Diese fünf herrlichen Wanderungen auf der Schwäbischen Alb und im Schwarzwald kann man zu jeder Jahreszeit unternehmen – zu Ostern bieten sie aber ein zusätzliches Highlight.
Jetzt im März blüht die Natur richtig auf, und es ist eine Herzenslust, draußen zu wandern. Wenn Sie eine Tour kombinieren wollen mit dem Besuch eines Ostermarktes, eines Osterbrunnens oder vielleicht gar einer Ostermesse, dann sind Sie hier genau richtig.
Osterbrunnen in Schechingen
Er soll zu den schönsten und größten in ganz Baden-Württemberg zählen: der Osterbrunnen in Schechingen im Ostalbkreis. Rund 13 500 echte Eier werden dort von etwa 70 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern das halbe Jahr über bemalt (auch gerne mal mit Weihnachtsmotiven) und dann am Brunnen direkt neben dem Rathaus zu einem Gesamtkunstwerk verbunden. Dieses Jahr wird der Osterbrunnen vom 28. März bis zum 19. April zu sehen sein. Es gibt auch ein temporäres Café.
Wer dann direkt von Schechingen loswandern will, dem sei diese knapp elf Kilometer lang Tour hinab ins Leintal empfohlen. Sie führt allerdings vor allem durch landwirtschaftliches Gebiet. Der 13,5 Kilometer lange Kapellenweg startet ebenfalls direkt in Schechingen. Einen Katzensprung entfernt liegt allerdings ein Wandergebiet der Extraklasse: der Rosenstein bei Heubach. Dort gibt es nicht nur eine wunderbare Burgruine zu sehen und geniale Ausblicke ins Albvorland zu genießen, sondern es werden auch mehrere Höhlen besucht, darunter die eigenartige Große Scheuer, die drei große Tore hat und wie von Menschenhand gemacht aussieht. In der „Waldschenke“ kann man unterwegs einkehren. Auf einer sieben Kilometer langen Tour lässt sich all das erleben; die Eckpunkte folgen hier.
Länge: 7,1 Kilometer; Höhenmeter: 274 Meter; Start: Parkplatz am Ende der Fritz-Spießhofer-Straße in Heubach; Tour: Für Details zur Wanderung hier klicken; Einkehr in Schechingen: Zum Ochsen, Hauptstraße 10 (Montag Ruhetag).
Gottesdienst im Kloster Beuron
Es ist immer erhebend und inspirierend, im Kloster Beuron an einem Gottesdienst teilzunehmen, vor allem wenn die rund 30 Benediktinermönche ihre gregorianischen Choräle anstimmen. An Ostern, dem höchsten Fest der Christenheit, sind diese Messen in der barocken Kirche, die mit dem eigenen Beuroner Kunststil verfeinert worden ist, nochmals von größerer Intensität. Die Zeiten für die Gottesdienste finden Sie hier.
Erhebend ist aber auch das Wandern rund um das Kloster – das Obere Donautal mit seinen steilen Felsen und vielen Burgruinen gehört ohne Zweifel zu den schönsten Gegenden Baden-Württembergs. Der Premiumweg „Eichfelsen-Panorama“ ist allerdings auch schweißtreibend: Gleich zwei Mal gilt es die Höhen über dem Donautal zu erklimmen, einmal nördlich des Flusses, einmal südlich davon. Oben entschädigt den Wanderer die Aussicht vom Rauhen Stein oder vom Eichfelsen, später besucht man die kühne Burg Wildenstein, die heute eine Jugendherberge ist. Eine kürzere Variante, die den südlichen Anstieg auslässt, finden Sie hier.
Länge: 14,2 Kilometer; Höhenmeter: 561 Meter; Start: Parkplatz am Kloster Beuron; Tour: Für Details zur Wanderung hier klicken; Einkehr: Restaurant Pelikan, Abteistraße 12, Beuron (nur Mittwoch, Samstag und Sonntag geöffnet).
Osterdorf in Oberprechtal
Zu Ostern verwandelt sich das Dorf Oberprechtal bei Elzach im mittleren Schwarzwald in die Osterhauptstadt des Südwestens: Der kleine Kurpark, aber auch private Gärten, die Brücken, die Ortseingänge und der Platz vor der Kirche werden festlich mit Ostermotiven geschmückt – dort begegnet man großen Gockeln und kleinen Küken, unzähligen Osterhasen und Osterlämmern, und in vielen Bäumen und Hecken blühen die Ostereier. Der ganze Ort macht mit. Vom Palmsonntag, 29. März, bis zum Sonntag nach Ostern, 12. April, ist das Osterdorf zu bestaunen.
