Ganz Albstadt war vereint beim großen Stadtfest „50 Jahre Albstadt – 50 Jahre Vielfalt“. Foto: Jannik Nölke

Warum wir Albstädter noch in vielen Jahren vom Jubiläum „50 Jahre Albstadt“ profitieren werden, mutmaßt die Kolumnistin und meint: Da haben sich die Kosten richtig gelohnt.

Albstadt gibt es – dieses Fest ist der Beweis“ hatte unsere Redaktion getitelt, als am 21. Juli auf mehreren Seiten über das größte – und schönste – Stadtfest berichtet wurde, das die Albstädter und ihre Gäste in 50 Jahren gefeiert haben.

 

Tatsächlich hat die Mega-Sause deutlich gemacht, dass Albstadt in teils schwierigen Jahren seit der Gründung 1975 zu einer Stadt zusammengewachsen ist und die Gräben, die es wohl anfangs gab zwischen den beiden Gründungspartnerinnen Ebingen und Tailfingen sowie den weiteren sieben Stadtteilen, heute nicht mehr existieren. Wer lernen wollte, wie man ein Gemeinschaftsgefühl erzeugt, konnte es vom 17. bis 20. Juli anschaulich erleben.

Oberbürgermeister Roland Tralmer (rechts) lobt die Macher (von links): Kulturamtsleiter Martin Roscher und seine Kollegen Julian Köhnlein und Prisca Hille. Foto: Jannik Nölke

Dass in Ebingen – vom Gemeinderat vor Jahren als „Innenstadt“ Albstadts definiert – gefeiert wurde und alle Tailfinger, Onstmettinger und Truchtelfinger, Pfeffinger, Laufener, Lautlinger, Margrethausener und Burgfeldener trotzdem Heimspiel dabei hatten, ist deutlich geworden. Alle hatten sich eingebracht und damit nicht nur das Festmotto „50 Jahre Vielfalt“ unterstrichen, sondern auch gezeigt, dass Albstadt von genau dieser Vielfalt lebt.

Toller Beitrag der Kealänder aus Pfeffingen: Mit der lebendigen Slot Machine haben sie Spenden für den Club Handicap gesammelt. Foto: Karina Eyrich

Ist es nicht traurig, all die „Schlafdörfer“, wie sie genannt werden, zu sehen, die einst unter dem kommunalen Dach einer Stadt Unterschlupf gefunden haben und seither ein Dasein fristen als jene Orte, in denen die Wohnhäuser stehen? Zwar haben auch manche Stadtteile Albstadts keine eigene Schule mehr, die bekanntlich Leben ins Dorf bringt und den Vereinen Nachwuchs beschert. Truchtelfingen hat außerdem keine Feuerwehrabteilung und – wie wohl bald auch Laufen und Margrethausen – kein Feuerwehrhaus mehr am Ort.

Fantastisch waren die Beiträge der Vereine auf den Bühnen. Foto: Martin Kistner

In jeder anderen Hinsicht können aber alle Stadtteile von sich behaupten, echte Alleinstellungsmerkmale zu haben – bis hin zum kleinen, idyllischen Burgfelden.

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor

Einen Löwenanteil dieser Alleinstellungsmerkmale liefern die Vereine, von denen es in Albstadt rund 300 gibt – keiner wie der andere und zu 99 Prozent höchst aktiv. Sie waren ein wesentlicher Erfolgsfaktor des Stadtfestes, haben auf Bühnen und Festmeilen gezeigt, was sie leisten können, und das bunte Programm zu einem echten Erlebnis gemacht. Ohne einander die Show zu stehlen, ohne Missgunst, ohne Profilierungssucht. Jeder war ein kleines, aber wichtiges Rädchen beim großen Jubiläum – und bleibt es darüber hinaus.

Die Kette soll nicht mehr abreißen

Wie geht es nun weiter? Die Kette der Stadtfeste, von denen es früher schon legendäre gab, wollen die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung und der Gemeinderat nicht mehr abreißen lassen – trotz und gerade wegen des leeren Stadtsäckels. Denn gerade in Zeiten knapper Kassen, in denen mancher Synergieeffekt wie etwa ein gemeinsames Feuerwehrhaus für drei Abteilungen geschaffen und dafür hier und da etwas gestrichen werden muss, ist ein gesundes Zusammengehörigkeitsgefühl wichtiger denn je. Dieses generiert zu haben, ist der eigentliche Mehrwert dieses unvergesslichen Stadtfestes und bleibt der Erfolg dieses fantastischen Jubiläumsjahres.

Viele Albstädter und viele Auswärtige haben die Begegnungen beim Stadtfest genossen – und freuen sich schon auf weitere. Foto: Karina Eyrich

Den Teamgeist, der beim Stadtfest deutlich wurde, wünsche er sich immer so, hat CDU-Fraktionschef Steffen Conzelmann im Gemeinderat gesagt – und wir Albstädter stimmen sicher einhellig in diesen Wunsch mit ein.

Alle können dazu beitragen

Die gute Nachricht: Seine Erfüllung ist keine Glückssache – wir alle haben es in der Hand, dazu beizutragen. Wenn die Stadtkasse dann wieder besser gefüllt sein wird – Konjunktur und damit Gewerbesteuereinnahmen vollziehen sich bekanntlich in Zyklen –, dann dürfen wir uns freuen über die Synergieeffekte, die in der aktuell mageren Zeit entstanden sind. Und weiterhin über das Glücksgefühl, in einer Stadt zu leben, die zusammenhält.