Wenn sogar Stadtkämmerin Michaela Wild (hinten) Grund zum Strahlen hat, ist es perfekt gelaufen: Wie Kulturamtsleiter Martin Roscher und Stadtfest-Beauftragte Prisca Hille im Gemeinderat berichtet haben, hat das Budget für das Stadtfest „50 Jahre Albstadt“ gut gereicht – und von allen Fraktionen gab es Lob für das unvergessliche Ereignis. Foto: Karina Eyrich

Überwältigend ist das Lob der Gemeinderäte für das Jubiläums-Stadtfest „50 Jahre Albstadt“ ausgefallen. Der Wunsch aller ist per Beschluss nun zum Auftrag geworden.

„Das crazy“ – das Jugendwort des Jahres beschreibt laut Marianne Roth (SPD) perfekt das Stadtfest, dessen Bilanz Martin Roscher, Leiter des Amtes für Kultur, Tourismus und bürgerschaftliches Engagement, und Prisca Hille, die Stadtfest-Beauftragte, in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats gezogen haben.

 

Vom 17. bis 20. Juli hatten 100 000 Besucher auf sieben Plätzen gefeiert, wie die Auswertung der GPS-Daten und die erfahrungsgemäße Dunkelziffer – „Manche haben kein Handy dabei“, so Roscher – gezeigt habe: 5246 am Donnerstag, 22 495 am Freitag, 33 451 am Samstag und 20 802 am Sonntag. Durchschnittlich 101 Minuten seien sie in der Ebinger Innenstadt gewesen – 70 Prozent aus Albstadt, 30 Prozent Auswärtige.

Alle haben etwas zum Gelingen beigetragen

40 Albstädter Vereine, Gruppen und religiöse Gemeinschaften, 50 Bands, Künstler, Walking Acts und Vereinsgruppen, hatten das Fest mitgestaltet. 107 Stände, 29 Hütten und 37 Pagoden mit Angeboten säumten die Festmeile. Das Beste daran: Es habe sich niemand über Lärm oder andere Störungen beklagt, wofür Roscher, Hille und Oberbürgermeister Roland Tralmer ausdrücklich auch den Anwohnern dankten.

Die Kosten bezifferte Roscher auf 371 434 Euro – 449 542 Euro an Aufgaben stehen 78 108 Euro an Einnahmen gegenüber, so dass das Budget von 470 000 Euro unterschritten wurde. Die inneren Verrechnungen – etwa Ausgaben für die Leistungen des Bauhofs und der Feuerwehr – sind darin nicht enthalten; Freie-Wähler-Fraktionschef Matthias Brauchle bat um eine Aufstellung, die Roscher ihm zusagte.

Proppenvoll war die Innenstadt beim Stadtfest. Foto: Jannik Nölke

Das Lob aller Fraktionsredner fiel einhellig euphorisch aus. Ulrich Deufel (FDP) sieht den Wunsch seines ehemaligen Stadtratskollegen Philipp Kalenbach – „Das muss ein Fest werden, von dem man noch Jahre später spricht“ – als erfüllt an.

Was möglich ist, wenn alle in die Innenstadt kommen

Martin Braun (Wir sind Albstadt) betonte: „Das Stadtfest hat gezeigt, dass alle Bevölkerungsschichten friedlich miteinander feiern können, und welche positiven Effekte es hat, wenn wir unsere Innenstädte beleben.“ Als „großartiges Gemeinschaftswerk“ und „echte Teamarbeit – die wünschen wir uns auch ohne Stadtfest!“ bezeichnete Steffen Conzelmann (CDU) die Sause, die zeige, was Albstadt ausmache: „Engagement und Lebensfreude!“

„Das Stadtfest soll zu einer Marke werden“

Marianne Roth lobte das Organisationstalent der Macher und das „überwältigende Potenzial und die Fantasie“ aller Beteiligten. Sie schlug vor, für das nächste Stadtfest einen Button als Sammlerobjekt zu entwerfen – und solche soll es alle fünf Jahre geben, sofern die Finanzen es zulassen – den Auftrag für eine Detailplanung hat das Gremium dem Kulturamt einstimmig erteilt.

Auf halber Treppe zum großen, also alle zwei bis drei Jahre, soll außerdem ein kleineres Stadtfest realisiert werden – Martin Brauns Idee, jedes Mal einen der sieben Plätze zu bespielen, hat Roscher bereits aufgenommen. Das Ziel aller: „Das Stadtfest soll zur Marke werden“, wie Roscher betonte.

Dass niemand Kritik am Jubiläumsfest „50 Jahre Albstadt“ geübt habe – „außer, dass es zu wenige Aschenbecher gab“ –, freute Roscher, der Nils Maute (SPD) auf Anfrage versprach, dass nun auch die Pfandgelder bald an die Vereine überwiesen würden. Roland Tralmer nutzte die Chance, ein Gerücht zu dementieren: „Gruß an die Stammtische: Das Stadtfest hat keine vier Millionen Euro gekostet!“

Der Film zum Stadtfest: https://www.youtube.com/watch?v=B_C8pbsQF6g