Wenn man sich dann aufmacht auf die zertifizierte „Felsen-Tour“ mit ihren gut zwölf Kilometern, lässt man den kleinen Luftkurort schnell hinter sich. Einmal quert man noch die Talstraße; genau dort liegt das Gasthaus Rössle, aber es ist fast noch zu früh für eine Einkehr. Dann taucht man in die Wälder der Umgebung ein, zunächst geht es längere Zeit bergauf bis zum Huberfelsen, der wie eine Pyramide aus dem Fichtenmeer herausragt und ebenso schöne Aussichten bietet wie etwa der Pfauenfelsen, der später passiert wird. Die Felsen-Tour ist eher ruhig, spektakuläre Höhepunkte fehlen – aber man ist hier im Innersten des echten Black forest.
Wer es eher touristisch mag, könnte die Wanderung und den Besuch des Osterdorfs noch mit einem Abstecher zu den Triberger Wasserfällen oder zu den Vogtsbauernhöfen in Gutach (Saisonstart am 22. März) verbinden – beides liegt nicht allzu weit enfernt.
Länge: 12,3 Kilometer; Höhenmeter: 563 Meter; Start: kleiner Parkplatz am Kurpark; Tour: Für Details zur Wanderung hier klicken; Einkehr: Zum Schützen, Waldkircherstraße 5, Oberprechtal (aktuell Mittwoch Ruhetag, aber bitte prüfen).
Ostereiermarkt in Dapfen
Der Ostereiermarkt in der Martinskirche in Dapfen (ganz in der Nähe des Landesgestüts Marbach) ist etwas ganz Besonderes: Ein ehrenamtliches Team hat in den Wochen zuvor ebenfalls rund 13 000 Eier bemalt, nicht nur Hühnereier, sondern auch Eier von Wachteln, Enten oder Gänsen – sie tragen Blumen- oder Tiermotive oder auch Bibelverse. Schon zum 34. Mal findet der Markt dieses Jahr statt. Er hat schon Ende Februar begonnen und endet vor Ostern, genauer gesagt am Dienstag, 31. März. Mittlerweile ist er also für dieses Jahr schon beendet. Die Eier werden für einen guten Zweck verkauft.
Eine herrliche Wanderung gleich ums Eck ist die Premiumtour „Hochgehsprudelt“, die knapp neun Kilometer lang ist und über einige Wacholderheiden auf den Gipfel des Sternbergs mit seiner Albvereinshütte (am Wochenende geöffnet) und dem Aussichtsturm führt. Mehrere Grillplätze liegen am Weg. Ein kleiner Abstecher könnte zusätzlich zur idyllischen Lauterquelle beim Gestüt Offenhausen führen.
Eine Einkehr-Alternative zum herrlichen Lagerhaus mit Café, Chocolaterie und Seifenmanufaktur könnte dann der noch relativ neue und etwas hochpreisigere Gestütsgasthof in Offenhausen sein.
Länge: 8,7 Kilometer; Höhenmeter: 296 Meter; Start: Wanderparkplatz bei Offenhausen (siehe bei Tourendetails); Tour: Für Details zur Wanderung hier klicken; Einkehr: Lagerhaus, Lautertalstraße 65, Dapfen (Ruhetage am Montag und Dienstag, Ostermontag geöffnet).
Schafhof in Steinheim am Albuch
Mit einigem Glück kann man derzeit auf der Schwäbischen Alb überall Herden mit Schafen antreffen, die ihre Lämmer bei sich führen. Es ist zu schön mit anzuschauen, mit welcher Lebensfreude die jungen Dinger über die Weide hüpfen. Wer sich nicht auf den Zufall verlassen will, kann den Schafhof Smietana in Steinheim am Albuch besuchen: Er hat am 21., 27. und 28. März geöffnet sowie an den Tagen vor Ostern am Gründonnerstag (10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr) und am Karsamstag (8 bis 12 Uhr). Nur dann kann man auch den Stall mit rund 180 Tieren besichtigen. Die letzten Lämmer, erzählt Chefin Andrea Smietana, seien um den 15. März geboren.
Meteorkrater-Rundweg
Direkt am Hof vorbei führt der jüngst zum Premiumweg ernannte „Meteorkrater-Rundwanderweg“, der allerdings satte 20 Kilometer lang ist. Vor 15 Millionen Jahren hat ein Meteor nicht nur das nahe Nördlinger Ries geschaffen, sondern auch bei Steinheim ging ein Gesteinsbrocken nieder – wer den Kraterrand einmal ganz umrunden will, muss eben Ausdauer beweisen.
Eine 13 Kilometer lange Kurzvariante umfasst den schöneren östlichen Abschnitt inklusive Schafhof und Ausflugsgaststätte Heiderose. Unterwegs erklären Schilder, wie der Krater entstanden ist und was beim Einschlag mit dem Gestein passiert ist; ergänzend böte sich ein Besuch des Meteorkratermuseums an, wo auch beide Touren, Kurz- wie Langversion, starten.
Länge: 20,4 Kilometer; Höhenmeter: 426 Meter; Start: beim Meteorkratermuseum in Sontheim, Hochfeldweg 5; Tour: Für Details zur Wanderung hier klicken; Einkehr: Ausflugsgaststätte Heiderose, Schäfhalde 1, Steinheim (Ruhetage sind Dienstag, Mittwoch und Donnerstag).