begleitung des Aquari in eine erfolgreiche Zukunft als Ziele. Zudem zählte er die bevorstehende Besetzung der Rektorenstelle an der Lucian-Reich-Schule und deren Kooperation mit dem FF-Altenheim in Bezug auf das Mensaessen hinzu. Investitionen seien für die Optimierung des Bauhofs, für den Bau eines Kunstrasenplatzes in Mundelfingen, für die Weiterentwicklung der Neubaugebiete, die Schaffung des Sozialraums anstelle des Gasthofs Frank und eventuell für die Erweiterung des altersgerechten Wohnens in der Friedensstraße geplant. „Wir haben jüngst drei Millionen Euro Fördergelder für den weiteren Glasfaserausbau erhalten“, freute sich Patrick Haas.
„Das ehrenamtliche Engagement unserer Mitmenschen, die Zeit, das Herzblut und die Verantwortung, welche sie investieren, bleiben unbezahlbar“, ergänzte er. „In Hüfingen wird niemand alleine gelassen, weil wir es wollen“, sprach er noch einmal vom „Herzensprojekt“ Gasthof Frank. Er appellierte, in Zukunft nicht alles negativ zu betrachten und im eigenen Einflussbereich zu wirken. Dabei war er überzeugt, dass ein großer Teil der Zukunft in der Eigenverantwortung jedes Einzelnen liege.
Haas nutzte die Chance, den Empfang mit einem kleinen Festakt zu 50 Jahren Gesamtstadt zu erweitern. Den Zusammenschluss als Folge der Verwaltungsreform symbolisiere die Gemeinschaft, den Zusammenhalt und das Wir-Gefühl. All dies stehe bei den Herausforderungen stets im Vordergrund und mache die Stadt zu dem, was sie heute ist.
In seinem Festvortrag beschrieb der ehemalige Bürgermeister Anton Knapp die Phase der Eingemeindungen als eine Zeit, die im Rückblick jeden der Teilorte inklusive Kernstadt besser dastehen lasse als ohne Reform. „Die finanziell und organisatorisch an ihren Grenzen anstoßenden Ortsteile wagten parallel zur Kreisreform den gemeinsamen Aufbruch“, beschrieb Knapp die Jahre zwischen 1970 und 1975 als aufregend und turbulent. Der Eintrag der aktuellen Ortsvorsteher ins Goldene Buch der Stadt festigte symbolisch noch einmal diese Einheit. Musikalisch bereicherte die Stadtmusik mit beschwingten Stücken den Empfang. Den Ausklang gestaltete ein Gesamtorchester aus Musikern aller Ortsteile.
Ein Helm mit Bedeutung
Die neue Corporate Identity
der Stadt stellt einen Römerhelm dar, der an die reiche Vergangenheit der Stadt erinnern soll. Der Kamm aus fünf Feldern symbolisiert die Ortsteile, welche mittig zur Kernstadt verlaufen. Die Halskrause besteht aus zwei Wellenlinien, welche die zahlreichen Gewässer und den Stellenwert von Natur und Ökologie für die Stadt darstellen.